
Der Goldpreis (XAU/USD) wird in der frühen asiatischen Sitzung am Mittwoch im positiven Bereich nahe 4.985 USD gehandelt. Das Edelmetall setzt die Erholung nach einem historischen und volatilen Ausverkauf in der vergangenen Woche fort. Händler wägen die nächste Runde von US-Wirtschaftssignalen und die breitere Nachfrage nach sicheren Anlagen ab.
CNBC berichtete am Dienstag, dass das US-Militär eine iranische Drohne abgeschossen hat, die sich "aggressiv" dem Flugzeugträger USS Abraham Lincoln im Arabischen Meer näherte. Der Vorfall ereignete sich, während die Spannungen im Nahen Osten hoch sind, da US-Präsident Donald Trump mögliche militärische Angriffe gegen die Islamische Republik in Erwägung zieht.
Iran forderte, dass die Gespräche mit den USA in dieser Woche in Oman und nicht in der Türkei stattfinden und dass der Umfang auf bilaterale Gespräche über das Nuklearthema beschränkt wird, was eine bereits heikle diplomatische Anstrengung kompliziert. Händler werden die Entwicklungen rund um die US-Iran-Verhandlungen genau beobachten. Jegliche Anzeichen für eskalierende Spannungen zwischen den USA und Iran könnten traditionelle sichere Anlagen wie Gold kurzfristig ankurbeln.
Andererseits könnte die Nominierung von Kevin Warsh als Vorsitzender der Federal Reserve (Fed) den Aufwärtstrend des gelben Metalls begrenzen. Die Märkte sehen Warsh als eine "hawkische" Wahl für den Fed-Vorsitz und wahrscheinlich als jemanden, der die Zinssätze hoch halten wird.
Händler haben die Erwartungen an eine Zinssenkung der Fed nach der Januar-Pause der Fed und der Nominierung von Warsh zurückgeschraubt. Die Finanzmärkte haben derzeit eine Wahrscheinlichkeit von fast 66% für eine Zinssenkung auf der Juni-Sitzung eingepreist, laut dem CME FedWatch-Tool.
Gold hat in der Geschichte der Menschheit stets eine zentrale Rolle gespielt – als universelles Tauschmittel und sicherer Wertspeicher. Heute wird das Edelmetall vor allem als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten geschätzt. Gold dient nicht nur als Schmuck oder Anlageobjekt, sondern wird auch als Absicherung gegen Inflation und Währungsabwertungen betrachtet. Sein Wert ist unabhängig von staatlichen Institutionen oder einzelnen Währungen, was es in unsicheren Zeiten besonders attraktiv macht.
Zentralbanken zählen zu den größten Goldkäufern weltweit. Um ihre Währungen in Krisenzeiten zu stützen, kaufen sie Gold, um die wirtschaftliche Stabilität und das Vertrauen in ihre Währungen zu stärken. 2022 kauften Zentralbanken laut World Gold Council 1.136 Tonnen Gold im Wert von rund 70 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert. Besonders schnell wachsende Schwellenländer wie China, Indien und die Türkei erhöhen ihre Goldreserven in hohem Tempo.
Gold steht traditionell in einer inversen Beziehung zum US-Dollar und zu US-Staatsanleihen – beide gelten als bedeutende Reservewährungen und sichere Häfen für Anleger. Wenn der Dollar abwertet, steigt der Goldpreis häufig, was Investoren und Zentralbanken in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit dazu veranlasst, ihre Portfolios zu diversifizieren. Ebenso ist Gold gegenläufig zu risikobehafteten Vermögenswerten. Während ein Aufschwung an den Aktienmärkten den Goldpreis oft drückt, profitieren Goldinvestoren in Zeiten von Börsenturbulenzen.
Der Goldpreis unterliegt einer Vielzahl von Einflussfaktoren. Geopolitische Spannungen oder die Sorge vor einer tiefen Rezession können den Preis des Edelmetalls schnell in die Höhe treiben, da Gold als sicherer Hafen gilt. Ohne eigene Rendite steigt der Wert des Metalls häufig in Phasen niedriger Zinsen, während hohe Zinskosten den Preis drücken. Die Entwicklung des Goldpreises ist jedoch stark vom US-Dollar abhängig, da das Edelmetall in Dollar (XAU/USD) gehandelt wird. Ein starker Dollar übt in der Regel Druck auf den Goldpreis aus, während ein schwächerer Dollar zu einer Verteuerung führen kann.