
Silber (XAG/USD) erholt sich am Dienstag stark und notiert bei etwa 85,30 USD, was einem Anstieg von rund 6,50 % im Tagesverlauf entspricht (Stand: heute). Das weiße Metall holt einen Teil des während der gewalttätigen Korrektur in der letzten Woche verlorenen Boden zurück, da Anleger allmählich wieder in den Edelmetallbereich zurückkehren, da die Preise als attraktiver angesehen werden.
Der jüngste Rückgang bei Silber wurde weitgehend durch technische Faktoren, einschließlich Positionsauflösungen und marginbezogene Liquidationen, angetrieben, und nicht durch eine klare Verschlechterung der Fundamentaldaten. Die laufende Erholung hebt ein Umfeld hervor, das weiterhin von hoher Volatilität geprägt ist, während die Nachfrage nach realen Vermögenswerten gut unterstützt bleibt.
Aus makroökonomischer Sicht spielen die Erwartungen an eine geldpolitische Lockerung weiterhin eine Schlüsselrolle. Die Märkte preisen nach wie vor die Aussicht auf weitere Zinssenkungen durch die Federal Reserve (Fed) ein, was strukturell die realen Renditen belastet und die Attraktivität von nicht renditeträchtigen Anlagen wie Silber unterstützt. Die Nominierung von Kevin Warsh als nächsten Leiter der US-Notenbank hat dem US-Dollar (USD) vorübergehend Unterstützung gegeben, aber dieser Effekt lässt nach, da sich die Anleger wieder auf Wetten auf Zinssenkungen konzentrieren.
In der Zwischenzeit bleiben die Dynamiken des US-Dollars ein wichtiger Treiber für Silber. Der US-Dollar-Index (DXY) hält sich in der Nähe der kürzlichen kurzfristigen Höchststände, was das Aufwärtsmomentum des weißen Metalls einschränken könnte. Ein festerer Greenback macht Silber für internationale Anleger tendenziell teurer, was das Kaufinteresse potenziell begrenzen könnte.
Auf geopolitischer Ebene haben Anzeichen einer Entspannung der Spannungen zwischen den Vereinigten Staaten (US) und dem Iran sowie die Ankündigung eines Handelsabkommens zwischen den USA und Indien dazu beigetragen, die Marktstimmung zu verbessern. Diese relative Deeskalation reduziert die unmittelbare Nachfrage nach sicheren Anlagen und könnte Silber dazu ermutigen, nach seinem starken Anstieg in eine Konsolidierungsphase einzutreten.
Schließlich hält die Verlangsamung des Flusses von US-Wirtschaftsdaten, die mit der teilweisen Schließung der Bundesregierung verbunden ist, die Unsicherheit über die kurzfristige wirtschaftliche Perspektive hoch. In diesem Kontext werden Bewegungen im US-Dollar und Erwartungen bezüglich der US-Geldpolitik voraussichtlich weiterhin die Entwicklung von Silber in den kommenden Tagen steuern.
Silber ist ein Edelmetall, das bei Investoren sehr gefragt ist. Es wurde in der Vergangenheit als Wertanlage und Tauschmittel verwendet. Obwohl Silber weniger populär ist als Gold, können Anleger es wegen seines inneren Wertes zur Diversifizierung ihres Anlageportfolios oder als potenzielle Absicherung in Zeiten hoher Inflation nutzen. Anleger können Silber physisch in Form von Münzen oder Barren kaufen oder über Instrumente wie börsengehandelte Fonds handeln, die den Silberpreis an den internationalen Märkten nachbilden.
Der Silberpreis kann durch eine Vielzahl von Faktoren beeinflusst werden.Geopolitische Instabilität oder die Angst vor einer tiefen Rezession können den Silberpreis aufgrund seines Status als sicherer Hafen in die Höhe treiben, wenn auch in geringerem Maße als Gold. Als Vermögenswert ohne Zinsen steigt der Silberpreis tendenziell, wenn die Zinssätze sinken. Seine Bewegungen hängen auch von der Entwicklung des US-Dollars (USD) ab, der wiederum von einer Vielzahl von Faktoren beeinflusst werden kann. Ein starker Dollar hält den Silberpreis tendenziell niedrig, während ein schwächerer Dollar den Preis wahrscheinlich nach oben treibt. Andere Faktoren wie die Investitionsnachfrage, das Minenangebot - Silber wird viel häufiger abgebaut als Gold - und die Recyclingquoten können sich ebenfalls auf die Preise auswirken.
Silber wird häufig in der Industrie verwendet, insbesondere in Bereichen wie Elektronik und Solarenergie, wo es eine der höchsten elektrischen Leitfähigkeiten aller Metalle aufweist - höher als die von Kupfer und Gold. Ein Anstieg der Nachfrage kann zu höheren Preisen führen, während ein Rückgang tendenziell zu niedrigeren Preisen führt. Die Dynamik der Volkswirtschaften der USA, Chinas und Indiens kann ebenfalls zu Preisschwankungen beitragen: In den USA und insbesondere in China wird Silber in verschiedenen Prozessen der großen Industriezweige eingesetzt; in Indien spielt auch die Nachfrage der Verbraucher nach dem Edelmetall für Schmuck eine wichtige Rolle bei der Preisbildung.
Der Silberpreis folgt in der Regel den Bewegungen des Goldpreises. Wenn der Goldpreis steigt, folgt der Silberpreis in der Regel diesem Trend, vor allem weil beide als sichere Anlage gelten. Das Gold-Silber-Verhältnis, das angibt, wie viele Unzen Silber benötigt werden, um den Wert einer Unze Gold zu erreichen, kann helfen, die relative Bewertung der beiden Metalle zu bestimmen. Einige Anleger halten ein hohes Verhältnis für einen Indikator dafür, dass Silber unterbewertet und Gold überbewertet ist. Umgekehrt könnte ein niedriges Verhältnis darauf hindeuten, dass Gold im Vergleich zu Silber unterbewertet ist.