
Dubai, 03. Feb (Reuters) - Die iranische Führung blickt einem Insider zufolge "weder optimistisch noch pessimistisch" auf die für Freitag anvisierten Gespräche mit den USA über das Atomprogramm der Islamischen Republik. Das Treffen in Istanbul werde zeigen, ob die USA "ernsthafte und ergebnisorientierte Gespräche" führen wollten, sagte ein iranischer Diplomat, der namentlich nicht genannt werden wollte, am Dienstag zu Reuters. Der Iran befinde sich in maximaler Verteidigungsbereitschaft, sei auf jedes Szenario vorbereitet und nicht willens, über seine Verteidigungskapazitäten zu verhandeln.
Der Iran betrachtet sein ballistisches Raketenprogramm als einen wesentlichen Bestandteil seiner Verteidigungsfähigkeit. Die USA wollen aber nicht nur über ein Ende der Uran-Anreicherung, sondern auch über eine Begrenzung des Raketenprogramms verhandeln und haben ihre Marinepräsenz in der Region verstärkt. US-Präsident Donald Trump drohte dem Iran erneut: "Wenn wir keine Einigung erzielen, werden wahrscheinlich schlimme Dinge passieren."
Zur Wiederaufnahme der Gespräche in dem jahrelangen Streit über das iranische Atomprogramm sollen sich der US-Sondergesandte Steve Witkoff und der iranische Außenminister Abbas Araghtschi treffen. In Trumps erster Präsidentschaft waren die USA 2018 einseitig aus dem 2015 geschlossenen internationalen Atomabkommen ausgestiegen, das den Iran am Bau von Atomwaffen hindern sollte. Der Iran sah sich darauf nicht mehr an Auflagen gebunden und forcierte seine Uran-Anreicherung.