
Dubai, 03. Feb (Reuters) - Der iranische Präsident Massud Peseschkian hat sich unter Bedingungen für Gespräche mit den USA zur Wahrung nationaler Interessen ausgesprochen. Voraussetzung sei, dass "Drohungen und unzumutbare Erwartungen" vermieden würden, schrieb Peseschkian am Dienstag auf der Online-Plattform X. Er habe Außenminister Abbas Araghtschi angewiesen, den Boden für "gerechte und faire Verhandlungen" zu bereiten. Damit reagiere er auch auf Bitten befreundeter Staaten in der Region, auf einen Gesprächsvorschlag des US-Präsidenten einzugehen, teilte Peseschkian mit. Am Montag hatte ein Sprecher des Außenministeriums in Teheran erklärt, es würden die Bedingungen für einen Dialog mit den USA geprüft. Hochrangigen Vertretern beider Seiten zufolge sollen der US-Sondergesandte Steve Witkoff und Außenminister Araghtschi am Freitag in Istanbul zusammenkommen. An dem Treffen sollten auch Vertreter Saudi-Arabiens, der Vereinigten Arabischen Emirate, des Omans und Ägyptens teilnehmen.
Hinter den Kulissen werden bereits mögliche Kompromisslinien ausgelotet. US-Präsident Donald Trump stellt Insidern zufolge drei Bedingungen an die Führung in Teheran: ein vollständiges Ende der Uran-Anreicherung, eine Begrenzung des Raketenprogramms und den Stopp der Unterstützung für verbündete Milizen wie etwa die Hisbollah im Libanon. Während die Führung in Teheran diese Forderungen offiziell als Eingriff in die Souveränität des Landes zurückweist, signalisieren Regierungsvertreter Verhandlungsbereitschaft zumindest im Atomstreit.
Die Spannungen zwischen den USA und dem Iran haben sich erheblich verschärft. Die USA haben ihre Marinepräsenz vor der iranischen Küste verstärkt. Zudem ist die iranische Führung innenpolitisch durch die schweren Unruhen unter Druck geraten, die sich im Dezember an der Wirtschaftskrise und dem rapiden Verfall der iranischen Währung entzündeten und im Januar niedergeschlagen wurden.
Israel und die USA hatten im Juni einen Krieg gegen den Iran geführt und dessen Atomanlagen angegriffen. Nach zwölf Tagen endete der massive Beschuss mit einer Waffenruhe. Bei den Angriffen ist nach damaligen Angaben Araghtschis die wichtigste iranische Atomanlage Fordo "ernsthaft und schwer beschädigt" worden. Trump hatte seinerzeit erklärt, die US-Angriffe hätten das iranische Atomprogramm "vollständig und total ausgelöscht".