
West Texas Intermediate (WTI), die US-Rohöl-Benchmark, wird am Donnerstag während der frühen europäischen Handelsstunden bei rund 60,60 USD gehandelt. Der WTI-Preis bleibt stabil angesichts der abkühlenden geopolitischen Spannungen über Grönland und der Sorgen über ein Überangebot.
US-Präsident Donald Trump sagte am Mittwoch, dass er von der Einführung von Zöllen auf Europa über den Greenback absehen werde, und erklärte, dass der Rahmen für einen potenziellen Deal erreicht worden sei. Seine Kommentare beim Weltwirtschaftsforum in Davos halfen, die globale Risikobereitschaft zu beleben, da Investoren sie als Zeichen für nachlassende geopolitische und Handels Spannungen interpretierten. Dies könnte wiederum kurzfristig Unterstützung für den WTI-Preis bieten.
Zusätzlich könnten Anzeichen von Versorgungsunterbrechungen in Kasachstan zum Aufwärtspotenzial von WTI beitragen. Der kasachische Ölproduzent Tengizchevroil, geleitet von Chevron, gab an, dass die Produktion in den Ölquellen Tengiz und Korolev nach zwei Bränden an Stromgeneratoren vorübergehend eingestellt wurde, so Bloomberg.
Auf der anderen Seite könnten Sorgen über ein Überangebot das schwarze Gold belasten. Die Internationale Energieagentur (IEA) bekräftigte ihre Prognose, dass das globale Ölangebot in diesem Jahr die Nachfrage erheblich übersteigen wird. Die US-Rohölbestände sind Berichten zufolge in der vergangenen Woche um etwa 3 Millionen Barrel gestiegen.
"Wir haben nach Trumps Rede in Davos und seinen Beiträgen in sozialen Medien ein gewisses Interesse am Kauf von Brent- und WTI-Rohöl gesehen," sagte Chris Weston, Forschungsleiter der Pepperstone Group. Dennoch gibt es "wenig Überzeugung, die Bewegung aggressiv zu verfolgen. Der Angebots Hintergrund bleibt ein Überhang, der das Aufwärtspotenzial begrenzt," fügte er hinzu.
WTI-Öl, kurz für West Texas Intermediate, ist eine der wichtigsten Rohölsorten, die auf dem globalen Markt gehandelt werden. Es wird wegen seiner leichten und süßen Qualität geschätzt und dient als wichtiger Referenzpreis auf den Energiemärkten.
Wie bei allen Vermögenswerten sind Angebot und Nachfrage die Haupttreiber des WTI-Ölpreises. Globales Wachstum kann die Nachfrage nach Öl erhöhen, während eine schwache Weltwirtschaft die Nachfrage dämpft. Politische Instabilität, Kriege und Sanktionen können das Angebot beeinträchtigen und die Preise beeinflussen. Die Entscheidungen der OPEC, einer Gruppe führender ölproduzierender Länder, spielen ebenfalls eine Schlüsselrolle. Da Öl überwiegend in US-Dollar gehandelt wird, beeinflusst auch der Wert des US-Dollars den WTI-Preis.
Die wöchentlichen Berichte des American Petroleum Institute (API) und der Energy Information Agency (EIA) über die Rohölbestände beeinflussen den Preis von WTI-Öl. Ein Rückgang der Bestände signalisiert eine steigende Nachfrage, was den Preis nach oben treibt, während ein Anstieg der Bestände auf ein Überangebot hindeutet und die Preise senkt. Die EIA-Daten gelten als zuverlässiger, da sie von der US-Regierung stammen.
Die OPEC (Organisation erdölexportierender Länder) ist eine Gruppe von 12 erdölproduzierenden Ländern, die zweimal jährlich gemeinsam über die Förderquoten der Mitgliedsländer entscheiden. Ihre Entscheidungen wirken sich häufig auf die Preise für WTI Öl aus. Beschließt die OPEC, die Förderquoten zu senken, kann dies das Angebot verknappen und die Ölpreise in die Höhe treiben. Erhöht die OPEC die Produktion, hat dies den gegenteiligen Effekt. Die OPEC+ bezieht sich auf eine erweiterte Gruppe von zehn zusätzlichen Nicht-OPEC-Mitgliedern, von denen Russland das bekannteste ist.