
Washington, 12. Jan (Reuters) - Bundesfinanzminister Lars Klingbeil fordert mehr Tempo bei der Sicherung der Versorgung mit Seltenen Erden. Nach einem Treffen mit Amtskollegen führender Industrienationen am Montag in Washington sagte er, man rede eher von Wochen und Monaten als von Jahren, in denen Entscheidungen fallen müssten. Die Diskussion habe begonnen und man wolle sie schnell abschließen. Bei den Beratungen sei es um eine mögliche Preisuntergrenze sowie um strategische Partnerschaften gegangen. Das Thema werde ein Schwerpunkt der französischen G7-Präsidentschaft in diesem Jahr sein. Seltene Erden sind eine Gruppe von Metallen, die für zahlreiche Hochtechnologie-Anwendungen wie Elektromotoren, Windkraftanlagen und Unterhaltungselektronik von zentraler Bedeutung sind.
Eine Preisuntergrenze soll Produzenten außerhalb Chinas absichern, falls die Volksrepublik die Märkte mit billigem Angebot flutet. Der Vorteil von Mindestpreisen sei, dass auch der Markt wisse, mit welchen Preisen zu rechnen sei, sagte Klingbeil. Es gehe nicht darum, gegen jemanden zu arbeiten, sondern die Zusammenarbeit zwischen Partnern zu stärken. Mit Blick auf China sagte der Minister, man wolle sich nicht entkoppeln. Vielmehr wolle man die Risiken verringern und die Lieferketten diversifizieren. Eine Reaktion aus China auf das Treffen habe es nicht gegeben.
Klingbeil zufolge blieben eine Reihe von Fragen offen, die in den kommenden Wochen geklärt werden sollten, nicht nur unter den Finanzministern, sondern auch unter den Außen- und Energieministern. An dem Treffen in Washington nahmen Minister der G7 sowie ihre Amtskollegen aus Australien, Mexiko, Südkorea und Indien teil. Im vergangenen Frühjahr hatte die chinesische Regierung erste Exportbeschränkungen für eine Reihe von Produkten der Seltenen Erden und damit verbundenen Magneten verhängt und damit vor allem die Automobilbranche unter Druck gesetzt.