
Frankfurt, 03. Jan (Reuters) - Die Verbraucher können nach Ansicht des Energieriesen RWERWEG.DE mit sinkenden Preisen bei Strom und Gas rechnen. "Ich gehe für 2026 von stabilen Großhandelspreisen aus. Da der Staat die Netzentgelte bezuschusst, wird es für viele Stromkunden unterm Strich 2026 günstiger werden", sagte RWE-Chef Markus Krebber laut Vorabbericht der "Rheinischen Post" (Samstagausgabe). "Auf mittlere Frist erwarte ich stabile Preise: Erzeugung wird günstiger, Netzentgelte werden teurer", betonte der Manager. Auch beim Gas dürften die Preise in den nächsten zwei Jahren fallen. Krebber begründet dies mit dem zunehmenden Angebot an Flüssiggas (LNG), das Deutschland aus mehreren Ländern bezieht.
Trotz des Wintereinbruchs sieht der größte deutsche Stromerzeuger die Gasversorgung gesichert. "Wir werden nach heutiger Einschätzung gut durch den Winter kommen, das erwartet auch der Markt", sagte Krebber. "Bei einem normal kalten Winter hat Deutschland kein Problem beim Gas, die Lieferwege sind stabil." Allerdings sei das Energiesystem auf Kante genäht. "Wenn man jeden Winter schaffen will, auch wenn es sehr kalt wird oder es Lieferausfälle gibt, ist es wichtig, die LNG-Terminals auszubauen."
Unterdessen fordert der RWE-Chef vom Bund eine schnelle Ausschreibung der Gas-Kraftwerke, um 2030 aus der Kohle aussteigen zu können. "RWE will 2030 aus der Kohle raus. Wir wollen drei Gigawatt an neuen Gaskraftwerken bauen und haben die Planung trotz der politischen Unsicherheit vorangetrieben. Wir brauchen im ersten Quartal 2026 die Ausschreibung, dann können die ersten Gas-Blöcke bis Ende 2029 in Betrieb gehen", sagte Krebber. Im Bundeswirtschaftsministerium werde zwar mit Hochdruck gearbeitet, "nun muss Deutschland die Pläne noch bei der EU durchsetzen".
Krebber zufolge ist RWE bereit, den Braunkohle-Tagebau Garzweiler notfalls länger zu betreiben. "2026 wird die Bundesregierung das Ausstiegsdatum überprüfen. Danach ist es eine Entscheidung der Politik, ob sie wünscht, dass unsere Braunkohle-Kraftwerke nach 2030 drei weitere Jahre in die Reserve gehen", sagte Krebber. Doch dann müsse der Staat diese Reserve organisieren und auch die nötigen CO2-Zertifikate bezahlen. "Wir halten die Anlagen dann nur noch gegen Kostenerstattung im Auftrag der Regierung bereit", betonte der Manager.
In den USA hält Krebber die Zeit der Unsicherheit für beendet. "Die USA fördern Erneuerbare und Speicher – abgesehen von Offshore-Projekten – weiter bis 2030. Auch die Zollunsicherheiten haben sich weitestgehend gelegt. Daher haben wir unsere Investitionen in den USA wieder aufgenommen", sagte Krebber. "Rund 50 Prozent unserer Investitionen gehen in die USA, kein Markt wächst so dynamisch."