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SPOTANALYSE-Volkswirte zur Zinspause der US-Notenbank

ReutersJan 28, 2026 7:27 PM

- Die US-Notenbank ist mit einer Zinspause ins Jahr gestartet. Nach drei Senkungsschritten in Folge beließ sie den Leitzins am Mittwoch in der Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent. An den Finanzmärkten war damit gerechnet worden. Experten sagten zum Zinsenscheid in ersten Reaktionen:

ELMAR VÖLKER, LBBW:

"Die Fed ist erwartungsgemäß in den Pausenmodus gewechselt. Wie lange sie in ihrer abwartenden Haltung verharrt, dürfte zum einen davon abhängen, wie nachhaltig sich die Lage am US-Arbeitsmarkt stabilisiert. Zum anderen wird maßgeblich sein, wieviel Aufwärtspotenzial für die Inflation in Folge der vergangenen US-Zollanhebungen noch in der Pipeline steckt. Heute hat die Fed eine etwas optimistischere Konjunkturlage und etwas mehr Zuversicht mit Blick auf die Arbeitsmarktlage kommuniziert. Dies spricht gegen eine baldige erneute Änderung der Leitzinsen. Wir rechnen derzeit nicht vor der Fed-Sitzung im Juni, der ersten unter Leitung des Nachfolgers von Jerome Powell, mit einer erneuten Leitzinssenkung."

BASTIAN HEPPERLE, HAUCK AUFHÄUSER LAMPE:

"Die Fed demonstriert ihre Unabhängigkeit und lehnt sich gegen den politischen Zinssenkungsdruck. Es ist sinnvoll, eine Auszeit zu nehmen, um belastbarere Daten abzuwarten. Die aktuellen Inflations- und Beschäftigungsdaten sind wegen des langen Regierungsstillstands immer noch stark verzerrt. Die Zinspause erlaubt es der Fed zudem, die Auswirkungen ihrer bisherigen Zinssenkungen zu bewerten.

Eine anhaltend schwache Beschäftigungsdynamik und etwas niedrigere Inflationsraten eröffnen Spielraum für weitere Zinssenkungen. Ein deutlich expansiverer Kurs in der Geldpolitik ist aber nicht vonnöten. Neuer Datennebel durch einen weiteren Regierungsstillstand könnte die Zinspause verlängern. Eine Leitzinssenkung auf der März-Sitzung wäre damit wohl vom Tisch."

LENA DRÄGER, KIEL INSTITUT FÜR WELTWIRTSCHAFT (IFW):

"Die Geldpolitik in den USA befindet sich an einem Scheidepunkt, und die Fed muss nun alles in ihrer Macht Stehende tun, um ihre institutionelle Unabhängigkeit von der Regierung zu verteidigen (...). Die Daten zeigen, dass ein konstanter Zins aktuell die richtige Entscheidung ist: Die Inflationsrate in den USA liegt persistent oberhalb des Inflationsziels von 2 Prozent. Zusätzlich besteht ein hohes Risiko, dass die Inflationsrate 2026 weiter ansteigen könnte – weil Zollkosten für Importe noch nicht komplett auf die Endpreise umgelegt wurden oder weil Arbeitskosten in Dienstleistungssektoren aufgrund der zurückgegangenen Immigration und der Deportationen von Immigranten ansteigen. Dies würde auch bedeuten, dass der Arbeitsmarkt weniger belastet ist, als der leichte Rückgang von Jobzuwachsraten zuletzt vermuten ließ."

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