Berlin, 29. Apr (Reuters) - An Deutschlands größtem Autoterminal in Bremerhaven sind nach Angaben des Betreibers BLG Logistics im vergangenen Jahr 15 Prozent weniger Fahrzeuge umgeschlagen worden als noch 2023. Insgesamt waren es 1,3 Millionen Autos, wie das in Bremen ansässige Unternehmen am Dienstag mitteilte. Gründe seien die Konjunkturflaute und die Probleme der Autoindustrie. Der Volumen-Rückgang habe aber unter anderem durch höhere Erlöse im Transport sowie eine stärkere Nachfrage nach technischen Services kompensiert werden können, führte BLG aus. Während die Neuwagen zum Weitertransport bei BLG geparkt werden, können sie beispielsweise gereinigt und repariert oder aber auch mit Navis oder Klimaanlagen nachgerüstet werden.
Rund 30 Prozent des gesamten Autoumschlags in Bremerhaven betreffen laut BLG die USA. Damit dürfte das Unternehmen, das auf die 1877 gegründete Bremer Lagerhaus-Gesellschaft (BLG) zurückgeht, die Folgen der US-Zollpolitik deutlich zu spüren bekommen. Im schlimmsten Fall könnte sich das US-Geschäft halbieren, hatte das Unternehmen erst kürzlich erklärt.
Bremerhaven, einer der größten Autohäfen der Welt, ist einer einer von insgesamt 13 europäischen BLG-Standorten. Neben weiteren Seehäfen in Deutschland und Polen betreibt BLG auch Terminals an Rhein und Donau. Die Inlandsterminals übertrafen dank der Dienstleistungen und einer anhaltend hohen Platzauslastung das Ergebnisziel, wie BLG weiter mitteilte. Zu der konkreten Auslastung - auch in Bremerhaven - gab es in der Presseerklärung keine Informationen.
Vor knapp einem Jahr war in Medienberichten von Staus chinesischer Elektroautos in Bremerhaven die Rede, allein BYD1211.HK brachte Tausende Fahrzeuge in den Nordseehafen. Zur Jahreswende ging BLG zudem eine strategische Partnerschaft mit der chinesischen Reederei Cosco601919.SS ein, die mit einem Autofrachter-Liniendienst Bremerhaven mindestens zwei Mal im Monat anlaufen will.
Im Jahr 2024 hat BLG insgesamt 4,4 Millionen Fahrzeuge transportiert, umgeschlagen und technisch bearbeitet, nach fünf Millionen ein Jahr zuvor. Zu dem Konzern gehört neben der Auto- auch eine Container-Sparte, die von einer 50-prozentigen Beteiligung an dem Terminal-Betreiber EurogateEURGT.UL geprägt ist und 2024 von dessen gutem Ergebnis profitierte. Dagegen lief es in der BLG-Kontraktlogistik, wo unter anderem Fahrzeugteile transportiert werden, mau. Der Umsatz der gesamten BLG-Gruppe verharrte 2024 bei 1,2 Milliarden Euro, während das Ergebnis vor Steuern (EBT) mit knapp 92 Millionen Euro auf fast das Zweieinhalbfache des Vorjahres stieg.