tradingkey.logo
tradingkey.logo
Suchen

JPMorgan rechnet mit US-Rezession – Fed-Zinssenkungen rücken näher

Investing.comApr 4, 2025 10:42 PM
facebooktwitterlinkedin
Alle Kommentare anzeigen0

Investing.com - Eine unerwartet düstere Prognose von JPMorgan (NYSE:JPM) hat am Freitag für Aufsehen gesorgt. Der Chefvolkswirt der US-Großbank, Michael Feroli, kappte die Wachstumserwartung für die US-Wirtschaft deutlich – und das nicht zu knapp: Statt einem moderaten Plus von 1,3 Prozent rechnet die Bank nun mit einem Rückgang des realen Bruttoinlandsprodukts um 0,3 Prozent im laufenden Jahr.

Hintergrund sind neue Strafzölle, die die Trump-Regierung angekündigt hat. Diese könnten laut Feroli nicht nur das Wachstum bremsen, sondern auch die Inflation weiter anheizen. Entsprechend hob JPMorgan auch seine Prognose für die Kerninflation deutlich an – von zuvor drei auf jetzt 4,4 Prozent.

  • Ihr persönlicher Investment-Analyst: WarrenAI bietet Ihnen Echtzeit-Daten, Einblicke und Interpretationen – perfekt für smarte Entscheidungen. Mehr erfahren

Serie von Zinssenkungen erwartet

Trotz höherer Preise bleibt die Hoffnung auf eine geldpolitische Lockerung. JPMorgan geht davon aus, dass die US-Notenbank bereits im Juni mit Zinssenkungen beginnt – und dann bei jeder Sitzung bis Januar nachlegt. Der Leitzins könnte demnach von aktuell 4,5 Prozent auf 3,0 Prozent sinken. Allerdings sieht die Bank das größere Risiko eher in einem späteren als in einem früheren Start.

Konsumenten könnten auf der Bremse bleiben

Besonders deutlich dürfte sich der Effekt der neuen Zölle im Geldbeutel der Verbraucher zeigen: Höhere Preise bei gleichzeitig stagnierenden Einkommen könnten die Kauflaune dämpfen – womöglich stärker als nach der Pandemie. Damals hatten viele Haushalte noch von kräftigen Lohnzuwächsen profitiert, diese fielen zuletzt aber deutlich moderater aus.

Hinzu kommt laut Feroli eine gewisse Zurückhaltung bei den privaten Ersparnissen. Viele US-Bürger dürften angesichts der unsicheren Lage zögern, ihre Rücklagen anzutasten, um Konsumgewohnheiten aufrechtzuerhalten.

Export unter Druck – schwächstes Wachstum im zweiten Halbjahr

Auch auf der Exportseite erwartet JPMorgan Gegenwind. Retorsionszölle – insbesondere aus China – könnten die US-Ausfuhren belasten, so Feroli weiter. Die Bank rechnet mit einer besonders schwachen Entwicklung in der zweiten Jahreshälfte: Sowohl im dritten als auch im vierten Quartal wird mit einer Schrumpfung gerechnet. Das liege auch an gegenläufigen Effekten aus dem ersten Quartal, etwa bei Importen und Lageraufbau.

Stagflation im Anmarsch?

Die Kombination aus schwachem Wachstum und hoher Inflation – ökonomisch als „Stagflation“ gefürchtet – dürfte auch für die US-Notenbank zur Herausforderung werden. Laut Feroli könnte am Ende aber die Entwicklung am Arbeitsmarkt den Ausschlag geben. Sollten die Löhne spürbar langsamer steigen, hätte die Fed wohl mehr Spielraum, um sich stärker auf die Wachstumsrisiken zu konzentrieren – ohne gleich neue Inflationssorgen befeuern zu müssen.

Haftungsausschluss: Die auf dieser Website bereitgestellten Informationen dienen ausschließlich Bildungs- und Informationszwecken und stellen keine Finanz- oder Anlageberatung dar

Kommentare (0)

Klicken Sie auf die $-Schaltfläche, geben Sie das Symbol ein und wählen Sie eine Aktie, einen ETF oder einen anderen Ticker zum Verlinken aus.

0/500
Richtlinien für Kommentare
Wird geladen...

Empfohlene Artikel

FOMC-Protokoll: Fed wechselt zu neutraler Abwartehaltung, einige wenige Notenbanker sehen Notwendigkeit für Zinserhöhungen, Aufwärtsrisiken bei der Inflation werden zum Kernkonflikt

Die Federal Reserve hat am 8. Juli das Protokoll ihrer FOMC-Geldpolitiksitzung vom 16. und 17. Juni veröffentlicht. Das Dokument zeigt, dass die Politik der Fed vollständig in eine neutrale, abwartende Haltung übergegangen ist, wobei die Aufwärtsrisiken für die Inflation zum zentralen Widerspruch geworden sind. Diese FOMC-Sitzung sendete ein klares Signal, dass sich die Fed vollständig von ihrer bisherigen einseitigen Tendenz zu Zinssenkungen verabschiedet hat und in eine Phase zweiseitiger, flexibler geldpolitischer Beobachtung eingetreten ist. Eine höher als erwartet ausfallende Inflationshartnäckigkeit und deren Ausweitung sind die Hauptgründe für diesen Kurswechsel, während die Robustheit des Arbeitsmarktes und des Wirtschaftswachstums Spielraum für flexible geldpolitische Anpassungen bietet. Die Notenbankvertreter bestätigten einen weiteren Anstieg der Inflation und wiesen darauf hin, dass der Druck nicht mehr nur auf exogene Faktoren wie Energie und Zölle beschränkt ist. Stattdessen haben sich die Preissteigerungen auf eine breite Palette von Kategorien wie Transport, Flugtickets und Öl ausgeweitet, während die Dienstleistungsinflation ohne Wohnungsbau fast keine Verbesserung zeigt. Kurzfristig wird mit der Erholung der Schifffahrt durch die Straße von Hormus und dem Nachlassen der marginalen Effekte von Zöllen mit einem allmählichen Rückgang der Inflation gerechnet.
tradingkey.logo
* Referenzen, Analysen und Handelsstrategien werden vom Drittanbieter Trading Central bereitgestellt, und der Standpunkt basiert auf der unabhängigen Bewertung und Beurteilung des Analysten, ohne die Anlageziele und die finanzielle Situation der Investoren zu berücksichtigen.
Risikohinweis: Unsere Website und mobile App bieten lediglich allgemeine Informationen zu bestimmten Anlageprodukten. Finsights stellt keine Finanzberatung oder Empfehlung für ein Anlageprodukt bereit, und die Bereitstellung solcher Informationen darf nicht als Finanzberatung durch Finsights ausgelegt werden.
Anlageprodukte unterliegen erheblichen Anlagerisiken, einschließlich des möglichen Verlusts des investierten Kapitals und sind möglicherweise nicht für jeden geeignet. Die vergangene Wertentwicklung von Anlageprodukten ist nicht unbedingt ein Hinweis auf deren zukünftige Wertentwicklung.
Finsights kann Drittanbietern oder Partnern erlauben, Werbung auf unserer Website oder in unserer mobilen App oder in Teilen davon zu platzieren oder bereitzustellen. Finsights kann für diese Anzeigenvergütung erhalten, basierend auf Ihrer Interaktion mit den Werbeanzeigen.
© Urheberrecht: FINSIGHTS MEDIA PTE. LTD. Alle Rechte vorbehalten.