tradingkey.logo
tradingkey.logo
Suchen

Zolloffensive befeuert Inflation – was macht die Fed?

Investing.comApr 3, 2025 9:36 PM
facebooktwitterlinkedin
Alle Kommentare anzeigen0

Investing.com - Die von Donald Trump am 2. April verkündeten neuen Strafzölle haben an den Märkten für Turbulenzen gesorgt - und könnten deutlich stärkere Auswirkungen haben als zunächst erwartet. Analysten der US-Bank Citi rechnen damit, dass die Maßnahmen die Inflation spürbar anheizen. An ihrer Einschätzung zur US-Geldpolitik halten sie aber fest: Die Federal Reserve (Fed) dürfte ihrer Meinung nach trotz des steigenden Preisdrucks in diesem Jahr fünf Zinssenkungen vornehmen.

  • KI trifft Börsenerfolg: Über 30 Börsenstrategien zeigen Ihnen die besten Aktienideen – basierend auf Daten, nicht Bauchgefühl. Mehr erfahren

Mit den neuen Abgaben hat sich der durchschnittliche effektive Zollsatz der USA laut Citi schlagartig auf über 25 Prozent erhöht - noch vor wenigen Monaten lag er nur im niedrigen einstelligen Bereich. Entsprechend groß ist die Sorge, dass sich daraus ein Paradigmenwechsel im Welthandel entwickeln könnte, verbunden mit zusätzlichem Inflationsdruck.

„Die meisten dieser Zölle dürften erst einmal bestehen bleiben“, heißt es in einer aktuellen Einschätzung der Bank. Das dürfte ausreichen, um die Inflation spürbar zu treiben. Für die Kerninflation halten die Experten nun Werte von bis zu vier Prozent bis Jahresende für möglich.

Trotzdem gehen die Citi-Analysten nicht davon aus, dass die US-Notenbank deshalb auf ihrem aktuellen Zinsniveau verharren wird. Entscheidend sei der Arbeitsmarkt - und der zeige inzwischen klare Zeichen der Abkühlung. „Am Ende erwarten wir, dass die Fed ihrem Beschäftigungsmandat den Vorrang gibt und sich dovish zeigt“, schreiben die Experten. Insgesamt rechnen sie mit Zinssenkungen im Umfang von 125 Basispunkten - aufgeteilt auf fünf Schritte.

Die Strafzölle bringen für Trump unterdessen nicht nur wirtschaftliche Risiken mit sich, sondern auch politisches Potenzial. So könnten sie laut Schätzungen rund 700 Milliarden Dollar jährlich in die Staatskasse spülen - vorausgesetzt, das Handelsdefizit bleibt konstant. Finanzminister Bessent brachte am Mittwoch ins Spiel, dass dieses Geld zur Finanzierung neuer Steuersenkungen genutzt werden könnte.

Ein wichtiges Datum dürfte dabei der Sommer sein. Dann wird in den USA über das sogenannte „Reconciliation Bill“ entschieden - ein Gesetzespaket, das unter anderem steuerpolitische Maßnahmen umfasst. Citi hält es für wahrscheinlich, dass die Regierung die neuen Zölle mindestens bis dahin aufrechterhält.

In eigener Sache: Über 1200 Kennzahlen für Ihre Suche: Mit dem Screener finden Sie Titel, die Ihren Kriterien entsprechen – von Value bis Growth. Mehr erfahren

Haftungsausschluss: Die auf dieser Website bereitgestellten Informationen dienen ausschließlich Bildungs- und Informationszwecken und stellen keine Finanz- oder Anlageberatung dar

Kommentare (0)

Klicken Sie auf die $-Schaltfläche, geben Sie das Symbol ein und wählen Sie eine Aktie, einen ETF oder einen anderen Ticker zum Verlinken aus.

0/500
Richtlinien für Kommentare
Wird geladen...

Empfohlene Artikel

FOMC-Protokoll: Fed wechselt zu neutraler Abwartehaltung, einige wenige Notenbanker sehen Notwendigkeit für Zinserhöhungen, Aufwärtsrisiken bei der Inflation werden zum Kernkonflikt

Die Federal Reserve hat am 8. Juli das Protokoll ihrer FOMC-Geldpolitiksitzung vom 16. und 17. Juni veröffentlicht. Das Dokument zeigt, dass die Politik der Fed vollständig in eine neutrale, abwartende Haltung übergegangen ist, wobei die Aufwärtsrisiken für die Inflation zum zentralen Widerspruch geworden sind. Diese FOMC-Sitzung sendete ein klares Signal, dass sich die Fed vollständig von ihrer bisherigen einseitigen Tendenz zu Zinssenkungen verabschiedet hat und in eine Phase zweiseitiger, flexibler geldpolitischer Beobachtung eingetreten ist. Eine höher als erwartet ausfallende Inflationshartnäckigkeit und deren Ausweitung sind die Hauptgründe für diesen Kurswechsel, während die Robustheit des Arbeitsmarktes und des Wirtschaftswachstums Spielraum für flexible geldpolitische Anpassungen bietet. Die Notenbankvertreter bestätigten einen weiteren Anstieg der Inflation und wiesen darauf hin, dass der Druck nicht mehr nur auf exogene Faktoren wie Energie und Zölle beschränkt ist. Stattdessen haben sich die Preissteigerungen auf eine breite Palette von Kategorien wie Transport, Flugtickets und Öl ausgeweitet, während die Dienstleistungsinflation ohne Wohnungsbau fast keine Verbesserung zeigt. Kurzfristig wird mit der Erholung der Schifffahrt durch die Straße von Hormus und dem Nachlassen der marginalen Effekte von Zöllen mit einem allmählichen Rückgang der Inflation gerechnet.
tradingkey.logo
* Referenzen, Analysen und Handelsstrategien werden vom Drittanbieter Trading Central bereitgestellt, und der Standpunkt basiert auf der unabhängigen Bewertung und Beurteilung des Analysten, ohne die Anlageziele und die finanzielle Situation der Investoren zu berücksichtigen.
Risikohinweis: Unsere Website und mobile App bieten lediglich allgemeine Informationen zu bestimmten Anlageprodukten. Finsights stellt keine Finanzberatung oder Empfehlung für ein Anlageprodukt bereit, und die Bereitstellung solcher Informationen darf nicht als Finanzberatung durch Finsights ausgelegt werden.
Anlageprodukte unterliegen erheblichen Anlagerisiken, einschließlich des möglichen Verlusts des investierten Kapitals und sind möglicherweise nicht für jeden geeignet. Die vergangene Wertentwicklung von Anlageprodukten ist nicht unbedingt ein Hinweis auf deren zukünftige Wertentwicklung.
Finsights kann Drittanbietern oder Partnern erlauben, Werbung auf unserer Website oder in unserer mobilen App oder in Teilen davon zu platzieren oder bereitzustellen. Finsights kann für diese Anzeigenvergütung erhalten, basierend auf Ihrer Interaktion mit den Werbeanzeigen.
© Urheberrecht: FINSIGHTS MEDIA PTE. LTD. Alle Rechte vorbehalten.