Große Investoren bei Ethereum (ETH) haben ihre Bestände in den vergangenen Tagen deutlich aufgestockt. Daten des Analyseanbieters Lookonchain zufolge haben mehrere Wallets innerhalb der letzten 24 Stunden ETH von Kryptobörsen abgezogen.
Vier große Wallets zogen am Dienstag insgesamt 64.763 ETH von den Handelsplattformen Binance und Bitget ab. Eine weitere Wallet, die BitMine zugerechnet wird, transferierte 67.111 ETH von Kraken. Zudem bauen weitere Großinvestoren auf der Plattform Hyperliquid verstärkt Long-Positionen in ETH auf.
Ein ähnliches Bild zeigt sich bei Wallets mit Beständen zwischen 10.000 und 100.000 ETH. Diese erhöhten ihre gemeinsamen Bestände am Wochenende um rund 850.000 ETH.
Der sogenannte Exchange Netflow, der die Differenz zwischen Zu- und Abflüssen auf Kryptobörsen misst, deutet darauf hin, dass ein Großteil dieses Anstiegs auf Abhebungen von der Plattform OKX zurückgeht. Gleichzeitig könnte ein solcher Anstieg, wenn er nur von einer einzelnen Adresse ausgeht, auch auf interne Wallet-Verschiebungen einer Börse und nicht zwingend auf Käufe durch Großinvestoren hindeuten.
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ETH-Exchange-Netflows (OKX). Quelle: CryptoQuant
Unterdessen verzeichneten kleinere Investoren – also Wallets mit Beständen zwischen 100 und 1.000 sowie 1.000 und 10.000 ETH –, die in den vergangenen Wochen kontinuierlich verkauft hatten, zuletzt kaum Veränderungen in ihren Beständen.
Auch sogenannte Taker, also Investoren, die über Marktorders handeln, zeigen sich zunehmend optimistisch. Das Netto-Taker-Volumen bei ETH-Futures erreichte in den vergangenen Tagen einen Wert von plus 133 Millionen US-Dollar.
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ETH-Netto-Taker-Volumen. Quelle: CryptoQuant
Die rückläufige Verkaufsaktivität bei privaten Anlegern, die zunehmenden Käufe durch Großinvestoren sowie das positive Taker-Volumen deuten darauf hin, dass sich die Stimmung rund um die führende Kryptowährung allmählich verbessert.
Allerdings hat der Coinbase-Premium-Index, ein Maß für die Stimmung US-amerikanischer Investoren, erneut ins Negative gedreht und signalisiert ein nachlassendes Interesse in der Region. Zudem verzeichneten börsengehandelte Spot-ETFs auf ETH in den USA laut Daten von SoSoValue zuletzt fünf Tage in Folge Mittelabflüsse.
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ETH-Coinbase-Premium-Index. Quelle: CryptoQuant
Vor diesem Hintergrund dürfte sich der ETH-Kurs zunächst in einer Seitwärtsbewegung bewegen, bis sich positive Signale über mehrere Kennzahlen hinweg bestätigen.
In den vergangenen 24 Stunden wurden Positionen im Wert von 55,1 Millionen US-Dollar liquidiert, davon entfielen 41,7 Millionen US-Dollar auf Short-Positionen, wie Daten von Coinglass zeigen.
Im Tageschart notiert ETH derzeit nahe 2.160 US-Dollar. Kurzfristig zeigt sich ein leicht positiver Trend, da sich der Kurs oberhalb des 20-Tage-Durchschnitts bei rund 2.120 US-Dollar hält und sich von früheren Schlusskursbereichen um 2.050 US-Dollar entfernt.
Der 20-Tage-Durchschnitt zeigt nach oben und entfernt sich zunehmend vom sich abflachenden 50-Tage-Durchschnitt oberhalb von 2.190 US-Dollar. Dies deutet auf eine kurzfristige Erholung hin, während der übergeordnete Abwärtstrend, definiert durch den weiter entfernten 100-Tage-Durchschnitt bei etwa 2.455 US-Dollar, weiterhin intakt bleibt.
Der Relative-Stärke-Index (RSI) liegt bei rund 53 und signalisiert moderaten Aufwärtsdruck ohne Überhitzung. Gleichzeitig deutet ein fallender Stochastik-Oszillator im Bereich der niedrigen 40er darauf hin, dass die jüngste Aufwärtsbewegung in eine Konsolidierungsphase übergeht, statt in eine erneute Abwärtsbewegung.
ETH/USDT-Tageschart
Eine erste Unterstützung liegt bei etwa 2.108 US-Dollar, wo sich ein horizontaler Bereich knapp unterhalb des 20-Tage-Durchschnitts befindet. Eine weitere Unterstützung ergibt sich bei 1.741 US-Dollar, falls der Verkaufsdruck zunimmt. Ein nachhaltiger Rückgang unter 2.108 US-Dollar könnte diese untere Zone in den Fokus rücken und den aktuellen Erholungstrend gefährden.
Auf der Oberseite bleibt der Bereich um den 50-Tage-Durchschnitt ein zentraler Widerstand. Weitere Hürden liegen bei 2.390 und 2.746 US-Dollar. Ein Tagesschlusskurs oberhalb von 2.390 US-Dollar könnte den Weg in Richtung dieser höheren Widerstandszone ebnen und die laufende Erholung verlängern.