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Bitcoin wackelt: Milliardenabzug bei ETFs drückt die Stimmung

FXStreetJan 28, 2026 6:57 AM

Der Bitcoin-Kurs (BTC) hat sich am Montag leicht erholt und notiert zum Zeitpunkt der Veröffentlichung nahe der zuvor unterschrittenen Mittellinie eines horizontalen Parallelkanals bei rund 88.000 US-Dollar, nachdem er in der Vorwoche um mehr als sieben Prozent gefallen war. Die bärische Einschätzung verfestigt sich, da Bitcoin-Spot-ETFs Abflüsse von mehr als 1,3 Milliarden US-Dollar verzeichneten – der zweithöchste wöchentliche Mittelabzug seit ihrer Auflegung. Zudem verweist ein Bericht von CryptoQuant darauf, dass sich die Gewinnentwicklung sogenannter „Crypto Kings“ ins Negative gedreht hat, was auf eine kurzfristige Schwäche hindeutet.

Nachlassende Nachfrage von Institutionellen belastet Kurse

Die institutionelle Nachfrage nach Bitcoin hat sich in der vergangenen Woche abgeschwächt. Nach Daten von SoSoValue verzeichneten Spot-Bitcoin-ETFs in der Vorwoche Nettoabflüsse von insgesamt 1,33 Milliarden US-Dollar – der zweithöchste Wochenwert seit Einführung der Produkte. Sollten sich diese Abflüsse fortsetzen oder verstärken, könnte der Bitcoin-Kurs weiter unter Druck geraten.

Gesamte Nettozuflüsse von Bitcoin-Spot-ETFs. Quelle: SoSoValue

Die Woche im Blick

QCP Capital berichtete am Montag, dass sich der Kryptomarkt am Wochenende in einer engen Handelsspanne bewegt habe, bevor er während der frühen asiatischen Handelsstunden unter Druck geraten sei. Dies habe Liquidationen gehebelter Long-Positionen im Umfang von mehr als 550 Millionen US-Dollar ausgelöst.

Der Analyst erklärte weiter, dass die Risk-off-Bewegung offenbar durch eine Kombination makroökonomischer Faktoren ausgelöst worden sei. Dazu zählten Äußerungen von US-Präsident Donald Trump über mögliche Strafzölle von 100 Prozent auf kanadische Importe, erneute Sorgen über einen teilweisen Stillstand der US-Regierung sowie anhaltende Unsicherheit über eine mögliche koordinierte Intervention der USA und Japans zur Stabilisierung des Yen.

„Mit Blick nach vorn dürfte die implizite Volatilität angesichts eines dichten makroökonomischen Terminkalenders hoch bleiben. Neben anhaltenden geopolitischen und fiskalischen Schlagzeilen stehen wichtige Tech-Unternehmenszahlen sowie eine geldpolitische Entscheidung der US-Notenbank am Mittwoch an. Während allgemein erwartet wird, dass die Federal Reserve (Fed) die Zinsen unverändert lässt, werden Investoren genau auf die Hinweise von Jerome Powell zum künftigen geldpolitischen Kurs achten. Solange mehrere makroökonomische Risiken ungelöst bleiben, dürften die Kryptopreise kurzfristig volatil seitwärts tendieren – insbesondere im Zusammenhang mit der Gefahr eines Regierungsstillstands in den USA“, erklärte der Analyst von QCP Capital.

Regimewechsel im Markt

Der wöchentliche Bericht von CryptoQuant hebt einen Regimewechsel in der Marktstruktur von Bitcoin hervor, da sich die Gewinnentwicklung ins Negative gedreht habe. Dies deute auf einen Übergang von Gewinnmitnahmen hin zu realisierten Verlusten hin.

Die untenstehende Grafik zeigt, dass Bitcoin-Anleger im Dezember 2025 erstmals seit Oktober 2023 wieder Nettoverluste realisierten. Seit dem 23. Dezember des vergangenen Jahres summieren sich die realisierten Verluste der vergangenen 30 Tage auf rund 69.000 Bitcoin. Zudem sind die Spitzen der realisierten Gewinne seit März 2024 rückläufig – ein Hinweis darauf, dass der Aufwärtsdynamik im Zuge des auslaufenden Bullenmarktes die Kraft ausgeht.

Bitcoin: Netto realisierte Gewinne und Verluste (30 Tage). Quelle: CryptoQuant

Das aktuelle Muster ähnelt stark dem Übergang vom Bullen- zum Bärenmarkt in den Jahren 2021 bis 2022. Damals erreichten die realisierten Gewinne im Januar 2021 ihren Höhepunkt, bildeten im Verlauf des Jahres niedrigere Hochs aus und drehten vor Beginn des Bärenmarktes 2022 in Nettoverluste.

Bitcoin: Netto realisierte Gewinne und Verluste (30 Tage). Quelle: CryptoQuant

Bitcoin-Ausblick: Indikatoren signalisieren Abwärtsrisiken

Der Bitcoin-Kurs schloss am Sonntag unterhalb der Mittellinie eines horizontalen Parallelkanals bei 87.787 US-Dollar, nachdem er in der Vorwoche um 7,4 Prozent korrigiert hatte. Am Montag erholte sich BTC leicht und näherte sich diesem zuvor unterschrittenen Niveau erneut an.

Sollte es Bitcoin nicht gelingen, über 87.787 US-Dollar zu schließen, könnte sich der Rückgang bis zur unteren Begrenzung der Konsolidierungszone bei 85.569 US-Dollar ausweiten, die zugleich dem 78,6-Prozent-Fibonacci-Retracement entspricht.

Der Relative-Stärke-Index (RSI) auf Tagesbasis liegt bei 40 und damit unter der neutralen Marke von 50, was auf zunehmenden Abwärtsdruck hindeutet. Marktteilnehmer sollten vorsichtig bleiben, da auch der MACD-Indikator in der vergangenen Woche ein bärisches Crossover gebildet hat und dieses weiterhin Bestand hat – ein weiteres Signal für fallende Kurse.

BTC/USDT-Tageschart

Auf der Oberseite könnte sich der Kurs hingegen weiter erholen, falls Bitcoin auf Tagesbasis über 87.787 US-Dollar ausbricht und schließt. In diesem Fall wäre ein Anstieg bis zur oberen Begrenzung der horizontalen Formation bei rund 90.000 US-Dollar möglich.

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