
IonQ investiert 1,8 Milliarden Dollar in den Kauf von SkyWater Technology und sichert sich damit die volle Kontrolle über seine eigene Chip-Lieferkette für Quantencomputer.
Laut dem Wall Street Journal gaben Führungskräfte bekannt, dass die Vereinbarung am Montag verkündet werden soll. Sie sieht eine Zahlung von 35 US-Dollar pro Aktie für SkyWater-Aktionäre vor, aufgeteilt in 15 US-Dollar cash und 20 US-Dollar in IonQ-Aktien.
„Damit wollen wir sicherstellen, dass wir das ‚Nvidia‘ der Quantentechnologie werden“, sagte Niccolò de Masi, CEO und Vorsitzender von IonQ, in einem Interview. „Es beschleunigt nicht nur unser Unternehmen, sondern die gesamte Quantenindustrie – zum Wohle unseres Landes.“
Die SkyWater-Aktie schloss am Freitag bei 31,32 US-Dollar, was einer Marktkapitalisierung von rund 1,5 Milliarden US-Dollar entspricht. IonQ hingegen, mit einem Wert von über 16 Milliarden US-Dollar, zahlt deutlich mehr, und es handelt sich keineswegs um eine günstige Übernahme.
Es ist ein entschlossener Versuch, kürzere Produktionszeiten, eine kostengünstigere Produktion und eine in den USA ansässige Chipfertigung zu erreichen, die nicht auf ausländische Anbieter angewiesen ist.
SkyWater stellt keine eigenen Chips her. Es handelt sich um eine neutrale Auftragsfertigungsfirma, die für andere Unternehmen produziert, darunter auch solche aus der Verteidigungs- und Luftfahrtindustrie.
De Masi erklärte, die Übernahme würde es IonQ ermöglichen, ein „vertikal integriertes Quantenplattform-Geschäft“ aufzubauen, bei dem das Unternehmen sowohl die Hardware als auch den Herstellungsprozess kontrolliert. Dies würde die Prozesse beschleunigen und die Kosten insgesamt senken.
tron der Trump-Regierung sowohl für Quantentechnologie als auch für die heimische Chipproduktion spielte bei der zeitlichen Abstimmung eine Rolle. „Der Rückenwind ist hier beträchtlich“, sagte de Masi.
SkyWater wird behalten und als hundertprozentige Tochtergesellschaft weitergeführt werden. Alle bestehenden Kunden werden weiterhin betreut. Laut Unternehmensführung wird SkyWater seinen Kunden künftig auch die Technologie von IonQ anbieten und über einen besseren Zugang zu Kapital verfügen.
Thomas Sonderman, der derzeitige CEO von SkyWater, bleibt weiterhin für die Gießerei verantwortlich, wird aber direkt an de Masi berichten.
Die Vereinbarung beinhaltet eine Kursuntergrenze, was bedeutet, dass der endgültige Preis der IonQ-Aktie je nach Kurs zum Zeitpunkt des Abschlusses schwanken kann. Dadurch sollen massive Kursschwankungen vermieden werden, die den Wert der Transaktion erheblich mindern könnten, falls sich der IonQ-Aktienkurs zu stark bewegt.
Letztes Jahr kaufte IonQ das britische Startup Oxford Ionics für über eine Milliarde Dollar. Außerdem übernahmen sie Lightsynq Technologies und Capella Space. Das sind drei Unternehmen in weniger als einem Jahr, und mit SkyWater sind es nun vier.
Die US-Regierung, insbesondere unter Trump, investiert massiv in Quantencomputing und künstliche Intelligenz, um China einen Schritt voraus zu sein. Das Handelsministerium hat bereits begonnen, die Fördermittel für diese Sektoren aufzustocken.
Die Hardware von IonQ basiert auf der Technologie der gefangenen Ionen, die laut Unternehmen im Vergleich zu anderen Quantensystemen eine höhere Genauigkeit ermöglicht. Ziel ist es, Probleme zu lösen, die herkömmliche Computer nicht bewältigen können – von der Medikamentenentwicklung bis zur nationalen Sicherheit.
Die großen Technologiekonzerne Microsoft, IBM und Alphabet arbeiten ebenfalls an ihren eigenen Quantencomputern und investieren Milliarden in die Lösung des Problems.
IonQ arbeitet bereits mit dem Verteidigungsministerium und anderen Bundesbehörden zusammen. Im September wurde eine eigene Abteilung für den Bundesbereich gegründet, die sich auf Regierungs- undtrackonzentriert.
IonQ ging 2021 durch eine SPAC-Fusion erstmals an die Börse.
Seitdem ist der Aktienkurs gestiegen, da Investoren stark auf die Zukunft des Quantencomputings gesetzt haben.
30 Tage lang kostenlos einer Premium- für den Krypto-Handel