
Der Dow Jones Industrial Average (DJIA) fiel am Freitag stark, nachdem Präsident Donald Trump seine Nominierung des ehemaligen Fed-Gouverneurs Kevin Warsh als Nachfolger von Jerome Powell als Vorsitzenden der Federal Reserve (Fed) bekannt gegeben hatte. Der S&P 500 (SP500) fiel um etwa 0,5%, während der technologieorientierte Nasdaq Composite um 0,6% nachgab. Der Blue-Chip-Dow fiel um etwa 0,9% oder rund 400 Punkte, belastet durch signifikante Rückgänge bei American Express (AXP), Visa (V) und IBM. Trotz des Rückgangs am Freitag bleiben alle drei großen Indizes auf Kurs, um im Monat Gewinne zu verzeichnen, mit einem Anstieg des S&P 500 um 1,8%, des Dow um 2,1% und des Nasdaq um 1,9% im Januar.
Trump kündigte auf Truth Social an, dass er Warsh, 55, einen ehemaligen Fed-Gouverneur, der von 2006 bis 2011 während der Finanzkrise diente, nominieren würde. Während Warsh historisch als geldpolitischer Hawk bekannt ist, der höhere Zinsen zur Bekämpfung der Inflation bevorzugte, hat er kürzlich seine Unterstützung für Zinssenkungen geäußert. Die Märkte betrachten Warsh als relativ stabilen Kandidaten, der wahrscheinlich nicht immer Trumps aggressive Zinssenkungspräferenzen folgen wird, was die Bedenken hinsichtlich der Unabhängigkeit der Fed mildert. Der US-Dollar stieg nach der Ankündigung, während die Treasury-Renditen stabil blieben, was auf das Vertrauen der Anleger in die Nominierung hinweist. Warsh steht jedoch vor einem herausfordernden Bestätigungsprozess im Senat, wobei der republikanische Senator Thom Tillis droht, alle Fed-Nominierungen zu blockieren, bis das Justizministerium seine Untersuchung von Vorsitzendem Powell abschließt.
Eine Vielzahl von Unternehmensgewinnen sorgte am Freitag für Volatilität. Apple (AAPL) meldete nach Börsenschluss am Donnerstag Rekordzahlen für das erste Geschäftsquartal, mit einem Umsatzanstieg von 16% im Jahresvergleich auf 143,8 Milliarden USD, angetrieben durch eine beispiellose Nachfrage nach iPhones. Dennoch fielen die Aktien am Freitag um etwa 1%, trotz der starken Ergebnisse, da CEO Tim Cook vor Druck durch steigende Speicherpreise warnte, die die Margen in den kommenden Quartalen belasten könnten. Verizon (VZ) war ein Lichtblick und stieg um über 6%, nachdem das Unternehmen die höchsten vierteljährlichen Neuzugänge seit 2019 verzeichnete und die Gewinnprognose für 2026 über den Erwartungen festlegte. Die Energieriesen ExxonMobil (XOM) und Chevron (CVX) übertrafen beide die Schätzungen trotz niedrigerer Ölpreise, wobei Chevron auf potenzielle Aufwärtsbewegungen durch erweiterte Aktivitäten in Venezuela hinwies. American Express (MA) fiel um über 3%, nachdem die Gewinnprognosen verfehlt wurden, während Visa und Mastercard beide starke vierteljährliche Ergebnisse lieferten, aber ihre Aktien fielen.
Trotz der Schwäche am Freitag schließen die Aktienmärkte den Januar positiv ab, nachdem ein volatiler Monat mit einer Rotation im Technologiesektor und politischer Unsicherheit verzeichnet wurde. Die Zinssenkung der Fed im Dezember und die anhaltende wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit haben das Anlegervertrauen gestärkt, auch wenn die Märkte mit erhöhten Treasury-Renditen und anhaltenden Inflationssorgen zu kämpfen haben. Die Aufmerksamkeit richtet sich nun auf den Bestätigungsprozess von Warsh und ob er in der politisch aufgeladenen Umgebung rund um die Fed-Politik navigieren kann. Da Powells Amtszeit im Mai endet, werden die Märkte genau auf Signale über die zukünftige Richtung der Geldpolitik unter neuer Führung achten.

Der Dow Jones Industrial Average, einer der ältesten Aktienindizes der Welt, setzt sich aus 30 der am häufigsten gehandelten US-Unternehmen zusammen. Er ist kursgewichtet, was ihm Kritik einbrachte, da er weniger repräsentativ ist als breitere Indizes wie der S&P 500.
Der Dow Jones Industrial Average (DJIA) wird von vielen Faktoren beeinflusst. Haupttreiber sind die Unternehmensgewinne, die in den Quartalsberichten der im Index vertretenen Unternehmen offengelegt werden. Auch makroökonomische Daten aus den USA und weltweit tragen zur Anlegerstimmung bei. Zinssätze, die von der Federal Reserve festgelegt werden, haben ebenfalls Einfluss auf den DJIA, da sie die Kreditkosten beeinflussen, auf die viele Unternehmen stark angewiesen sind.
Die Dow-Theorie, entwickelt von Charles Dow, ist eine Methodik zur Identifizierung von Markttrends. Dabei wird die Richtung des Dow Jones Industrial Average (DJIA) und des Dow Jones Transportation Average (DJTA) verglichen. Beide Indizes müssen in dieselbe Richtung tendieren, um einen Trend zu bestätigen. Die Theorie unterscheidet drei Phasen: Akkumulation, öffentliche Teilnahme und Distribution.
Der Dow Jones Industrial Average (DJIA) kann auf verschiedene Weise gehandelt werden. Eine Möglichkeit sind börsengehandelte Fonds (ETFs), die es Anlegern ermöglichen, den DJIA als einzelnes Wertpapier zu handeln, ohne Aktien aller 30 im Index enthaltenen Unternehmen zu kaufen. Ein bekanntes Beispiel ist der SPDR Dow Jones Industrial Average ETF (DIA). DJIA-Futures-Kontrakte ermöglichen es Händlern, auf den zukünftigen Wert des Index zu spekulieren, während Optionen das Recht bieten, den Index zu einem festgelegten Preis in der Zukunft zu kaufen oder zu verkaufen. Investmentfonds bieten eine diversifizierte Anlagemöglichkeit, indem sie ein Portfolio von DJIA-Aktien abbilden.