
Der Euro (EUR) hält sich am Donnerstag stabil gegenüber dem Britischen Pfund (GBP) und stabilisiert sich, nachdem er in der vorherigen Sitzung unter Druck geraten war, angesichts steigender Spekulationen, dass die Europäische Zentralbank (EZB) später in diesem Jahr die Zinssätze senken könnte. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts wird EUR/GBP in geringer Liquidität um die Marke von 0,8660 gehandelt.
Die Spekulationen über eine mögliche Zinssenkung der EZB wurden durch die jüngste Stärke des Euro gegenüber dem US-Dollar (USD) angeheizt, was frische Aufmerksamkeit von den politischen Entscheidungsträgern auf sich zieht.
Der Gouverneur der österreichischen Zentralbank, Martin Kocher, sagte diese Woche, dass ein anhaltend stärkerer Euro die politischen Entscheidungsträger letztendlich zum Handeln zwingen könnte. „Wenn der Euro weiter und weiter aufwertet, könnte dies irgendwann natürlich eine gewisse Notwendigkeit schaffen, in Bezug auf die Geldpolitik zu reagieren“, bemerkte Kocher und fügte hinzu, dass es nicht darum gehe, den Wechselkurs selbst zu steuern, „sondern weil der Wechselkurs zu weniger Inflation führt, und das ist natürlich ein geldpolitisches Thema.“
Der EZB-Ratsmitglied François Villeroy de Galhau wiederholte diese Bemerkungen und sagte, die Zentralbank überwache „diese Aufwertung des Euro und ihre möglichen Folgen in Bezug auf niedrigere Inflation“ und fügte hinzu, dass dies „einer der Faktoren ist, die unsere Geldpolitik und unsere Entscheidungen über die Zinssätze in den kommenden Monaten leiten werden.“
Die Overnight Index Swaps zeigen nun einen moderaten Anstieg der Wetten auf eine Lockerung, wobei die Märkte eine Wahrscheinlichkeit von etwa 26 % für eine Zinssenkung bei der Sitzung im September einpreisen, gegenüber rund 16 % vor den Kommentaren. Dennoch wird allgemein erwartet, dass die EZB ihre Politik bei der nächsten Sitzung am 4.-5. Februar unverändert lässt.
Auf der Datenfront fand der Euro etwas Unterstützung durch allgemein festere Stimmungsindikatoren aus der Eurozone. Der Geschäftsklimaindikator verbesserte sich im Januar auf -0,41 von -0,56 im Dezember. Der Wirtschaftsvertrauensindikator stieg auf 99,4, übertraf die Erwartungen und verbesserte sich von 97,2, während das Verbrauchervertrauen mit -12,4 stabil blieb, im Einklang mit den Prognosen.
Auf der britischen Seite bleiben die Anleger vorsichtig vor der für den 5. Februar angesetzten Sitzung der Bank von England (BoE), bei der allgemein erwartet wird, dass die Zentralbank die Zinssätze bei 3,75 % unverändert lässt, nachdem die jüngsten Inflationsdaten stärker als erwartet ausgefallen sind.
In der Zukunft wird sich der Fokus in der Eurozone auf die Veröffentlichung der vorläufigen BIP-Zahlen für das vierte Quartal und die Arbeitslosenquote am Freitag richten.