
Der japanische Yen (JPY) legt gegenüber dem US-Dollar (USD) um moderate 0,2 Prozent zu und versucht vorsichtig, seine jüngste Erholung gegenüber dem Greenback fortzusetzen. Gegenüber den übrigen G10-Währungen zeigt sich die japanische Devise jedoch defensiv, berichten die Chef-Devisenstrategen der Scotiabank, Shaun Osborne und Eric Theoret.
„In Japan richtet sich der Fokus auf die anstehende Wahl am 8. Februar. Marktteilnehmer bewerten dabei die Erfolgsaussichten von Premierministerin Takaichi sowie die Möglichkeit einer deutlich lockereren Fiskalpolitik. Auffällig ist der Ausverkauf bei japanischen Staatsanleihen: Die Renditen zehn-, zwanzig- und dreißigjähriger JGBs sind im Tagesverlauf kräftig gestiegen – um 9, 21 beziehungsweise 27 Basispunkte.“
„Der Abverkauf verstärkt zudem die Aufmerksamkeit für die Zinsentscheidung der Bank of Japan am Freitag. Zwar wird allgemein mit einer unveränderten Geldpolitik gerechnet, doch dürfte diese mit einem klar restriktiven Tonfall einhergehen. Die Notenbanker dürften versuchen, Erwartungen entgegenzutreten, wonach die Zentralbank künftig weniger unabhängig und stärker kooperativ agieren könnte.“
„Das Risiko von Devisenmarktinterventionen bleibt erhöht. Jüngste verbale Eingriffe des Finanzministeriums standen im Zusammenhang mit Kursniveaus von 158 und 159 im USD/JPY. Die technische Lage ist zwar weiterhin positiv, tendiert jedoch wieder in Richtung neutral. Kurzfristig rechnen wir mit einer erneuten Schwächephase bis hin zum 50-Tage-Durchschnitt bei 156,42.“