
USD/CAD gibt die jüngsten Gewinne aus der vorherigen Sitzung wieder ab und notiert während der asiatischen Handelsstunden am Freitag bei etwa 1,3710. Das Paar wertet ab, da der US-Dollar (USD) an Boden verliert aufgrund der Erwartungen an zwei weitere Zinssenkungen der Federal Reserve im Jahr 2026.
Die Märkte bereiten sich darauf vor, dass US-Präsident Donald Trump einen neuen Fed-Vorsitzenden nominieren wird, um Jerome Powell zu ersetzen, wenn seine Amtszeit im Mai endet, eine Maßnahme, die die Geldpolitik in Richtung niedrigerer Zinssätze verschieben könnte. Die Protokolle der FOMC-Sitzung im Dezember deuteten darauf hin, dass die meisten Teilnehmer der Meinung waren, dass es wahrscheinlich angemessen wäre, bei weiteren Zinssenkungen abzuwarten, wenn die Inflation im Laufe der Zeit zurückgeht. Unterdessen sagten einige Fed-Vertreter, es könnte am besten sein, die Zinsen eine Weile unverändert zu lassen, nachdem das Komitee 2025 drei Zinssenkungen vorgenommen hatte, um den schwächelnden Arbeitsmarkt zu unterstützen.
Der kanadische Dollar (CAD) erhält Unterstützung, da die jüngsten Mitteilungen der Bank of Canada (BoC) keine weiteren Straffungen signalisierten und eine wachsende Neigung zur Beibehaltung der Zinssätze zeigten. Statistics Canada berichtete von einem Rückgang des realen BIP um 0,3 % im Oktober, was bestätigte, dass der Wachstumsmomentum im vierten Quartal nachließ. Der S&P Global Canada Manufacturing Purchasing Managers’ Index (PMI) für Dezember wird später am Tag beobachtet.
Der rohstoffgebundene kanadische Dollar erhält Unterstützung gegenüber dem US-Dollar aufgrund höherer Ölpreise, angesichts Kanadas Status als größter Rohöl-Exporteur in die Vereinigten Staaten (US). Die Ölpreise könnten aufgrund potenzieller Versorgungsbedenken im Zuge eskalierender geopolitischer Spannungen steigen.
Berichten zufolge haben ukrainische Drohnen russische Ölanlagen angegriffen, während Russland und die Ukraine am Neujahrstag gegenseitige Vorwürfe über Angriffe auf Zivilisten erhoben, trotz intensiver Gespräche unter der Aufsicht von US-Präsident Donald Trump, die darauf abzielen, den fast vierjährigen Konflikt zu beenden.
Reuters berichtete, dass das US-Finanzministerium am Mittwoch Sanktionen gegen Öl-Händler angekündigt hat, die beschuldigt werden, der Maduro-Regierung in Venezuela bei der Umgehung von Beschränkungen geholfen zu haben, einschließlich vier Tankern, die angeblich Teil einer sogenannten "Schattenflotte" sind.
Der Preis für West Texas Intermediate (WTI) Öl hält sich nach moderaten Verlusten in der vorherigen Handelsperiode und notiert zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts bei etwa 57,60 USD. Händler warten auf das virtuelle Treffen der Organisation der erdölexportierenden Länder und ihrer Verbündeten (OPEC+) am Sonntag, mit der Erwartung, dass die Gruppe ihre Entscheidung aus dem November, weitere Produktionssteigerungen auszusetzen, aufrechterhalten wird.
Die Schlüsselfaktoren, die den kanadischen Dollar beeinflussen, sind vor allem die Zinspolitik der Bank of Canada, der Ölpreis als Hauptexportgut sowie die gesamtwirtschaftliche Lage des Landes. Auch das wirtschaftliche Verhältnis zu den USA spielt eine entscheidende Rolle.
Die Bank of Canada (BoC) übt erheblichen Einfluss auf den Kanadischen Dollar (CAD) aus, indem sie den Zinssatz festlegt, zu dem Banken sich gegenseitig Geld leihen. Dies wirkt sich auf die allgemeinen Zinssätze im gesamten Wirtschaftskreislauf aus. Das Hauptziel der BoC ist es, die Inflation durch Zinssatzanpassungen im Bereich von 1-3 % zu halten. Höhere Zinssätze wirken in der Regel stützend für den CAD, während quantitative Lockerungsmaßnahmen tendenziell eine abschwächende Wirkung auf die Währung haben.
Der Ölpreis spielt eine zentrale Rolle für den Wert des kanadischen Dollars. Als Kanadas wichtigstes Exportgut beeinflussen Preisschwankungen bei Erdöl den CAD unmittelbar. Steigt der Ölpreis, gewinnt auch der kanadische Dollar an Wert, da die Nachfrage nach der Währung steigt. Fällt der Ölpreis, gilt das Gegenteil. Hohe Ölpreise führen zudem häufig zu einer positiven Handelsbilanz, was den CAD zusätzlich stützt.
Inflation wurde traditionell als Bedrohung für Währungen angesehen, da sie deren Kaufkraft schmälert. Doch in einer globalisierten Welt mit gelockerten Kapitalverkehrskontrollen zeigt sich ein anderes Bild: Höhere Inflation zwingt Zentralbanken oft dazu, die Zinssätze anzuheben. Dies wiederum lockt internationale Investoren an, die nach attraktiven Anlagemöglichkeiten suchen, was die Nachfrage nach der heimischen Währung erhöht – wie im Fall des kanadischen Dollars.
Makroökonomische Datenveröffentlichungen dienen als Barometer für die wirtschaftliche Gesundheit und können den kanadischen Dollar spürbar beeinflussen. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), die Einkaufsmanagerindizes (PMI) für das verarbeitende Gewerbe und den Dienstleistungssektor, Beschäftigungszahlen sowie Konsumentenstimmungsumfragen spielen hierbei eine zentrale Rolle. Eine robuste wirtschaftliche Lage stärkt den kanadischen Dollar. Sie lockt nicht nur vermehrt ausländische Investitionen an, sondern könnte die Bank of Canada dazu veranlassen, die Zinsen anzuheben, was den CAD weiter stützt. Schwache Wirtschaftsdaten hingegen dürften zu einer Abwertung der Währung führen.