Asiatische Aktienrallye; KOSPI führt die Gewinne an, da Unterstützung durch US-Staatsanleihen Fed-/Iran-Risiken ausgleicht
- Asiatische Aktien steigen am Donnerstag, wobei Südkoreas KOSPI den breiteren Markt übertrifft.
- Das US-Finanzministerium griff ein, um den Druck auf den Anleihemarkt zu lindern, was die Stimmung stützte.
- Die hawkischen FOMC-Protokolle vom Mittwoch und die Pattsituation zwischen den USA und dem Iran könnten den Optimismus dämpfen.
Asiatische Aktien legten am Donnerstag zu, wobei Südkoreas KOSPI intraday um fast 6% sprang, nachdem die SK-Hynix-Aktien infolge der Ankündigung eines Aktienrückkaufs um mehr als 5% zulegten. Darüber hinaus gewinnen Japans Nikkei 225 und der Hang-Seng-Index 1%, während der Shanghai Composite – Chinas Leitindex – um rund 0,25% steigt, nachdem die People's Bank of China (PBOC) die Kreditvergabesätze im August den 15. Monat in Folge unverändert gelassen hat.
Das US-Finanzministerium kündigte an, die Rückkaufoperationen für langfristige Staatsanleihen zumindest zu verdoppeln, um die Kreditkosten unter Kontrolle zu halten. Dies nahm den Druck vom Anleihemarkt und ließ die Rendite 30-jähriger Anleihen von ihrem höchsten Stand seit Juni 2007 einbrechen. Auch die Anleihemärkte in Australien und Japan spiegelten die Entwicklung bei US-Treasuries wider, was die Stimmung hob und die Risikobereitschaft der Anleger für riskantere Vermögenswerte verbesserte.
Unterdessen zeigten sich die Ölpreise uneinheitlich, da Händler auf weitere Entwicklungen rund um die Krise im Nahen Osten warten. Präsident Donald Trump sagte, die USA würden die vernichtendste wirtschaftliche Operation gegen den Iran starten, und drohte jedem Land mit schweren finanziellen Strafen, das Teheran bei der Umgehung von Sanktionen hilft oder Geschäfte mit dem Iran macht. Dies geschieht, während die USA und der Iran weiterhin in der Straße von Hormus festgefahren sind.
Darüber hinaus stützen die am Mittwoch veröffentlichten hawkischen FOMC-Protokolle die Argumente für mindestens eine Zinserhöhung im Jahr 2026 und könnten den Marktoptimismus dämpfen. Tatsächlich waren viele Beamte der Ansicht, dass weitere Straffungen notwendig sein könnten, sofern es nicht zu weiteren Fortschritten bei der Senkung der Inflation kommt. Die jüngsten US-Daten zeigten zwar im Juli nachlassenden Preisdruck, doch die Inflation liegt weiterhin über dem 2%-Ziel der Fed.
Asiatische Aktien - Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Asien trägt rund 70 Prozent zum weltweiten Wirtschaftswachstum bei und beheimatet mehrere bedeutende Börsenbarometer. In den entwickelten Volkswirtschaften der Region ragen vor allem der Nikkei 225, der 225 Unternehmen an der Börse Tokio umfasst, sowie der südkoreanische KOSPI heraus. China verfügt mit dem Hang Seng Index, dem Shanghai Composite und dem Shenzhen Composite über drei zentrale Indizes. Als große Schwellenwirtschaft rückt zudem Indien stärker in den Fokus internationaler Investoren, die vermehrt in Unternehmen investieren, die im BSE Sensex und im Nifty 50 gelistet sind.
Die großen Volkswirtschaften Asiens unterscheiden sich deutlich in ihrer Struktur, entsprechend variieren auch die prägenden Sektoren. Technologieunternehmen haben in Japan und Südkorea ein starkes Gewicht und gewinnen auch in China zunehmend an Bedeutung. Finanzdienstleister prägen insbesondere Börsenplätze wie Hongkong oder Singapur, die als wichtige regionale Finanzzentren gelten. In China und Japan spielt zudem die Industrie eine zentrale Rolle, etwa in der Automobilproduktion oder der Elektronikfertigung. Mit dem Wachstum der Mittelschicht in Ländern wie China und Indien gewinnen außerdem Einzelhandel und E-Commerce an Bedeutung.
Die Entwicklung asiatischer Aktienindizes wird von einer Vielzahl an Faktoren beeinflusst. Maßgeblich sind vor allem die Geschäftszahlen der im jeweiligen Index enthaltenen Unternehmen, die im Rahmen von Quartals- und Jahresberichten veröffentlicht werden. Darüber hinaus spielen die wirtschaftlichen Fundamentaldaten der einzelnen Länder, geldpolitische Entscheidungen der Zentralbanken sowie die Fiskalpolitik der Regierungen eine wichtige Rolle. Auch politische Stabilität, technologischer Fortschritt und die Rechtsstaatlichkeit können die Märkte beeinflussen. Hinzu kommt die Entwicklung der US-Börsen, da sich viele asiatische Märkte häufig an den Vorgaben der Wall Street orientieren. Schließlich wirkt sich auch die allgemeine Risikostimmung an den Finanzmärkten aus, da Aktien im Vergleich zu festverzinslichen Wertpapieren als risikoreichere Anlageform gelten.
Aktieninvestitionen sind grundsätzlich mit Risiken verbunden. In Asien kommen spezifische regionale Faktoren hinzu. Die politischen Systeme reichen von gefestigten Demokratien bis hin zu autoritären Strukturen, wodurch sich Stabilität, Transparenz, Rechtsstaatlichkeit und Anforderungen an die Unternehmensführung teils deutlich unterscheiden. Geopolitische Spannungen wie Handelskonflikte oder territoriale Auseinandersetzungen können ebenso für Kursschwankungen sorgen wie Naturkatastrophen. Zudem beeinflussen Wechselkursbewegungen die Bewertung von Aktienmärkten in der Region. Besonders exportorientierte Volkswirtschaften reagieren empfindlich auf Währungsschwankungen: Eine starke Landeswährung kann die Wettbewerbsfähigkeit im Ausland beeinträchtigen, während eine schwächere Währung die Exportchancen verbessert.
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