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Die Schließung von BitMart verläuft chaotisch, da Mitarbeiter über ausstehende Lohnzahlungen berichten

CryptopolitanAug 17, 2026 10:03 AM
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Die Schließung von BitMart hat sich zu einer Vertrauensprobe für die gesamte Kryptobörsenbranche entwickelt. Aktuelle und ehemalige Mitarbeiter sowie Nutzer, die bereits von der Börse ausgesperrt sind, fordern Aufklärung über den Verbleib ihrer ausstehenden Gehälter und Gelder.

Der Konflikt entsteht, weil Händler die Anzeichen von Stress bei mittelgroßen Börsen beobachten. Aus Nutzersicht steht der Fall BitMart dafür, dass eine Börse Begriffe wie „verantwortungsvoll“ und „ordnungsgemäß“ verwenden kann, wenn sie den Betrieb einstellt, während die Nutzer auf ihr Geld warten. Diese Diskrepanz zwischen offiziellen Stellungnahmen und der Realität der Nutzer führt dazu, dass der Streit weit über BitMart selbst hinausgeht.

Mitarbeiter und Nutzer nennen Namen

Am 17. August kritisierte ein Account namens BitMart 币市 (@BitMart_zh) öffentlich das Management des Unternehmens und markierte in dem Beitrag auch Mitgründer Sheldon sowie den offiziellen Account der Börse. Der Account forderte eine Erklärung von BitMart und behauptete, dass mehrere Nutzer auch nach so langer Zeit ihre Guthaben nicht abheben konnten und viele Mitarbeiter ihren Lohn für den letzten Monat noch nicht erhalten hätten.

 

Die Kritik folgte auf Sheldons Aussage vom 8. August, in der er erklärte, das Unternehmen sei nicht „geflohen“ und werde dies auch in Zukunft nicht tun. Er riet den Nutzern außerdem, vorsichtig mit Screenshots und Leaks umzugehen, die von aktuellen und ehemaligen Mitarbeitern erstellt worden seien – entgegen seiner vorherigen Aussage. Er erwähnte, dass das Kernteam noch mit der Inventarisierung der Anlagen und der Systemwartung beschäftigt sei, bevor der nächste Schritt einer geordneten Abschaltung erfolgen solle.

Eingefrorene Auszahlungen und eine unbeantwortete Frage zur Zahlungsfähigkeit

Die Anschuldigungen der Mitarbeiter folgen auf einen schwerwiegenderen Vorwurf. Whale Alert berichtete am 10. August, dass einer der Mitbegründer von OpenGradient erklärte, sein Market-Making-Team könne kein Geld von BitMart abheben und zweifele an der Zahlungsfähigkeit der Börse. Das Unternehmen betonte, Auszahlungen würden weiterhin bearbeitet, und Sheldon wies jegliches Fehlverhalten im Zusammenhang mit Kundengeldern zurück.

Diese Zusicherung stammt vom 23. Mai, als BitMart die Auszahlungsprobleme auf ein System des sogenannten „Volume Farming“ mit 239 verknüpften Konten zurückführte. Die Börse versprach außerdem, ihre Reservenachweise „zu gegebener Zeit“ offenzulegen. Fast drei Monate sind seitdem vergangen, doch bisher wurde nichts bekannt gegeben.

Eine Schließungsuhr, die bis Januar 2027 läuft

Die Frist ist endgültig. Am 26. Juli gab , dass ab diesem Datum um 01:30 Uhr UTC keine neuen Einzahlungen, Anmeldungen oder Aufträge mehr angenommen werden. Der gesamte Handel mit Futures und Spot-Konten wird voraussichtlich am 26. August 2026 um 01:00 Uhr UTC eingestellt. Die Börse wird ihren Betrieb offiziell am 31. Januar 2027 um 15:59 Uhr UTC einstellen. Danach haben Kunden nur noch eingeschränkten Zugriff auf ihre Konten.

Während der Abwicklungsphase können Nutzer voraussichtlich weiterhin Auszahlungen vornehmen. BitMart hat die Nutzer gebeten, ihre Verifizierung abzuschließen und Auszahlungen bis zum 26. August um 05:00 Uhr UTC vorzunehmen. Das Unternehmen weist jedoch darauf hin, dass bei der Bearbeitung einiger Anfragen zusätzliche Compliance-Prüfungen durchgeführt werden können.

In ihrer Analyse vom 27. Juli stellte die Bitcoin Foundation fest, dass BitMart keinen Insolvenzantrag gestellt hat und noch nicht bekannt gegeben hat, in welchem Zeitraum Nutzer nach der Einstellung des Betriebs weiterhin Auszahlungen vornehmen können.

Warum Konkurrenten sich beeilen, ihre Reserven zu veröffentlichen

Der Vergleich mit Wettbewerbern lässt sich zunehmend nicht mehr ignorieren. MEXC veröffentlichte am 14. August einen Prüfbericht von Hacken zum Nachweis der Reserven. Laut Bericht wies MEXC für alle wichtigen Vermögenswerte eine Reservequote von über 100 % auf, darunter 288 % für Bitcoin. Das Unternehmen präsentierte die Ergebnisse im Kontext seiner Prognose zum anhaltenden Trend von Börsenfusionen im Jahr 2026.

Das ist die Botschaft aus BitMarts Schweigen. Da eine Börse ihren Betrieb einstellt, ohne ihre Zahlungsfähigkeit und die Bezahlung der Mitarbeiter zu klären, haben die Konkurrenten die Chance, die Kunden von ihrer besseren Finanzlage zu überzeugen.

Für Händler ist die Botschaft klar: Gebühren und Funktionen sind zwar wichtig, doch wenn das Vertrauen schwindet, sind reale Reserven entscheidender. Daher muss das Ende von BitMart nicht nur danach beurteilt werden, wie reibungslos der Abschluss verlief, sondern auch danach, wie transparent und verantwortungsvoll das Unternehmen mit den Geldern seiner Kunden umging.

 

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