Samsung erwägt 1-Milliarde-Euro-Beteiligung an Mistral im verschärften Wettlauf um KI-Chips
Samsungtronverhandelt über den Erwerb einer Beteiligung am französischen KI-Unternehmen Mistral. Durch diese Übernahme rückt der weltweit führende Speicherchip-Hersteller näher an eines der führenden europäischen KI-Unternehmen heran. Die Financial Times berichtete am 21. Juli als erstes Medium über die Verhandlungen; Axios und Yahoo Finance bestätigten die Information am Folgetag.
Die potenzielle Investition kann als Teil eines größeren Trends im KI-Markt betrachtet werden: Chiphersteller bieten nicht mehr nur Hardware an, sondern investieren auch in KI-Unternehmen. Anfang dieser Woche berichtete die Financial Times, dass AMD bereit sei, fast 5 Milliarden US-Dollar in Anthropologie zu investieren. Dies zeigt, wie Hardwarehersteller durch Kapitalinvestitionen und Partnerschaften neue Verbindungen zu KI-Unternehmen knüpfen
Eine Wette über 1 Milliarde Euro, die mit Chips verbunden ist
Berichten zufolge erwägt Samsung eine Investition von rund 1 Milliarde Euro (ca. 1,09 Milliarden US-Dollar). Dies würde die Unternehmensbewertung von Mistral auf etwa 20 Milliarden Euround damit die bisherige Bewertung von 11,7 Milliarden Euro nahezu verdoppeln. Berichten zufolge prüft auch der Scaleup Europe Fund von EQT verschiedene Optionen in diesem Zusammenhang.
Sollte die Finanzierungsrunde erfolgreich abgeschlossen werden, vereint sie Samsungs Unternehmensunterstützung mit europäischem institutionellem Kapital und stärkt damit Mistrals Position als eines der führenden KI-Unternehmen des Kontinents. TradingKey erwähnte zudem, dass Samsung möglicherweise einen Sitz im Aufsichtsrat von Mistral erhalten und Mistrals KI-Modelle in andere Samsung-KI-Chips vorinstallieren könnte. Dies würde eine weitreichende Partnerschaft mit Mistral schaffen, die über eine reine Finanzinvestition hinausgeht.
Warum ein Speicherchip-Riese einen KI-Kunden will
Samsung erkennt den klaren Vorteil: die Gewinnung eines langjährigen Kunden für seine hochmodernen Chips. Als einer der wenigen Hersteller von High-Bandwidth-Memory (HBM) und High-Level-Logikchips ist Samsung bestens positioniert, um von der rasant steigenden Nachfrage nach KI-Technologie zu profitieren. TradingKey hat festgestellt, dass die Nachfrage nach solchen Chips das Angebot übersteigt, wodurch zuverlässige Kunden umso wichtiger werden.
Mistral hätte einen ebenso bedeutenden Vorteil: eine stabile Versorgung mit Chips für das Training und den Betrieb leistungsfähigerer KI-Modelle. Laut den Journalisten Ivan Levingston und Tim Bradshaw von der Financial Times finden die Verhandlungen inmitten eines weltweiten Mangels an komplexen Chips statt, da die Hersteller dringend versuchen, ihre Produktion zu steigern.
Die mögliche Kooperation kommt für Samsung laut TradingKey zu einem schwierigen Zeitpunkt. Die Aktien seien im vergangenen Monat um fast 24 % gefallen, da Anleger die Entwicklung der Investitionen in KI mit Sorge betrachteten. Dennoch schloss die Aktie am Tag der Bekanntgabe der Verhandlungen in Seoul 0,58 % höher.
Europas Bestrebungen, seine KI-Architektur selbst zu kontrollieren
Mistral wurde 2023 in Paris gegründet und hat sich dank seiner hochentwickelten Open-Source-Sprachmodelle, die Kunden herunterladen unddentnutzen können, einen Namen als eines der führenden KI-Startups in Europa gemacht.
Diese Strategie gewinnt zunehmend an Bedeutung, da Unternehmen in ganz Europa ihre Abhängigkeit von amerikanischen KI-Technologieanbietern überprüfen. Nachdem die Trump-Regierung im letzten Monat den Zugang zu den Technologien Mythos und Fable von Anthropics eingeschränkt hatte, begannen Unternehmen, inländische Alternativen ernsthafter in Betracht zu ziehen. Ein europäischer Technologieinvestor erklärte gegenüber der Financial Times, dass diese Einschränkungen Skepsis gegenüber der Abhängigkeit von ausländischer KI-Technologie hervorgerufen hätten.
Reuters fasst den Trend ähnlich zusammen:
„In Europa und anderswo wächst das Interesse daran, die Abhängigkeit von US-amerikanischer Technologie zu verringern, damit andere Länder mehr Mitspracherecht bei ihrer zukünftigen Gesellschaft und Wirtschaft haben können.“
Laut TradingKey bedarf jede Investition von Samsung weiterhin der Zustimmung der europäischen Regulierungsbehörden. Beide Unternehmen haben sich bisher nicht öffentlich zu den gemeldeten Verhandlungen geäußert.
Die Gespräche begannen im Frühjahr auf einem Chip-Campus
Die Gespräche basieren auf der bereits bestehenden Verbindung zwischen den beiden Unternehmen. Im April traf sich Arthur Mensch, CEO von Mistral, mit Jeon Young-hyun, dem Leiter von Samsung Device Solutions, um die Lieferketten der KI-Chips im Samsung-Halbleiterwerk in Hwaseong zu erörtern. Dies geschah kurz nach dem Besuch des französischendent Emmanuel Macron in Südkorea, wo er Gespräche mitdent Lee Jae-myung führte.
CEO Arthur Mensch hatte zuvor erklärt, Mistral sei auf trac, bis Ende 2026 einen jährlichen wiederkehrenden Umsatz (ARR) von über einer Milliarde US-Dollar zu erzielen, was die rasante Akzeptanz in Unternehmen widerspiegele. Axios hebt hervor, dass die Finanzierungsrunde zu einem Zeitpunkt stattfindet, an dem chinesische KI-Entwickler, insbesondere Moonshot AI mit seinem Kimi-K3-Modell, den Druck auf US-amerikanische und europäische KI-Unternehmen erhöhen. Dieses breitere Wettbewerbsumfeld könnte strategische Investoren zu einem schnelleren Handeln bewegen.
Samsung hatte Mistral bereits zuvor über seine Risikokapitalsparte unterstützt. Die geplante Investition von einer Milliarde Euro würde die Zusammenarbeit beider Unternehmen ausbauen und ihnen ermöglichen, ihre Positionen im zunehmenden internationalen Wettbewerb um KI-Lösungen zu sichern.
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