Googles Frozen v2-Chip löst Aktienrallye aus
Die Aktien von Alphabet (NASDAQ: GOOG) stiegen um etwa 3 %, nachdem bekannt wurde, dass Google an einem neuen Serverchip arbeitet, der intern Frozen v2 genannt wird und der die Gemini-KI-Modelle effizienter ausführen soll.
Die Aktien der Klasse C schlossen am Freitag bei 346,12 US-Dollar, was einer Kursbewegung innerhalb des Tages von rund 11 US-Dollar pro Aktie entspricht.
Berichten zufolge wird der neue Serverchip voraussichtlich bereits im Jahr 2028 auf den Markt kommen.
Was soll Frozen v2 bewirken?
Frozen v2 ist so konzipiert, dass Teile der Gemini-Architektur dauerhaft direkt in den dedizierten Chip eingebettet werden, wodurch die Anzahl der Berechnungen und die Menge der Datenbewegungen, die zur Beantwortung von Anfragen erforderlich sind, reduziert werden.
Laut Google-Ingenieurenkönnten damit im Vergleich zu den neuesten KI-Chips des Unternehmens sechs- bis zehnmal mehr Token pro Energieeinheit eingespart werden.
Vereinfacht ausgedrückt: Anstatt sich auf einen Allzweck-Chip zu verlassen, der erst zur Laufzeit herausfinden muss, wie Gemini ausgeführt werden kann, würde der Chip von Anfang an die Blaupause von Gemini integriert haben, was den Stromverbrauch senkt und schnellere Reaktionszeiten ermöglicht.
Darüber hinaus wäre der Chip von Googles Tensor Processing Units (oder TPUs) getrennt und würde die Menge der Daten, die der Chip bewegen muss, reduzieren, wodurch er schneller auf Anfragen reagieren könnte.
Ein großes Problem des Designs besteht jedoch darin, dass der Chip nur dann mit zukünftigen Gemini-Modellen funktionieren würde, wenn Google an der gleichen zugrunde liegenden Architektur festhält.
Google betrachtet Frozen v2 derzeit als Testlauf und plant keine Serienproduktion im gleichen Umfang wie bei seinen TPUs. Je mehr Gemini-Funktionen in die Hardware integriert werden, desto effizienter wird der Chip, aber desto schwieriger gestaltet sich die Aktualisierung bei Weiterentwicklung des Modells. KI-Modelle entwickeln sich rasant.
Welchen Platz nimmt Frozen v2 in Googles umfassenderer Hardware-Strategie ein?
Google brachte seine erste Generation der Tensor Processing Unit (TPU) bereits 2016 auf den Marktund war damit einer der ersten Technologiekonzerne, der eigene Chips entwickelte, anstatt auf Nvidia-GPUs zu setzen. Seitdem hat Google mehrere TPUs veröffentlicht und setzt sie in seinen Cloud-Diensten und internen Systemen ein.
Mit Frozen v2 führt Google neben TPUs und Nvidia-GPUs, die sich besonders für flexible Aufgaben mit ständigen Modellaktualisierungen eignen, eine neue Rechenoption ein. Anstatt seine bisherige Hardwarestrategie zu ändern, bietet Google lediglich eine neue Option für Situationen, in denen Effizienz entscheidend ist und das Modell deutlich stabiler ist.
Warum Investoren das interessiert
Investoren betrachten Googles Hardwarestrategie als langfristigen Wettbewerbsvorteil und nicht nur als Möglichkeit, sich von Hardware von Drittanbietern unabhängig zu machen. Im November 2025 brachte das Unternehmen seine Ironwood TPU der siebten Generation, die als Alternative zu Nvidias KI-GPU diente.
Etwa zur gleichen Zeit kündigte Anthropic Pläne zur Integration von Google-Cloud-Technologien an, darunter eine Million TPUs zur Stromversorgung zukünftiger Claude-Modelle, was das Vertrauen in Googles hauseigenes Silizium-Ökosystem erheblich stärkte.
Diese Dynamik machte Google auch zu einer vertrauenswürdigen Alternative zu Nvidia im Bereich KI-Computing, was dazu führte, dass Alphabet im Mai 2026 nach Börsenschluss kurzzeitig Nvidia als wertvollstes Unternehmen der Welt überholte, bevor der Wert im Laufe der Woche wieder zurückfiel.
Das Investitionswachstum klingt zwar vielversprechend, doch es gibt noch ein großes Hindernis. Die Markteinführung des Chips wird erst 2028 erwartet, was bedeutet, dass er die aktuellen Energie- und Rechenzentrumskapazitätsprobleme von Google nicht lösen kann.
Darüber hinaus könnte das Design des Chips durch die rasante Entwicklung von KI-Modellen überholt werden, was dazu führen könnte, dass er bis zu seiner Markteinführung seinen Wettbewerbsvorteil verliert.
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