
Frankfurt, 05. Feb (Reuters) - Es folgt der Börsen-Ticker zu wichtigen Kursbewegungen an den internationalen Finanzmärkten und ihren Ursachen:
18.50 Uhr - Der Ausverkauf beim BitcoinBTC= hat sich beschleunigt. Die umsatzstärkste Kryptowährung verliert rund 7,5 Prozent auf 67.318 Dollar und verdoppelt damit ihre Verluste vom frühen Nachmittag. Unter Druck geraten dadurch die Aktien von Unternehmen aus der Kryptobranche: StrategyMSTR.O, MaraMARA.O, CoinbaseCOIN.O und BitfarmsBITF.O brechen um acht bis fast 13 Prozent ein. "Eine toxische Mischung aus Zinsängsten, der Auflösung hoch gehebelter Positionen und Gewinnmitnahmen treibt Investoren in die Flucht", resümierte Timo Emden vom Analysehaus Emden Research. "Sollten nun hartgesottene Marktteilnehmer Zweifel bekommen, könnte ein bislang stabilisierender Faktor ins Wanken geraten."
17.45 Uhr - US-Präsident Donald Trump will sich aus dem Bieterkampf um Warner Bros DiscoveryWBD.O heraushalten und treibt damit die Aktien von NetflixNFLX.O nach oben. Die Titel des US-Streamingdienstes rücken an der Wall Street um rund 1,5 Prozent vor. "Ich habe entschieden, mich nicht einzumischen. Das Justizministerium wird sich darum kümmern", sagte Trump in einem Interview mit dem US-Sender NBC News. Netflix will Warner Bros für 82,7 Milliarden Dollar übernehmen und konkurriert dabei mit einer feindlichen Offerte von Paramount SkydancePSKY.O in Höhe von 108,4 Milliarden Dollar. Trump hatte im Dezember erklärt, er werde bei der Entscheidung mitreden, da der Marktanteil des neuen Unternehmens wettbewerbsrechtliche Bedenken hervorrufen könnte.
15.30 Uhr - Die Ankündigung einer billigeren Kopie der Wegovy-Pille setzt Novo NordiskNOVOb.CO zu. Die Aktien des dänischen Arzneimittelherstellers verlieren in Kopenhagen rund zehn Prozent, die in den USA notierten TitelNVO.N fallen vorbörslich um 6,5 Prozent. Die US-Gesundheitsplattform Hims & Hers HealthHIMS.N will Kopien von Novos Wegovy-Pille zu einem Einführungspreis von 49 Dollar pro Monat auf den Markt bringen. Verwendet werde dafür der gleiche Wirkstoff wie bei Wegovy, Semaglutid. Sie soll nach einer ersten Zahlung 99 Dollar pro Monat kosten, verglichen mit 199 Dollar von Novo. Die Aktien von Hims & Hers steigen vorbörslich um 13 Prozent.
15.25 Uhr - Eine angehobene Prognose beflügelt die Aktien des US-Handtaschenherstellers TapestryTPR.N. Die Papiere des Eigentümers der Marke Coach klettern vorbörslich um mehr als sechs Prozent. Das Unternehmen rechnet nun für das Gesamtjahr mit einem bereinigten Gewinn je Aktie von 6,40 bis 6,45 Dollar, zuvor hatte es 5,45 bis 5,60 Dollar in Aussicht gestellt. Der Umsatz soll bei über 7,75 Milliarden Dollar liegen, verglichen mit einer früheren Prognose von rund 7,3 Milliarden Dollar. Als Grund für seinen Optimismus nannte Tapestry eine anhaltend starke Nachfrage nach teuren Handtaschen der Marke Coach Tabby, deren Umsatz im zweiten Quartal um 25 Prozent in die Höhe schnellte.
15.10 Uhr - Trotz einer hochgeschraubten Gewinnprognose gehen Rockwell AutomationROK.N auf Talfahrt. Die Papiere des Herstellers von Produkten zur Industrieautomatisierung geben im vorbörslichen US-Handel um knapp sieben Prozent nach. Der bereinigte Gewinn je Aktie soll im Gesamtjahr nun zwischen 11,40 und 12,20 Dollar liegen, womit der untere Wert der Spanne um 20 Cent angehoben wurde. Die Mitte der neuen Prognose liegt jedoch 22 Cent unter der durchschnittlichen Schätzung der Analysten pro Aktie, wie aus LSEG-Daten hervorgeht.
15.05 Uhr - Geschäftszahlen unter den Markterwartungen und der überraschende Abgang von Finanzchefin Liz Coddington setzen PelotonPTON.O unter Druck. Die Papiere des Herstellers von Fitnessgeräten rutschen im vorbörslichen US-Handel um 9,3 Prozent ab. Nach enttäuschenden Ergebnissen für das zweite Quartal rechnet das Unternehmen für das dritte Quartal mit einem Umsatz zwischen 605 und 625 Millionen Dollar. Analysten waren im Schnitt von 638,4 Millionen Dollar ausgegangen. Peloton teilte zudem mit, dass Coddington nach dem März ausscheiden werde, um eine neue Aufgabe außerhalb der Branche zu übernehmen. Das Unternehmen habe die Suche nach einem Nachfolger gestartet.
13.09 Uhr - Die Talfahrt bei den Kryptowährungen hält an: Erstmals seit November 2024 ist BitcoinBTC= am Donnerstag unter die psychologisch wichtige Marke von 70.000 Dollar gefallen. Die wichtigste Cyber-Devise gibt in der Spitze 3,8 Prozent auf 69.858 Dollar nach. Bitcoin ist in dieser Woche bereits um mehr als acht Prozent gefallen und hat damit seine Verluste in diesem Jahr auf gut 20 Prozent erhöht. Der EtherETH=-Kurs ist seit Anfang Januar um 30 Prozent eingebrochen. Seit Monaten sei bereits ein schleichender Abbau von Bewertung und Risikoappetit zu sehen, sagt Timo Emden von Emden Research. Aus der Kurskorrektur könnte sich nun eine handfeste Vertrauenskrise entwickelt. Den jüngsten Einbruch bei den Kryptowährungen führen Analysten auf die Ernennung von Kevin Warsh zum nächsten Vorsitzenden der US-Notenbank Fed zurück. Es wird erwartet, dass er die Bilanz der Fed verkleinern möchte. Risikoreiche Assets wie Kryptowährungen werden generell als Nutznießer einer großen Bilanz angesehen, da sie zu Kursgewinnen tendieren, wenn die Fed die Geldmärkte mit Liquidität versorgt. "Der Markt fürchtet einen Falken mit ihm", sagte Manuel Villegas Franceschi von Julius Bär. "Eine kleinere Bilanz wird Kryptowährungen keinen Rückenwind geben."
12.38 Uhr - Mit Enttäuschung aufgenommene Quartalszahlen lasten auf den Aktien des britischen Ölkonzerns ShellSHEL.L. Die Papiere fallen an der Londoner Börse zeitweise um 2,5 Prozent. Shell verfehlte die Erwartungen für den Nettogewinn im vierten Quartal. Er belief sich auf 3,3 Milliarden Dollar und lag damit unter der durchschnittlichen Schätzung der Analysten von 3,5 Milliarden Dollar.
11:50 Uhr - Höhere Rückstellungen als erwartet lassen den Kurs der spanischen Großbank BBVABBVA.MC einbrechen. Die Titel rutschen in der Spitze um mehr als sieben Prozent ab. Die Rückstellungen für Kreditverluste stiegen im vierten Quartal gegenüber dem Vorjahr um 19 Prozent auf 1,75 Milliarden Euro und lagen damit über den Prognosen von 1,66 Milliarden Euro. Insgesamt konnte das Finanzinstitut dank starker Geschäfte auf dem Heimatmarkt und in Mexiko seinen Gewinn steigern und damit eine Schwäche im türkischen Markt im vierten Quartal mehr als ausgleichen. Die Analysten von JP Morgan bezeichnen die Ergebnisse als "gemischt".
11.26 Uhr - Nach einem überraschend hohen Gewinn im vierten Quartal greifen die Anleger bei den Papieren von BNP ParibasBNPP.PA zu. Die Aktien der französischen Großbank steigen in Paris um bis zu 4,7 Prozent. Der Nettogewinn stieg um 28 Prozent auf 2,97 Milliarden Euro - Analysten hatten 2,84 Milliarden Euro erwartet. Die Analysten von JP Morgan bezeichnen die Ergebnisse als "beruhigend". Die Bank vermittle hinsichtlich ihres Kapitals Zuversicht und verbessere ihre Rentabilität.
10.30 Uhr - Aktien von RheinmetallRHMG.DE geraten stärker als andere Rüstungswerte unter die Räder. Die Aktien rutschen um bis zu 9,5 Prozent auf 1520,50 Euro ab und stehen so tief wie seit mehr als fünf Wochen nicht mehr. Damit steuern sie auf ihren größten Kursverlust innerhalb eines Tages seit mehr als zehn Monaten zu. Die Experten von Berenberg verwiesen in einem Marktkommentar darauf, dass der Konzern im Gespräch mit Analysten einen vorläufigen Umsatzausblick für das laufende Jahr geliefert habe. Dieser sei "enttäuschend" gewesen, hieß es bei Berenberg. Von Rheinmetall war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.
08.10 Uhr - Angesichts eines Hoffnungsschimmers im Konflikt zwischen dem Iran und den USA machen die Anleger bei Rüstungswerten Kasse. Aktien von RheinmetallRHMG.DE liegen im Frankfurter Frühhandel 4,5 Prozent im Minus, HensoldtHAGG.DE rutschen um 4,6 Prozent ab, RenkR3NK.DE verlieren drei Prozent. Die geplanten Atomgespräche zwischen dem Iran und den USA finden Außenminister Abbas Araghtschi zufolge am Freitag im Oman statt. Am Mittwoch schien das Treffen wegen Uneinigkeit zum Ort noch auf der Kippe zu stehen. Die Spannungen zwischen den beiden Ländern nahmen zu, nachdem US-Präsident Donald Trump der Regierung in Teheran mit Konsequenzen gedroht hatte, sollte keine Einigung erzielt werden.
08.10 Uhr - Folgende Aktien werden am Donnerstag mit Dividendenabschlag gehandelt:
Deutsche Unternehmen Angaben in Euro | Schlusskurs | Dividende |
Stabilus SESTM1.DE | 20,20 | 0,35 |
07.50 Uhr - Der Ausverkauf bei den Edelmetallen geht in eine neue Runde: Der Preis für SilberXAG= verbilligt sich um bis zu 16,4 Prozent auf 73,57 Dollar je Feinunze. Letzte Woche hatte das Edelmetall noch ein Rekordhoch von 121,64 US-Dollar erreicht. GoldXAU= wird mit 4794 Dollar je Feinunze zeitweise 3,4 Prozent billiger gehandelt. Seit dem Allzeithoch von 5594,82 Dollar je Feinunze Ende Januar hat das Edelmetall mehr als 14 Prozent verloren. Die Hoffnung auf eine Entspannung im Handelsstreit zwischen China und den USA wie auch die Aussicht auf Gespräche zwischen dem Iran und den USA machen die gern in Krisenzeiten angesteuerten Edelmetalle für Anleger weniger attraktiv. Zusätzlich befeuert wird der Preisrutsch durch die anziehende US-Währung. Der Dollar-Index.DXY markiert mit 97,82 Punkten den höchsten Stand seit fast zwei Wochen. Das verteuert Rohstoffe wie Gold und Silber, die in US-Dollar gehandelt werden, für Inhaber anderer Währungen.
07.10 Uhr - Die Einigung der USA und des Irans auf Gespräche im Oman lässt die Ölpreise purzeln. Anleger hoffen nun, dass ein potenzieller militärischer Konflikt zwischen den beiden Ländern, der die Öllieferungen aus der wichtigen Förderregion im Nahen Osten beeinträchtigen würde, vermieden werden kann. Das Nordseeöl BrentLCOc1 und das US-Öl WTICLc1 verbilligen sich in der Spitze um 2,5 Prozent auf 67,71 beziehungsweise 63,48 Dollar je Fass. Ursprünglich hätten die für Freitag geplanten Atomgespräche in Istanbul stattfinden sollen, der Iran hatte jedoch auf einer Verlegung bestanden. Spekulationen, das Treffen könnte scheitern, hatten die Ölpreise am Mittwoch in die Höhe schnellen lassen. Die geopolitische Risikoprämie beim Ölpreis sei etwas kleiner geworden, sagt Mukesh Sahdev von dem Energieberatungsunternehmen XAnalysts. Es sei jedoch wahrscheinlich, dass die Gespräche neue Differenzen zutage förderten und die Risikoprämie bald wieder steigen werde. US-Präsident Donald Trump hatte der Regierung in Teheran mit Konsequenzen gedroht, sollte in den Gesprächen keine Einigung erzielt werden.
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