
- von Echo Wang und Joey Roulette -
New York/Washington, 03. Feb (Reuters) - In einem Rekord-Deal bündelt Milliardär Elon Musk seine KI- und Raumfahrt-Aktivitäten. Er kündigte am Montag (Ortszeit) die Übernahme des Start-ups xAI durch den Raketenbauer SpaceX an. "Dies markiert nicht nur das nächste Kapitel, sondern das nächste Buch in der Mission von SpaceX und xAI."
Musks erklärtes Ziel ist es, "das Universum zu verstehen und das Licht des Bewusstseins bis zu den Sternen zu erweitern". Durch die gemeinsame Nutzung von Rechenleistung, Daten und Ingenieurswissen sollen die KI-Entwicklung beschleunigt als auch Pläne wie weltraumgestützte Rechenzentren vorangetrieben werden. Die Nachrichtenagentur Reuters hatte in der vergangenen Woche über die Pläne berichtet.
Einem Insider zufolge wird SpaceX im Rahmen dieser Transaktion mit einer Billion Dollar bewertet. xAI komme auf 250 Milliarden Dollar. Die Investoren des Entwicklers der Künstlichen Intelligenz (KI) Grok erhielten für jede ihrer Aktien 0,1433 SpaceX-Anteilsscheine. Einige xAI-Manager könnten sich wahlweise jeweils 75,46 Dollar je Aktie auszahlen lassen. Mit einem Gesamtvolumen von 1,25 Billionen Dollar ist dies die bislang größte Fusion überhaupt. Bislang hielt diesen Rekord die 203 Milliarden Dollar schwere Übernahme des deutschen Mannesmann-Konzerns durch VodafoneVOD.L im Jahr 2000. Weder Musk noch SpaceX oder xAI waren für eine Stellungnahme zu diesem Thema zu erreichen.
BÖRSENGANG UND "MUSKONOMY"
Die Übernahme von xAI gilt als Vorspiel für den geplanten Börsengang von SpaceX. Insidern zufolge könnte der Raketenbauer dabei einen Marktwert von 1,5 Billionen Dollar erreichen. Mit einem angepeilten Emissionsvolumen von bis zu 50 Milliarden Dollar wäre das Debüt von SpaceX das größte der Wirtschaftsgeschichte. Der Ölkonzern Saudi Aramco2222.SE hatte bei seinem Börsengang 2019 die bisherige Rekordsumme von rund 29 Milliarden Dollar eingenommen.
Mit dem Zusammenschluss von xAI und SpaceX verzahnt Musk erneut Unternehmen aus seinem Firmenimperium enger miteinander. In der vergangenen Woche hatte er den zwei Milliarden Dollar schweren Einstieg des Elektroautobauers TeslaTSLA.O bei xAI angekündigt. Im vergangenen Jahr hatte xAI den Kurznachrichtendienst X für 45 Milliarden Dollar übernommen. Experten zufolge will Musk damit ein System schaffen, in dem die verschiedenen Bereiche voneinander profitieren und schneller wachsen. Sie nennen diese Strategie "Muskonomy".
Den bereits börsennotierten US-Raumfahrtfirmen gab der Deal am Dienstag teilweise kräftigen Rückenwind. Die Aktien von Firmen wie Virgin GalacticSPCE.N, Rocket LabRKLB.O oder Sidus SpaceSIDU.O stiegen im vorbörslichen Handel an der Wall Street um bis zu 18,6 Prozent.
HÜRDEN AUF DEM WEG ZUR FUSION
SpaceX ist die weltweit größte Raumfahrtfirma mit Hunderten Raketenstarts. Ein wichtiger Kunde ist Starlink. Dieses Unternehmen, das Musk ebenfalls gehört, bietet Internet-Verbindungen per Satellit an. Daneben hat SpaceX milliardenschwere Aufträge von der US-Weltraumbehörde Nasa, dem Verteidigungsministerium und den Geheimdiensten erhalten. Daher kann die Regierung die Fusion von SpaceX und xAI verhindern, sollte sie Risiken für die nationale Sicherheit befürchten.
Eine weitere Hürde sind kartellrechtliche Bedenken. Die Behörden dürften unter anderem mögliche Interessenkonflikte prüfen, da Musk sowohl SpaceX als auch xAI leitet. Weitere Aspekte sind der potenzielle Austausch von Technologien und gegenseitige Verträge.