
TOP NEWS:
EU-SONDERGIPFEL - Die Europäische Union (EU) will nach der Debatte mit den USA um Grönland ihre Präsenz in der Arktis ausbauen und sich künftig entschlossener gegen Druck von außen zur Wehr setzen. "Wir arbeiten daran, die Beziehungen zwischen der EU und Grönland zu verbessern, und in diesem Zusammenhang wird die Kommission bald ein umfassendes Investitionspaket vorlegen", sagte Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen in der Nacht zum Freitag nach dem Ende des EU-Sondergipfels in Brüssel. Auf dem Gipfel bekräftigten die Staats- und Regierungschefs zudem ihren Willen, das Handelsabkommen mit den südamerikanischen Mercosur-Staaten zügig voranzubringen. Eine Entscheidung sei jedoch noch nicht gefallen, so von der Leyen.
UKRAINE - Russland hat nach Gesprächen mit US-Gesandten einem trilateralen Treffen mit den USA und der Ukraine noch am Freitag in Abu Dhabi offiziell zugestimmt. Für Moskau werde Admiral Igor Kostjukow, der Chef des Militärgeheimdienstes GRU, die Verhandlungen leiten, teilte das russische Präsidialamt am frühen Freitagmorgen mit. Zudem sei ein separates Treffen zu Wirtschaftsfragen zwischen dem US-Gesandten Steve Witkoff und dem Chef des russischen Staatsfonds RDIF, Kirill Dmitrijew, vereinbart worden. Die vorangegangenen Gespräche von Präsident Wladimir Putin mit den US-Gesandten in Moskau seien konstruktiv gewesen.
DEUTSCHLAND/ITALIEN - Bundeskanzler Friedrich Merz und das halbe Kabinett treffen in Rom auf Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni und Ministerinnen und Minister. Bei den deutsch-italienischen Regierungskonsultationen soll die Zusammenarbeit zwischen beiden EU-Ländern vertieft werden. Beide Länder drängen auf wirtschaftliche Reformen in der EU. Auch eine verstärkte Zusammenarbeit in der Verteidigungspolitik und -industrie wird angestrebt.
JAPAN/WAHLEN - Japans Ministerpräsidentin Sanae Takaichi will das Parlament auflösen und damit den Weg für Neuwahlen am 8. Februar freimachen. Mit dem vorgezogenen Urnengang sucht die erste Regierungschefin des Landes Rückhalt für ihre geplanten Ausgabensteigerungen, Steuersenkungen sowie eine neue Sicherheitsstrategie. Takaichi stellt unter anderem eine zweijährige Aussetzung der Verbrauchssteuer auf Lebensmittel in Aussicht und will die militärische Aufrüstung vor dem Hintergrund der Spannungen mit China vorantreiben. Bei der Wahl muss sie die knappe Mehrheit ihrer Regierungspartei LDP gegen das neue Oppositionsbündnis Centrist Reform Alliance verteidigen.
CSG - Der tschechische Rüstungskonzern Czechoslovak Group (CSG) strebt am Freitag in Amsterdam den wohl weltweit größten Börsengang der Branche an. Das Unternehmen mit Sitz in Prag will bis zu 15,2 Prozent der Anteile listen und damit rund 3,8 Milliarden Euro einnehmen. Diese fließen größtenteils an den Eigentümer Michal Strnad. Insgesamt wird das Unternehmen mit rund 25 Milliarden Euro bewertet.
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FIRMEN UND BRANCHEN:
DAX:
SIEMENSSIEGn.DE - Aufsichtsratschef Jim Hagemann Snabe bleibt einem Medienbericht zufolge länger im Amt als zuvor erwartet. Die Arbeit mache dem Dänen weiter Spaß, und im Aufsichtsrat sehe niemand die Notwendigkeit für einen schnellen Wechsel, berichtete das "Handelsblatt". Der designierte Nachfolger, Ex-NestleNESN.S-Chef Mark Schneider, solle spätestens beim Aktionärstreffen 2027 den Vorsitz übernehmen. Snabe hatte ursprünglich wegen der Regeln für gute Unternehmensführung bereits 2025 aufhören wollen.
BASFBASFn.DE - Der Chemiekonzern hat im Krisenjahr 2025 einen Ergebniseinbruch erlitten und seine eigene Prognose verfehlt. Das bereinigte operative Ergebnis (Ebitda) fiel auf 6,6 Milliarden Euro nach 7,2 Milliarden im Vorjahr, wie der Konzern mitteilte. Analysten hatten im Schnitt 6,7 Milliarden Euro erwartet. BASF selbst war zuletzt von einem Ergebnis am unteren Ende der Prognosespanne von 6,7 bis 7,1 Milliarden Euro ausgegangen. Gleichzeitig übertraf der Konzern jedoch die Erwartungen beim Free Cashflow deutlich. Er lag mit 1,3 Milliarden Euro mehr als doppelt so hoch wie von Experten erwartet. Der Umsatz sank auf 59,7 (2024: 61,4) Milliarden Euro.
SDAX:
WACKER NEUSONWACGn.DE hat die Gespräche über eine Übernahme durch den südkoreanischen Rivalen Doosan Bobcat241560.KS abgebrochen. Die Verhandlungen über den Erwerb einer Mehrheitsbeteiligung an dem deutschen Baumaschinenhersteller würden nicht fortgesetzt, teilte das Unternehmen mit. Wacker Neuson hatte erst im vergangenen Monat "fortgeschrittene Gespräche" bestätigt. Dabei ging es um den Kauf von rund 63 Prozent der Anteile von Großaktionären sowie ein öffentliches Barangebot an die übrigen Anteilseigner.
FIRMEN UND BRANCHEN - WEITERE NACHRICHTEN:
TIKTOK - Der chinesische TikTok-Mutterkonzern ByteDance hat mit der Gründung eines mehrheitlich US-geführten Gemeinschaftsunternehmens ein drohendes Verbot der Video-App in den USA abgewendet. Wie das Unternehmen mitteilte, sollen an der neuen Firma der Cloud-Riese OracleORCL.N, die Beteiligungsgesellschaft Silver LakeSILAK.UL und die Investmentfirma MGX aus Abu Dhabi mit jeweils 15 Prozent beteiligt sein. Mit dem Abkommen wird ein jahrelanger Streit beigelegt, den die US-Regierung aus Sorge um die nationale Sicherheit begonnen hatte.
INTELINTC.O - Der wachsende Bedarf an Server-Prozessoren hat Intel zu einem Quartalsergebnis über Markterwartungen verholfen. Wegen Lieferengpässen bei Rohstoffen enttäuschte der Chipkonzern mit seinem Ausblick. Für das laufende Quartal stellte Intel-Chef David Zinsner einen Umsatz zwischen 11,7 und 12,7 Milliarden Dollar sowie ein bereinigtes Ergebnis an der Gewinnschwelle in Aussicht.
JPMORGANJPM.N - US-Präsident Donald Trump hat die US-Großbank und deren Vorstandschef Jamie Dimon auf Schadenersatz in Höhe von fünf Milliarden Dollar verklagt. Der Vorwurf lautet auf politisch motivierte Kontoschließungen, sogenanntes "Debanking". JPMorgan sei nicht befugt gewesen, dies zu tun, sagte Trump an Bord der Air Force One. In der am Donnerstag bei einem Gericht im Bundesstaat Florida eingereichten Klage beschuldigt Trump das größte Geldhaus der USA, Konten von ihm und seinen Hotelbetrieben geschlossen zu haben, um einer politischen Agenda zu folgen.
BANK OF AMERICABAC.N und CITIGROUPC.N erwägen einem Medienbericht zufolge als Reaktion auf eine Forderung von US-Präsident Donald Trump neue Kreditkarten mit einem Zinssatz von höchstens zehn Prozent. Die beiden Geldhäuser prüften die Einführung solcher Karten als eine mögliche Lösung, um der von Trump geforderten Deckelung der Kreditkartenzinsen nachzukommen, berichtete Bloomberg.
TERMINE:
07:00 - Ericsson Q4 results ERICb.ST
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www.reuters.com
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BLICKPUNKT ZENTRALBANKEN UND KONJUNKTUR:
JAPAN/ZINSEN - Die japanische Notenbank Bank of Japan (BOJ) hat ihre Leitzinsen unverändert gelassen und angesichts angehobener Konjunktur- und Inflationsprognosen ihre Zuversicht für die weitere wirtschaftliche Entwicklung signalisiert. Die Währungshüter beließen den Leitzins bei 0,75 Prozent, wie sie mitteilten. Der Schritt war weithin erwartet worden, nachdem die BOJ den Zins erst im Dezember angehoben hatte. In ihrem Quartalsbericht hoben die Notenbanker ihre Wachstumsprognose für die Fiskaljahre 2025 und 2026 an. Zudem rechnen sie für das Fiskaljahr 2026 nun mit einer Kerninflation von 1,9 Prozent statt wie bisher mit 1,8 Prozent.
JAPAN/INFLATION - Die Inflation in Japan hat sich im Dezember abgeschwächt. Sie bleibt jedoch über dem Ziel der BOJ von zwei Prozent. Der Kernverbraucherpreisindex, der die schwankungsanfälligen Kosten für frische Lebensmittel ausklammert, stieg im Jahresvergleich um 2,4 Prozent, wie aus veröffentlichten Daten hervorgeht. Damit wurde die mittlere Marktprognose getroffen. Im November hatte der Anstieg noch 3,0 Prozent betragen.
CHINA/KONJUNKTUR - China wird sich einem Medienbericht zufolge für das Jahr 2026 ein niedrigeres Wachstumsziel von 4,5 bis fünf Prozent setzen. Ein solches Ziel würde eine Toleranz für eine moderate Verlangsamung signalisieren, da die Regierung in Peking die Bedeutung einer "qualitativ hochwertigen" Entwicklung betone, berichtete die Zeitung "South China Morning Post". Das langsamere globale Wachstum belastet die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt, auch wenn diese zuletzt einen Handelsüberschuss von 1,2 Billionen Dollar erzielte.
TERMINE:
Davos Summit in Switzerland
08:00 - United Kingdom-Retail Sales
08:00 - United Kingdom-Nationwide house price
08:45 - France-Business confidence
09:30 - Germany-PMI Flash
10:30 - Bank of England MPC's Megan Greene gives speech at Resolution Foundation
10:30 - United Kingdom-PMI Flash
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INDIKATOREN:
Local Time | Country | Indicator | Period | Poll | Prior | Unit |
JP | Bank of Japan Rate Decision | 0.75 | 0.75 | Percent | ||
0930 | DE | HCOB Germany Manufacturing PMI, flash | Jan | 47.8 | 47.0 | Index |
0930 | DE | HCOB Germany Services PMI, flash | Jan | 52.5 | 52.7 | Index |
1000 | EU | HCOB Eurozone Manufacturing PMI, flash | Jan | 49.1 | 48.8 | Index |
1000 | EU | HCOB Eurozone Services PMI, flash | Jan | 52.6 | 52.4 | Index |
1000 | EU | HCOB Global Composite PMI, flash | Jan | 51.8 | 51.5 | Index |
1600 | EU | Consumer Sentiment, flash | Jan | -12.9 | -13.1 | Net balance |
1600 | US | Reuters/Uni Michigan Consumer Sentiment, final | Jan | 54 | 54.0 | Index |
Die Prognosen sind Konsensschätzungen einer Reuters-Umfrage.
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BLICKPUNKT POLITIK:
USA/CHINA - US-Präsident Donald Trump will eigenen Angaben zufolge im April nach China reisen. Der chinesische Präsident Xi Jinping werde zudem gegen Ende dieses Jahres zu einem Gegenbesuch in die USA erwartet, sagte Trump an Bord der Air Force One. Die Beziehungen zwischen den beiden größten Volkswirtschaften der Welt seien während der Corona-Pandemie angespannt gewesen, hätten sich seitdem jedoch deutlich verbessert.
USA/IRAN - US-Präsident Donald Trump hat den Iran erneut vor Hinrichtungen von Regierungsgegnern gewarnt. Eine mächtige Flotte sei auf dem Weg zum Iran, sagte er an Bord der Air Force One. Er habe der Regierung in Teheran einen Militärschlag angedroht, falls weiter Demonstranten gehängt würden. Die Lage werde genau beobachtet. Sehr bald würden zudem die 25-prozentigen Strafzölle für Handelspartner der Islamischen Republik in Kraft treten.
USA - Die USA haben andere Staaten aufgefordert, ihre als Kämpfer der Extremistenmiliz Islamischer Staat (IS) inhaftierten Staatsbürger aus dem Irak zurückzunehmen. Washington begrüße zwar die Initiative des Irak, die aus Syrien verlegten IS-Kämpfer in irakischen Einrichtungen festzuhalten, sagte US-Außenminister Marco Rubio. Nicht-irakische Terroristen würden sich jedoch nur vorübergehend im Irak aufhalten. "Die USA fordern die Länder auf, Verantwortung zu übernehmen und ihre Bürger aus diesen Einrichtungen zurückzuholen, damit sie sich der Justiz stellen können", hieß es in einer Erklärung Rubios.
CHINA/VENEZUELA - Die US-Regierung gestattet China Insidern zufolge den Kauf von venezolanischem Öl, allerdings müsse die Volksrepublik mehr als bislang zahlen. China dürfe das Rohöl nicht mehr zu den unfairen Preisen erwerben, mit denen die Regierung des in den USA vor Gericht stehenden Präsidenten Nicolas Maduro den Markt unterboten habe, sagte ein US-Regierungsvertreter. Die Regierung in Washington hatte nach der Festnahme Maduros am 3. Januar erklärt, den Ölverkauf des Opec-Landes auf unbestimmte Zeit zu kontrollieren.
TERMINE:
Japan’s lower house of parliament dissolves ahead of snap election on February 8
11:30 - Merz, Meloni lead German Italian government consultations
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SNAPSHOT MÄRKTE:
WALL STREET - Die Entspannung im Zollstreit mit Europa und robuste Konjunkturdaten haben den US-Börsen am Donnerstag Auftrieb gegeben. Anleger reagierten erleichtert darauf, dass US-Präsident Donald Trump seine Drohung zurücknahm, Zölle gegen europäische Verbündete zu verhängen.
ASIEN - Die asiatischen Aktienmärkte haben am Freitag mehrheitlich zugelegt, nachdem die japanische Notenbank wie erwartet ihre Zinsen unverändert gelassen hat.
DEVISEN
Währungen | Kurse um 07:00 Uhr | Veränderung in Prozent |
Euro/DollarEUR= | 1,1750 | -0,0% |
Pfund/DollarGBP= | 1,3497 | 0,0% |
Dollar/FrankenCHF= | 0,7900 | +0,1% |
Euro/Franken | 0,9282 | +0,1% |
Dollar/YenJPY= | 158,63 | +0,2% |
Bitcoin/DollarBTC= | 89.539,58 | +0,4% |
Ethereum/DollarETH= | 2.965,92 | +0,8% |
| Kurs um 07:00 Uhr | EZB-Fixing am 22.01.2026 |
Euro/PfundEURGBP= | 0,8704 | 0,8722 |
US-AKTIEN
Schlusskurse der US-Indizesam Donnerstag | Stand | Veränderung in Prozent |
Dow Jones.DJI | 49.384,01 | +0,6% |
Nasdaq.IXIC | 23.436,02 | +0,9% |
S&P 500.SPX | 6.913,35 | +0,5% |
ASIATISCHE AKTIEN
Asiatische Aktienindizes am Freitag | Kurse um 07:00 Uhr | Veränderung in Prozent |
Nikkei.N225 | 53.827,42 | +0,3% |
Topix.TOPX | 3.631,44 | +0,4% |
Shanghai.SSEC | 4.139,58 | +0,4% |
CSI300.CSI300 | 4.711,80 | -0,2% |
Hang Seng.HSI | 26.717,76 | +0,3% |
Kospi.KS11 | 4.981,22 | +0,6% |
EUROPÄISCHE AKTIEN
Schlusskurse europäischer Aktien-Indizes und -Futures am Donnerstag | Stand |
|
Dax.GDAXI | 24.856,47 |
|
EuroStoxx50.STOXX50E | 5.956,17 |
|
SMI.SSMI | 13.228,40 |
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Indikationen | Stand |
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Dax bei Lang & SchwarzDAX=LUSG | 24.797,00 |
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Late/Early-Dax.GDAXIL | 24.868,44 |
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SMI-FutureFSMIc1 | 13.157,00 |
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ANLEIHEN
Anleihe-Futures | Stand |
|
Bund-FutureFGBLc1 | 127,72 |
|
T-Bond-FutureUSc1 | 115,28 |
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Gilt-FutureFLGc1 | 91,36 |
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Anleihe-Renditen | Stand | Schluss-Rendite am am 22.01.2026 |
10-jährige BundesanleiheDE10YT=RR | 2,886% | 2,883% |
30-jährige BundesanleiheDE30YT=RR | 3,515% | 3,495% |
10-jährige US-AnleiheUS10YT=RR | 4,247% | 4,251% |
30-jährige US-AnleiheUS30YT=RR | 4,839% | 4,849% |
10-jährige brit. AnleiheGB10YT=RR | 4,444% | 4,475% |
30-jährige brit. AnleiheGB30YT=RR | 5,243% | 5,230% |
Zusatzinfo zu den Anleihemärkten unter: [DBT GVD]
ROHSTOFFE
Energie und Metalle | Preise um 07:00 Uhr | Veränderung in Prozent |
Brent-ÖlLCOc1 ($/Barrel) | 64,53 | +0,7% |
WTI-ÖlCLc1 ($/Barrel) | 59,82 | +0,8% |
US-Erdgas ($/MMBTU) | 4,7870 | -5,1% |
GoldXAU= ($/Feinunze) | 4.960,72 | +0,5% |
KupferCMCU3 ($/Tonne) | 12.961,00 | +1,6% |
Zusatzinfo zu den Rohstoffmärkten unter: .CDE
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(Zusammengestellt von den Reuters-Redaktionen in Frankfurt, Berlin und Danzig. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an die Redaktionsleitung unter den Telefonnummern 030 2201 33711 (für Politik und Konjunktur) 030 2201 33702 (für Unternehmen und Märkte)