
TOP NEWS:
GRÖNLAND - Mit einer Erleichterungsrally haben Börsen in den USA und Asien auf das Einlenken von US-Präsident Donald Trump im Streit um Grönland reagiert. Trump hatte seine Drohung mit neuen Zöllen gegen mehrere europäische Staaten zurückgezogen. Es sei ein Rahmenabkommen zu einer zukünftigen Vereinbarung über die Insel und die gesamte Arktis erzielt worden, so Trump am Mittwochabend auf seinem Kurznachrichtendienst Truth Social. "Auf der Grundlage dieser Verständigung werde ich die Zölle, die am 1. Februar in Kraft treten sollten, nicht verhängen." Sollte die Einigung zustande kommen, werde sie großartig für die USA und alle Nato-Staaten sein.
*SYRIEN - Die schnelle Übernahme kurdisch gehaltener Gebiete durch die syrische Regierung ist offenbar das Ergebnis geheimer diplomatischer Absprachen gewesen. Einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters vom Freitag zufolge, der sich auf neun mit den Vorgängen vertraute Personen stützt, ebneten Treffen in Damaskus, Paris und dem Irak den Weg für die Offensive. Demnach legten die USA der Operation keine Steine in den Weg und opferten damit ihre einstigen Verbündeten, die von Kurden geführten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF).
USA/ICE - In den USA soll die umstrittene Grenzschutz- und Einwanderungsbehörde ICE nun im Bundesstaat Maine eingesetzt werden. Das Heimatschutzministerium teilte am Mittwoch mit, die "Operation Catch of the Day" (dt. "Fang des Tages") habe am Dienstag begonnen und richte sich gegen Straftäter. Insidern zufolge sind in dieser Woche mehr als 100 ICE-Mitarbeiter in den im Nordosten gelegenen Bundesstaat entsandt worden. Ein Ex-Mitarbeiter sagte, der Schwerpunkt liege auf Flüchtlingen. Maine beheimatet mehrere Flüchtlingsgemeinschaften, darunter viele Somalier, die Präsident Donald Trump in der Vergangenheit scharf kritisiert hatte. Zuletzt hatte der ICE-Einsatz im Bundesstaat Minnesota Kritik und Empörung ausgelöst.
USA/VENEZUELA - Zwei von den USA beschlagnahmte venezolanische Öltanker sind am Mittwoch in der Nähe von Puerto Rico gesichtet worden. Dies meldet Reuters unter Berufung auf einen Augenzeugen und Daten von Tankertrackers.com. Bei den Schiffen handelt es sich um den Supertanker M Sophia und den kleineren Tanker Galileo. Ihre Ortungssender waren abgeschaltet, weshalb ihr Standort seit der Beschlagnahmung Anfang Januar unbekannt war. US-Behörden äußerten sich zunächst nicht zu den Plänen für die Schiffe.
DAVOS/MERZ – Auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos soll Kanzler Friedrich Merz reden. Erwartet wird neben dem Werben für Deutschland als Investitionsstandort auch eine klare Positionierung zum Thema Grönland. Der Kanzler dürfte darüber hinaus grundsätzliche Bemerkungen zum Zustand der transatlantischen Beziehungen machen und auf eine regelbasierte Weltordnung pochen.
DAVOS/FRIEDENSRAT - US-Präsident Donald Trump plant eine Unterzeichnungszeremonie für seinen Vorschlag eines Friedensrates. Dieser geht über die ursprüngliche Idee für einen Wiederaufbau des Gazastreifens hinaus und ist offenbar als Alternative zur UN gedacht. Europäische Staaten sehen das Projekt skeptisch.
EU-SONDERGIPFEL – In Brüssel kommen die 27 EU-Staats- und Regierungschefs zu einem Sondergipfel zusammen. Zwei Punkte werden dabei wichtig sein: Zum einen wollen die EU-27 klarmachen, dass die USA nicht nur Sanktionen gegen einzelne EU-Staaten verhängen können - die Antwort soll eine gemeinsame sein. Geplant ist zudem ein Auftrag an die EU-Kommission, weitere Gegenmaßnahmen für den Fall vorzubereiten, dass die USA wirklich am 1. Februar Strafzölle wegen der Unterstützung Grönlands und Dänemarks verhängen.
USA/RUSSLAND - Der US-Sondergesandte Steve Witkoff und der Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump, Jared Kushner, wollen in Moskau den russischen Präsidenten Wladimir Putin treffen. Witkoff kündigte die Reise am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos an. Ziel sei es, über einen Frieden zwischen Russland und der Ukraine zu sprechen. Der Kreml bestätigte die Pläne. Witkoff zufolge ist im Anschluss auch ein Treffen mit ukrainischen Vertretern geplant.
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DAX:
DEUTSCHE BÖRSE
VOLKSWAGENVOWG.DE hat 2025 trotz der Absatzschwäche in China, des teuren Strategieschwenks bei Porsche und der Zölle von US-Präsident Donald Trump überraschend gut verdient. Der Barmittelzufluss im Autogeschäft lag bei sechs Milliarden Euro und damit um eine Milliarde Euro höher als noch 2024, wie Volkswagen mitteilte. Selbst hatte das Unternehmen nicht damit gerechnet, dass unter dem Strich am Jahresende Geld übrig bleibt. In den Kassen hat der Konzern damit mehr als 34 Milliarden Euro, das sind vier Milliarden Euro mehr als noch im September angepeilt. Als Grund nannte VW unter anderem geringere Investitionen in Sachanlagen und Entwicklung.
TERMINE:
11:30 - IG Metall union holds briefing on upcoming labour elections
11:30 - AirbusAIRG.DE Hamburg works council head Sophia Kielhorn briefing
11:30 - BMWBMWG.DE Leipzig works council member Nino Vogel briefing
FIRMEN UND BRANCHEN - WEITERE NACHRICHTEN:
BOEINGBA.N - Die US-Luftfahrtbehörde FAA sieht sich nicht als Hindernis für die Zulassung zweier neuer Varianten der Boeing 737 MAX. Die Behörde habe erhebliche Mittel für die Zertifizierung der kleineren 737 MAX 7 und der größeren MAX 10 bereitgestellt, sagte FAA-Chef Bryan Bedford am Mittwoch in Washington. "Wir können ihnen nur helfen, dorthin zu gelangen, aber sie müssen die Arbeit machen", sagte er. Boeing rechnet mit einer Zulassung der beiden Varianten noch in diesem Jahr. Für die MAX 10 liegen dem Konzern mehr als 1200 Bestellungen vor. Die Zulassung hatte sich unter anderem wegen eines Problems mit der Enteisungsanlage der Triebwerke verzögert.
BLUE ORIGIN - Die US-Raumfahrtfirma von Amazon-Gründer Jeff Bezos will mit einem eigenen Satellitennetzwerk dem Rivalen SpaceX von Elon Musk Konkurrenz machen. Blue Origin kündigte an, ein Netzwerk aus 5408 Satelliten aufzubauen, das Rechenzentren, Regierungen und Unternehmen bedienen soll. Der Aufbau solle im letzten Quartal 2027 beginnen.
INTELINTC.O - Von den Quartalszahlen des kriselnden Chipkonzerns erhoffen sich Anleger Hinweise auf eine Trendwende. Intel-Chef Lip-Bu Tan hatte vor Monaten den Abbau von etwa einem Viertel der Belegschaft angekündigt. Zudem warten sie auf Aussagen zum Verkaufsstart der neuen Prozessorgeneration "Panther Lake", die mithilfe einer hochmodernen Fertigungstechnik produziert wird. Das US-Unternehmen hat für das abgelaufene Quartal Erlöse zwischen 12,8 und 13,8 Milliarden Dollar sowie einen Gewinn von 0,08 Dollar je Aktie in Aussicht gestellt.
TESLATSLA.O - Der US-Elektroautobauer plant in seinem deutschen Werk trotz des starken Absatzrückgangs in Europa keinen Stellenabbau. "Das Produktionsvolumen der letzten Jahre war konstant und es gibt keine Pläne, das Volumen und damit einhergehend Personal zu reduzieren", erklärte das Unternehmen am Mittwoch. Allerdings hat Tesla Personal abgebaut, weil viele Leiharbeitnehmende keine Vertragsverlängerung mehr bekamen. Das "Handelsblatt" berichtete, die Zahl der Beschäftigten sei auf aktuell 10.600 von rund 12.400 vor zwei Jahren gesunken. Das gehe aus der Einladung zur Betriebsratswahl Anfang März hervor. Diese richtet sich auch an Leiharbeitnehmende.
TERMINE:
06:30 - GalenicaGALE.S FY 2025
06:45 - Huber+SuhnerHUBN.S FY 2025
11:30 - Exxon's Woods speaks at World Economic Forum
12:30 - GE AerospaceGE.N Q4 2025 earnings
12:30 - Procter & GamblePG.N Q2 2026 earnings
22:00 - Intel CorpINTC.O Q4 2025 earnings release
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BLICKPUNKT ZENTRALBANKEN UND KONJUNKTUR:
FED/TRUMP - Richter des Obersten US-Gerichtshofs haben Skepsis bezüglich der von US-Präsident Donald Trump betriebenen Entlassung von Notenbankdirektorin Lisa Cook durchblicken lassen. Während der rund zweistündigen Verhandlung signalisierten die Richter am Mittwoch, dass sie dem Antrag der Trump-Regierung auf Aufhebung der Entscheidung einer unteren Instanz wohl nicht stattgeben würden. Dieses Urteil hindert Trump daran, Cook noch während ihrer laufenden Klage sofort zu entlassen. Das Verfahren gilt als Testfall, wie weit die Richter zu gehen bereit sind, um die Unabhängigkeit der Zentralbank zu wahren.
EZB/PROTOKOLLE - Investoren erhoffen sich von der Veröffentlichung der EZB-Protokolle der jüngsten Zinssitzung Aufschluss über den weiteren Kurs. Die Währungshüter hatten im Dezember erneut eine Zinspause eingelegt. EZB-Chefökonom Philip Lane hat signalisiert, dass sich am Leitzins von 2,0 Prozent vorerst wohl nichts ändern wird, falls die Wirtschaft auf Kurs bleibt. Er zeigte sich zuversichtlich, dass sich die zuletzt auf 1,9 Prozent gesunkene Inflation nachhaltig beim EZB-Zielwert von 2,0 Prozent stabilisieren wird.
TERMINE:
08:00 - United Kingdom-Public Sector Borrowing
10:00 - Norway-Central Bank Rates
12:00 - Turkey-Central Bank Rates
12:00 - United Kingdom-CBI reported sales
13:00 German economics minister Reiche speaks at Saudi Davos event
13:30 - ECB publishes accounts of Dec policy meeting
14:30 - United States-GDP Final
14:30 - United States-Jobless
15:00 - Davos panel discussion on trade
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INDIKATOREN:
Local Time | Country | Indicator | Period | Poll | Prior | Unit |
14:30 | US | GDP Final | Q3 | 4.3 | Percent | |
14:30 | US | Consumer Spending, final | Q3 | 3.5 | Percent | |
14:30 | US | Initial Jobless Claims | W 17 Jan | 210 | 198 | Thousand |
16:00 | US | US Consumption | Nov | 0.5 | 0.4 | Percent |
16:00 | US | Personal Income | Nov | 0.4 | Percent | |
16:00 | US | PCE Price Index | Nov | 2.7 | 2.8 | Percent |
16:00 | US | Core PCE Price Index YY | Nov | 2.8 | 2.8 | Percent |
Die Prognosen sind Konsensschätzungen einer Reuters-Umfrage.
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BLICKPUNKT POLITIK:
TERMINE:
German foreign minister Wadephul in Addis Abeba, presser planned for 1400 CET
09:30 - German chancellor Merz speaks at WEF
11:30 - Ireland, Greece PMs, EIB president spreak at WEF panel
11:30 - Germany’s IG Metall union holds briefing on upcoming labour elections
12:00 - Steve Witkoff speaks at an event on the sidelines of the World Economic Forum
13:00 German economics minister Reiche speaks at Saudi Davos event
15:00 - WTO SecGen, Novartis CEO, SKorea, Saudi trade ministers discuss trade at WEF
17:00 - EU leaders hold special summit to discuss transatlantic relationship
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