
Jerusalem, 30. Jan (Reuters) - Mitten in den wachsenden Spannungen zwischen den USA und dem Iran hat ein Zerstörer der US-Marine im israelischen Hafen Eilat am Roten Meer angelegt. Dies berichtete die israelische Nachrichten-Webseite Ynet am Freitag unter Berufung auf das Militär. Demnach war die Ankunft des Zerstörers in dem Hafen am Golf von Akaba, nahe den Grenzen Israels zu Ägypten und Jordanien, seit Längerem geplant und Teil der laufenden Zusammenarbeit zwischen dem US- und dem israelischen Militär. Die US-Marine und das israelische Militär reagierten zunächst nicht auf eine Anfrage der Nachrichtenagentur Reuters.
Die Verlegung des Schiffes erfolgt zu einer Zeit, in der US-Präsident Donald Trump sich offen für Gespräche mit dem Iran gezeigt hat. Zugleich aber hat die US-Regierung zusätzliche militärische Mittel in den Nahen Osten entsandt. Trump hat dem Iran gedroht, entweder zu den Verhandlungen über sein Atomprogramm zurückzukehren oder mit weitaus härteren Maßnahmen der USA rechnen zu müssen. Zudem sprach er von einer "Armada", die auf den Iran zusteuere, äußerte aber auch die Hoffnung, dass sie nicht zum Einsatz kommen werde. Die Regierung in Teheran hat ihrerseits mit Vergeltung gegen die USA, Israel und deren Verbündete gedroht. Pentagon-Chef Pete Hegseth sagte, das US-Militär sei bereit, jeden von Trump beschlossenen Kurs auszuführen.
Bereits im vergangenen Juni hatten Israel und die USA einen Krieg gegen den Iran geführt und dessen Atomanlagen angegriffen. Nach zwölf Tagen endete der massive Beschuss mit einer Waffenruhe. Der Gouverneursrat der internationalen Atomenergiebehörde IAEA hatte kurz vor Beginn der israelischen und US-Angriffe Iran erklärt, die Islamische Republik verstoße gegen ihre Verpflichtungen aus dem Atomwaffensperrvertrag. Bei den Angriffen ist die wichtigste iranische Atomanlage Fordo Außenminister Abbas Araghtschi zufolge "ernsthaft und schwer beschädigt" worden. Trump hatte seinerzeit erklärt, die US-Angriffe hätten das iranische Atomprogramm "vollständig und total ausgelöscht".