
Gold (XAU/USD) dringt am Mittwoch tiefer in unbekanntes Terrain vor und verlängert seine Gewinne für acht aufeinanderfolgende Tage, da die Nachfrage nach sicheren Anlagen und ein schwächerer US-Dollar (USD) die laufende Rally antreiben. Zum Zeitpunkt des Schreibens wird XAU/USD bei etwa 4.260 USD gehandelt, nachdem es zuvor in der europäischen Sitzung ein neues Allzeithoch von fast 4.311 USD erreicht hatte.
Händler scheinen zögerlich zu sein, die Preise vor der Zinsentscheidung der Federal Reserve (Fed), die später um 19:00 GMT erwartet wird, aggressiv nach oben zu verfolgen. Während keine Änderung der Zinssätze erwartet wird, werden die Märkte den Ton und die zukünftigen Hinweise von Vorsitzendem Jerome Powell genau beobachten, um Hinweise auf den geldpolitischen Kurs zu erhalten.
Jede Andeutung einer allmählichen Lockerung könnte die breitere bullische Struktur in Gold verstärken. Im Gegensatz dazu könnte eine vorsichtigere oder hawkishe Botschaft kurzfristige Gewinnmitnahmen auslösen, was dem US-Dollar (USD) möglicherweise etwas Erleichterung verschafft und den Anstieg des Edelmetalls verlangsamt.

Aus technischer Sicht bleibt XAU/USD auf dem Tageschart fest bullisch, mit aufeinanderfolgenden grünen Kerzen und einer Preisbewegung, die gut über den 21-Tage-, 50-Tage- und 100-Tage-Durchschnittswerten (SMA) liegt, was auf starken Aufwärtsdruck hinweist.
Das Momentum ist eindeutig angespannt, mit dem Relative Strength Index (RSI) nahe 87, tief im überkauften Bereich. Es gibt jedoch noch keine klaren Anzeichen für eine Umkehr oder ein nachlassendes Momentum, was darauf hindeutet, dass der breitere Aufwärtstrend intakt bleibt. Der Average Directional Index (ADX) bei 47,35 verstärkt diese Sichtweise und bestätigt starke Trendbedingungen.
Auf der Unterseite markiert 5.150 USD die erste Unterstützung, gefolgt von der psychologischen Marke von 5.000 USD. Ein nachhaltiger Durchbruch unter 5.000 USD könnte die kurzfristige Struktur schwächen, obwohl das Interesse an Rückkäufen tiefere Rückgänge begrenzen sollte.
Auf der Oberseite würde ein entscheidender Durchbruch über 5.300 USD die nächsten bullischen Ziele bei 5.400 USD und 5.500 USD freilegen.
Die Federal Reserve (Fed) steuert die US-Geldpolitik mit zwei klaren Zielen: Preisstabilität und Vollbeschäftigung. Dabei nutzt die Notenbank Zinssätze als Hauptinstrument. Höhere Zinsen stärken den US-Dollar, da sie die USA für internationale Investoren attraktiver machen. Sinkende Zinsen hingegen schwächen den Greenback.
Die Federal Reserve (Fed) hält jährlich acht geldpolitische Sitzungen ab, bei denen das Federal Open Market Committee (FOMC) die wirtschaftliche Lage beurteilt und geldpolitische Entscheidungen trifft. Das FOMC besteht aus zwölf Mitgliedern – den sieben Mitgliedern des Gouverneursrats, dem Präsidenten der Federal Reserve Bank of New York und vier der elf übrigen regionalen Notenbankpräsidenten, die auf Jahresbasis rotieren.
In Zeiten schwerer Wirtschaftskrisen, wie etwa 2008 während der Finanzkrise, greift die Federal Reserve oft auf QE zurück. Dies bedeutet, dass die Fed massiv Anleihen kauft, um Liquidität bereitzustellen. Diese expansive Geldpolitik schwächt den Dollar, da das zusätzliche Geld die Währung verwässert und das Vertrauen der Investoren mindert.
Quantitative Straffung (QT) ist der umgekehrte Prozess von QE, bei dem die US-Notenbank aufhört, Anleihen von Finanzinstituten zu kaufen und das Kapital aus fällig werdenden Anleihen nicht reinvestiert, um neue Anleihen zu kaufen. Dies wirkt sich in der Regel positiv auf den Wert des US-Dollars aus.