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Tansania: 42-Mrd-Dollar-Abkommen für Erdgas-Projekt vor Abschluss

ReutersJan 26, 2026 8:00 PM

- Tansania steht nach Regierungsangaben kurz vor dem Abschluss eines 42 Milliarden Dollar schweren Abkommens zur Erschließung seiner riesigen Erdgasvorkommen. Die Unterzeichnung des Vertrags für den Bau einer Flüssigerdgasanlage (LNG) werde noch vor Juni erwartet, sagte Planungsminister Kitila Mkumbo am Montag in London. Die geschäftlichen Aspekte seien geklärt, derzeit werde noch über den rechtlichen Rahmen verhandelt. Betreiber des Großprojekts sind die Energiekonzerne EquinorEQNR.OL und ShellSHEL.L. Zu den weiteren Partnern gehören Exxon MobilXOM.N, Pavilion Energy, Medco EnergiMEDC.JK sowie der staatliche tansanische Ölkonzern TPDC.

Das Vorhaben war nach einer finanziellen Einigung 2023 ins Stocken geraten. Den neuen Angaben zufolge soll die Produktion in acht Jahren anlaufen. Zusammen mit Projekten im benachbarten Mosambik könnte die Anlage Ostafrika als aufstrebendes Exportzentrum für Flüssigerdgas nach Asien etablieren. Das Vorhaben erschließt Erdgasvorkommen im Umfang von rund 1,3 Billionen Kubikmetern. Es ist die größte Investition in der Geschichte des Landes und soll mehr als 100.000 Arbeitsplätze schaffen.

TANSANIA GREIFT AUF GOLDRESERVEN ZURÜCK

Zur Finanzierung laufender Infrastrukturprojekte greift die Regierung in Dodoma unterdessen auf ihre Goldreserven zurück. Präsidentin Samia Suluhu Hassan habe die Zentralbank angewiesen, einen Teil der Bestände zu veräußern, erklärte Mkumbo weiter. "Wir brauchen Bargeld", sagte der Minister. Angesichts der weltweiten politischen Spannungen stieg der Goldpreis am Montag auf ein Rekordhoch von über 5100 Dollar. Internationale Partner, vor allem aus Europa, halten als Reaktion auf die jüngsten Ereignisse im Land Entwicklungshilfen und Kredite in Höhe von zwei bis drei Milliarden Dollar zurück.

Tansania befindet sich seit der Präsidentschaftswahl Ende Oktober in der schwersten politischen Krise seit Jahrzehnten. Die Wahlkommission hatte Hassan zur Siegerin erklärt, nachdem ihre aussichtsreichsten Herausforderer disqualifiziert worden waren. Die Oppositionspartei Chadema und Menschenrechtsaktivisten werfen den Sicherheitskräften vor, bei den anschließenden Protesten mehr als 1000 Menschen getötet zu haben. Die Regierung bestreitet diese Zahl, hat aber keine eigenen Angaben zu Opfern veröffentlicht. Internationale Beobachter hatten die Wahl als nicht glaubwürdig eingestuft. Die EU zeigte sich besorgt über Berichte von Unregelmäßigkeiten und Gewalt.

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