
Gold (XAU/USD) setzt am Montag seine historische Rallye fort und bricht entscheidend über die psychologische Marke von 5.000 Dollar, während geopolitische Risiken und zunehmende wirtschaftliche Unsicherheit die Anleger in sichere Anlagen drängen. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts wird XAU/USD bei etwa 5.090 Dollar gehandelt und hält sich knapp unter dem neuen Allzeithoch von etwa 5.111 Dollar, das zuvor in der europäischen Sitzung erreicht wurde.
Die Unsicherheit der Anleger hinsichtlich der US-Wirtschaftsaussichten wächst, da die Handelsrhetorik von US-Präsident Donald Trump, Zollbedrohungen und Eingriffe in die Unabhängigkeit der Federal Reserve (Fed) Bedenken hinsichtlich der politischen Unsicherheit und der Währungsabwertung neu beleben. Zusätzlich zur fragilen Stimmung beobachten die Märkte auch das wachsende Risiko eines weiteren Shutdowns der US-Regierung.
Diese Faktoren halten den US-Dollar (USD) unter anhaltendem Druck und drängen die Anleger dazu, in Gold als Absicherung gegen makroökonomische Instabilität zu wechseln. Der schwächere Greenback bietet zusätzlichen Rückenwind für das Edelmetall, da er es für ausländische Käufer günstiger macht.
In der Zwischenzeit untermauert eine starke institutionelle und Investitionsnachfrage die Rallye weiter. Gold ist bisher in diesem Monat bereits um etwa 18 % gestiegen und setzt den Anstieg von 64 % im letzten Jahr fort, was die wachsende Attraktivität des Edelmetalls als Wertspeicher in Zeiten erhöhter Unsicherheit unterstreicht.
In der Zukunft richten sich alle Augen nun fest auf die Zinsentscheidung der Fed und die Pressekonferenz von Vorsitzendem Jerome Powell am Mittwoch. Auf der Datenfront stehen im US-Wirtschaftskalender später in der amerikanischen Sitzung die Aufträge für langlebige Güter an, gefolgt von den Verbrauchervertrauensdaten am Dienstag und dem Bericht zum Erzeugerpreisindex (PPI) am Freitag.

Aus technischer Sicht bleiben die Goldbullen fest im Sattel und ignorieren weitgehend die überkauften Signale. Der breitere Aufwärtstrend wird weiterhin durch steigende gleitende Durchschnitte über mehrere Zeitrahmen gestützt.
Auf dem 4-Stunden-Chart hat XAU/USD seinen aufsteigenden parallelen Kanal durchbrochen, was die bullische Struktur und den anhaltenden Kaufdruck verstärkt.
Auf der Abwärtsseite fungiert die psychologische Marke von 5.000 Dollar nun als unmittelbare Unterstützung, gefolgt vom 21-Perioden einfachen gleitenden Durchschnitt (SMA) nahe 4.933 Dollar.
Der Relative Strength Index (RSI) steht bei 81,84, tief im überkauften Bereich, während der Average Directional Index (ADX) bei 45,72 eine starke Trendstärke anzeigt, anstatt einer Erschöpfung.
Auf der Oberseite könnten die Bullen nach einer Erweiterung über die 5.100-Dollar-Marke suchen, was die Tür zum nächsten psychologischen Ziel nahe 5.200 Dollar öffnen könnte.
Gold hat in der Geschichte der Menschheit stets eine zentrale Rolle gespielt – als universelles Tauschmittel und sicherer Wertspeicher. Heute wird das Edelmetall vor allem als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten geschätzt. Gold dient nicht nur als Schmuck oder Anlageobjekt, sondern wird auch als Absicherung gegen Inflation und Währungsabwertungen betrachtet. Sein Wert ist unabhängig von staatlichen Institutionen oder einzelnen Währungen, was es in unsicheren Zeiten besonders attraktiv macht.
Zentralbanken zählen zu den größten Goldkäufern weltweit. Um ihre Währungen in Krisenzeiten zu stützen, kaufen sie Gold, um die wirtschaftliche Stabilität und das Vertrauen in ihre Währungen zu stärken. 2022 kauften Zentralbanken laut World Gold Council 1.136 Tonnen Gold im Wert von rund 70 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert. Besonders schnell wachsende Schwellenländer wie China, Indien und die Türkei erhöhen ihre Goldreserven in hohem Tempo.
Gold steht traditionell in einer inversen Beziehung zum US-Dollar und zu US-Staatsanleihen – beide gelten als bedeutende Reservewährungen und sichere Häfen für Anleger. Wenn der Dollar abwertet, steigt der Goldpreis häufig, was Investoren und Zentralbanken in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit dazu veranlasst, ihre Portfolios zu diversifizieren. Ebenso ist Gold gegenläufig zu risikobehafteten Vermögenswerten. Während ein Aufschwung an den Aktienmärkten den Goldpreis oft drückt, profitieren Goldinvestoren in Zeiten von Börsenturbulenzen.
Der Goldpreis unterliegt einer Vielzahl von Einflussfaktoren. Geopolitische Spannungen oder die Sorge vor einer tiefen Rezession können den Preis des Edelmetalls schnell in die Höhe treiben, da Gold als sicherer Hafen gilt. Ohne eigene Rendite steigt der Wert des Metalls häufig in Phasen niedriger Zinsen, während hohe Zinskosten den Preis drücken. Die Entwicklung des Goldpreises ist jedoch stark vom US-Dollar abhängig, da das Edelmetall in Dollar (XAU/USD) gehandelt wird. Ein starker Dollar übt in der Regel Druck auf den Goldpreis aus, während ein schwächerer Dollar zu einer Verteuerung führen kann.