
Gold (XAU/USD) verringert am Donnerstag seine intraday Verluste, da sich die Händler vor einer Vielzahl von US-Wirtschaftsdaten, die später in der amerikanischen Sitzung veröffentlicht werden, neu positionieren. Zum Zeitpunkt des Schreibens handelt XAU/USD bei etwa 4.827 USD und erholt sich nach einem kurzzeitigen Rückgang unter die psychologische Marke von 4.800 USD.
Das Edelmetall geriet kurzzeitig unter Verkaufsdruck und fiel von dem Rekordhoch von 4.888 USD, das am Mittwoch erreicht wurde, da die globale Risikobereitschaft zunahm, nachdem US-Präsident Donald Trump von seiner Drohung abgerückt war, Zölle auf mehrere europäische Länder im Zusammenhang mit dem Grönland-Konflikt zu verhängen.
Allerdings blicken die Händler über die nachlassenden unmittelbaren Handelskriegsängste hinweg, da der breitere makroökonomische Hintergrund für Gold unterstützend bleibt. Anhaltende Bedenken hinsichtlich der Unabhängigkeit der Federal Reserve (Fed), die anhaltenden Erwartungen an niedrigere US-Zinsen, der anhaltende Konflikt zwischen Russland und der Ukraine sowie die weiterhin starke Nachfrage der Zentralbanken halten die Käufer bei Rücksetzern aktiv.
In Bezug auf den US-Wirtschaftskalender warten die Händler auf den verspäteten Bericht über die persönlichen Konsumausgaben (PCE) zur Inflation sowie auf die Zahlen zu persönlichem Einkommen und persönlichem Verbrauch. Auf der Agenda stehen auch die vorläufige Schätzung des BIP für das dritte Quartal und die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe.
XAU/USD bleibt in einem starken Aufwärtstrend, mit Preisen, die bisher in diesem Monat um fast 11% gestiegen sind, nachdem sie 2025 um etwa 64% gestiegen sind. Auf dem 4-Stunden-Chart handelt Gold innerhalb eines klar definierten aufsteigenden parallelen Kanals, gekennzeichnet durch eine klare Abfolge höherer Hochs und höherer Tiefs. Die Preise liegen komfortabel über den 21-Perioden- und 50-Perioden-Simple Moving Averages (SMAs), was die Ansicht verstärkt, dass die Käufer fest im Sattel sitzen.
Das Momentum beginnt jedoch abzukühlen. Die täglichen und monatlichen Relative Strength Index (RSI)-Werte bleiben überkauft, was das Risiko eines kurzfristigen Rücksetzers erhöht.
Auf der Abwärtsseite ist die psychologische Zone von 4.800 USD die erste Unterstützungslinie. Ein nachhaltiger Durchbruch unter diesem Bereich würde den 21-Perioden-SMA bei etwa 4.762 USD freilegen, gefolgt vom 50-Perioden-SMA bei etwa 4.674,50 USD.
Der Moving Average Convergence Divergence (MACD) ist unter seine Signallinie nahe dem Nullniveau gefallen, und das Histogramm hat sich leicht negativ entwickelt, was auf nachlassendes Aufwärtsmomentum hinweist. In der Zwischenzeit bleibt der Relative Strength Index (RSI) bei etwa 66 in einem neutralen bis bullischen Bereich, hat jedoch von überkauften Niveaus nachgelassen.
Gold hat in der Geschichte der Menschheit stets eine zentrale Rolle gespielt – als universelles Tauschmittel und sicherer Wertspeicher. Heute wird das Edelmetall vor allem als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten geschätzt. Gold dient nicht nur als Schmuck oder Anlageobjekt, sondern wird auch als Absicherung gegen Inflation und Währungsabwertungen betrachtet. Sein Wert ist unabhängig von staatlichen Institutionen oder einzelnen Währungen, was es in unsicheren Zeiten besonders attraktiv macht.
Zentralbanken zählen zu den größten Goldkäufern weltweit. Um ihre Währungen in Krisenzeiten zu stützen, kaufen sie Gold, um die wirtschaftliche Stabilität und das Vertrauen in ihre Währungen zu stärken. 2022 kauften Zentralbanken laut World Gold Council 1.136 Tonnen Gold im Wert von rund 70 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert. Besonders schnell wachsende Schwellenländer wie China, Indien und die Türkei erhöhen ihre Goldreserven in hohem Tempo.
Gold steht traditionell in einer inversen Beziehung zum US-Dollar und zu US-Staatsanleihen – beide gelten als bedeutende Reservewährungen und sichere Häfen für Anleger. Wenn der Dollar abwertet, steigt der Goldpreis häufig, was Investoren und Zentralbanken in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit dazu veranlasst, ihre Portfolios zu diversifizieren. Ebenso ist Gold gegenläufig zu risikobehafteten Vermögenswerten. Während ein Aufschwung an den Aktienmärkten den Goldpreis oft drückt, profitieren Goldinvestoren in Zeiten von Börsenturbulenzen.
Der Goldpreis unterliegt einer Vielzahl von Einflussfaktoren. Geopolitische Spannungen oder die Sorge vor einer tiefen Rezession können den Preis des Edelmetalls schnell in die Höhe treiben, da Gold als sicherer Hafen gilt. Ohne eigene Rendite steigt der Wert des Metalls häufig in Phasen niedriger Zinsen, während hohe Zinskosten den Preis drücken. Die Entwicklung des Goldpreises ist jedoch stark vom US-Dollar abhängig, da das Edelmetall in Dollar (XAU/USD) gehandelt wird. Ein starker Dollar übt in der Regel Druck auf den Goldpreis aus, während ein schwächerer Dollar zu einer Verteuerung führen kann.