
Gold (XAU/USD) klettert am Mittwoch auf ein weiteres Rekordhoch, da sich die Risikostimmung an den globalen Märkten verschlechtert und Investoren in sichere Anlagen strömen, angesichts steigender geopolitischer und wirtschaftlicher Unsicherheiten. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts wird XAU/USD bei etwa 4.866 USD gehandelt, nachdem es zuvor in der europäischen Sitzung ein neues Allzeithoch von fast 4.888 USD erreicht hatte.
Der bullische Lauf des Metalls zeigt wenig Anzeichen einer Verlangsamung, mit Preisen, die in dieser Woche bisher um mehr als 6% gestiegen sind, nachdem US-Präsident Donald Trump die Handels Spannungen mit der Europäischen Union über die Kontrolle von Grönland neu entfacht hat.
Die erneuerte Rhetorik hat Ängste vor einem umfassenderen Handelskrieg geweckt, wobei die Spekulation zunimmt, dass Europa seine umfangreichen Bestände an US-Aktien und Treasuries als wirtschaftliches Druckmittel nutzen könnte, was die Stimmung „Sell America“ anheizt.
Der Risikoaversionston wurde durch Turbulenzen am japanischen Staatsanleihemarkt verstärkt, wo ein scharfer Ausverkauf die langfristigen Renditen auf Mehrjahreshöhen trieb und die globalen Schuldenmärkte, einschließlich der US-Treasuries, erschütterte.
Die anhaltende Volatilität an den Anleihemärkten schürt Bedenken über die fiskalische Gesundheit großer Volkswirtschaften und steigert die Nachfrage nach Gold als Absicherung gegen makroökonomische und finanzielle Instabilität.

Aus technischer Sicht navigiert XAU/USD weiterhin in unbekanntem Terrain, wobei die Bullen sich weigern, beiseite zu treten, trotz zunehmend überkaufter Bedingungen über mehrere Zeitrahmen hinweg.
Auf dem 4-Stunden-Chart steigt der 20-periodische einfache gleitende Durchschnitt (SMA) innerhalb des Bollinger-Bandes, was die bullische Struktur verstärkt. Die Preisbewegung bleibt gegen das obere Bollinger-Band gedrückt, was auf gestreckte Aufwärtsbedingungen hinweist, während sich die Bänder weiter ausdehnen und auf steigende Volatilität hindeuten.
Eine nachhaltige Bewegung über das obere Band bei etwa 4.868,15 USD könnte die Tür für einen weiteren Anstieg öffnen.
Auf der Abwärtsseite markiert das mittlere Band bei etwa 4.699,64 USD die erste Unterstützungsebene, gefolgt vom unteren Bollinger-Band bei etwa 4.531,13 USD. Solange die Preise über dieser Zone bleiben, würde die breitere bullische Neigung intakt bleiben.
Der Relative Strength Index (RSI) liegt bei 83, tief im überkauften Bereich und signalisiert das Risiko einer kurzfristigen Pause oder eines Rückzugs. Dennoch bleibt die Trendstärke fest, da der Average Directional Index (ADX) auf 42 ansteigt, was darauf hindeutet, dass die Käufer trotz gestreckter Bedingungen die Kontrolle behalten.
Gold hat in der Geschichte der Menschheit stets eine zentrale Rolle gespielt – als universelles Tauschmittel und sicherer Wertspeicher. Heute wird das Edelmetall vor allem als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten geschätzt. Gold dient nicht nur als Schmuck oder Anlageobjekt, sondern wird auch als Absicherung gegen Inflation und Währungsabwertungen betrachtet. Sein Wert ist unabhängig von staatlichen Institutionen oder einzelnen Währungen, was es in unsicheren Zeiten besonders attraktiv macht.
Zentralbanken zählen zu den größten Goldkäufern weltweit. Um ihre Währungen in Krisenzeiten zu stützen, kaufen sie Gold, um die wirtschaftliche Stabilität und das Vertrauen in ihre Währungen zu stärken. 2022 kauften Zentralbanken laut World Gold Council 1.136 Tonnen Gold im Wert von rund 70 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert. Besonders schnell wachsende Schwellenländer wie China, Indien und die Türkei erhöhen ihre Goldreserven in hohem Tempo.
Gold steht traditionell in einer inversen Beziehung zum US-Dollar und zu US-Staatsanleihen – beide gelten als bedeutende Reservewährungen und sichere Häfen für Anleger. Wenn der Dollar abwertet, steigt der Goldpreis häufig, was Investoren und Zentralbanken in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit dazu veranlasst, ihre Portfolios zu diversifizieren. Ebenso ist Gold gegenläufig zu risikobehafteten Vermögenswerten. Während ein Aufschwung an den Aktienmärkten den Goldpreis oft drückt, profitieren Goldinvestoren in Zeiten von Börsenturbulenzen.
Der Goldpreis unterliegt einer Vielzahl von Einflussfaktoren. Geopolitische Spannungen oder die Sorge vor einer tiefen Rezession können den Preis des Edelmetalls schnell in die Höhe treiben, da Gold als sicherer Hafen gilt. Ohne eigene Rendite steigt der Wert des Metalls häufig in Phasen niedriger Zinsen, während hohe Zinskosten den Preis drücken. Die Entwicklung des Goldpreises ist jedoch stark vom US-Dollar abhängig, da das Edelmetall in Dollar (XAU/USD) gehandelt wird. Ein starker Dollar übt in der Regel Druck auf den Goldpreis aus, während ein schwächerer Dollar zu einer Verteuerung führen kann.