
Der Goldpreis (XAU/USD) klettert am Mittwoch während der frühen asiatischen Handelsstunden auf etwa 4.775 US-Dollar. Das Edelmetall setzt die Rallye fort und steht vor einem weiteren Rekordhoch in einer Zeit politischer und wirtschaftlicher Unsicherheit. Die Rede von US-Präsident Donald Trump beim Weltwirtschaftsforum in Davos, Schweiz, wird später am Mittwoch im Mittelpunkt stehen.
Händler strömen weiterhin in sichere Anlagen angesichts der Spannungen zwischen den USA und Europa über Grönland. US-Präsident Donald Trump hat am Wochenende gedroht, Zölle auf acht europäische Nationen zu erheben, die sich gegen seine Pläne zur Kontrolle von Grönland aussprechen.
Die BBC berichtete am Mittwoch, dass das Europäische Parlament plant, die Genehmigung des im Juli vereinbarten Handelsabkommens mit den USA auszusetzen, so Quellen aus dem internationalen Handelsausschuss. Die Aussetzung soll am Mittwoch in Straßburg, Frankreich, bekannt gegeben werden. Eine Eskalation der Spannungen zwischen den USA und Europa könnte traditionelle sichere Anlagen wie Gold kurzfristig stärken.
Händler verschieben ihre Wetten, dass die US-Notenbank (Fed) später in diesem Monat die Zinsen senken würde, nachdem Anzeichen für eine Verbesserung des US-Arbeitsmarktes aufgetaucht sind. Die Händler rechnen nun mit der nächsten Zinssenkung im Juni, dem Monat nach dem Ende der Amtszeit von Fed-Vorsitzendem Jerome Powell, gefolgt von einer weiteren Lockerung im vierten Quartal. Die Auffassung, dass die US-Notenbank die Zinsen länger hoch halten kann, stützt im Allgemeinen den US-Dollar (USD) und belastet nicht zinsbringende Anlagen wie Gold.
Gold hat in der Geschichte der Menschheit stets eine zentrale Rolle gespielt – als universelles Tauschmittel und sicherer Wertspeicher. Heute wird das Edelmetall vor allem als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten geschätzt. Gold dient nicht nur als Schmuck oder Anlageobjekt, sondern wird auch als Absicherung gegen Inflation und Währungsabwertungen betrachtet. Sein Wert ist unabhängig von staatlichen Institutionen oder einzelnen Währungen, was es in unsicheren Zeiten besonders attraktiv macht.
Zentralbanken zählen zu den größten Goldkäufern weltweit. Um ihre Währungen in Krisenzeiten zu stützen, kaufen sie Gold, um die wirtschaftliche Stabilität und das Vertrauen in ihre Währungen zu stärken. 2022 kauften Zentralbanken laut World Gold Council 1.136 Tonnen Gold im Wert von rund 70 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert. Besonders schnell wachsende Schwellenländer wie China, Indien und die Türkei erhöhen ihre Goldreserven in hohem Tempo.
Gold steht traditionell in einer inversen Beziehung zum US-Dollar und zu US-Staatsanleihen – beide gelten als bedeutende Reservewährungen und sichere Häfen für Anleger. Wenn der Dollar abwertet, steigt der Goldpreis häufig, was Investoren und Zentralbanken in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit dazu veranlasst, ihre Portfolios zu diversifizieren. Ebenso ist Gold gegenläufig zu risikobehafteten Vermögenswerten. Während ein Aufschwung an den Aktienmärkten den Goldpreis oft drückt, profitieren Goldinvestoren in Zeiten von Börsenturbulenzen.
Der Goldpreis unterliegt einer Vielzahl von Einflussfaktoren. Geopolitische Spannungen oder die Sorge vor einer tiefen Rezession können den Preis des Edelmetalls schnell in die Höhe treiben, da Gold als sicherer Hafen gilt. Ohne eigene Rendite steigt der Wert des Metalls häufig in Phasen niedriger Zinsen, während hohe Zinskosten den Preis drücken. Die Entwicklung des Goldpreises ist jedoch stark vom US-Dollar abhängig, da das Edelmetall in Dollar (XAU/USD) gehandelt wird. Ein starker Dollar übt in der Regel Druck auf den Goldpreis aus, während ein schwächerer Dollar zu einer Verteuerung führen kann.