
Houston, 16. Jan (Reuters) - Internationale Ölkonzerne dringen Insidern zufolge bei den Regierungen in Washington und Caracas auf eine Reform des venezolanischen Energierechts. Ziel sei es, das im Land geförderte Öl künftig frei exportieren zu können, sagten mit den Gesprächen vertraute Personen. Die US-Regierung unter Präsident Donald Trump will Energieunternehmen für einen 100 Milliarden Dollar schweren Wiederaufbauplan für die marode venezolanische Ölindustrie gewinnen. Viele potenzielle Investoren prüften derzeit jedoch, wie sie investieren könnten, ohne jahrelang auf rechtliche Reformen zum Schutz ihrer Anlagen warten zu müssen, hieß es.
Den Vorschlägen zufolge soll der staatliche Ölriese PDVSA zwar Mehrheitseigner aller Joint Ventures bleiben. Die ausländischen Partner verlangten jedoch die Kontrolle über ihren Anteil an der Förderung sowie direkten Zugang zu den Exportterminals, hieß es weiter. Nach geltendem Recht muss PDVSA das gesamte Öl vermarkten und die Erlöse verteilen – ein System, das unter den seit 2019 geltenden US-Sanktionen kollabierte und zu milliardenschweren Schulden bei Partnern wie ChevronCVX.N, EniENI.MI und Repsol führte. Zudem forderten die Konzerne die Streichung von nach 2021 eingeführten Zusatzsteuern, um die Abgabenlast auf ein wettbewerbsfähiges Niveau zu senken.
Venezuelas Interimspräsidentin und Ölministerin Delcy Rodriguez hatte am Donnerstag angekündigt, dem Kongress des Landes einen Reformvorschlag vorzulegen. Damit sollten Investitionen in neue und bestehende Ölfelder ermöglicht werden, sagte sie. Details nannte sie nicht, stellte aber in Aussicht, unter dem früheren Präsidenten Nicolas Maduro geschlossene Verträge in die neue Gesetzgebung zu übernehmen. PDVSA und das Ölministerium ließen eine Anfrage zunächst unbeantwortet. Die Opposition hatte die unter Maduro geschlossenen Verträge wegen mangelnder Transparenz jahrelang kritisiert.