
Gold (XAU/USD) bleibt am Freitag in einer Handelsspanne, nachdem es zu Beginn dieser Woche auf ein neues Allzeithoch nahe 4.643 USD gestiegen ist, angetrieben von geopolitischen Spannungen und Bedenken hinsichtlich der Unabhängigkeit der Federal Reserve (Fed). Zum Zeitpunkt des Schreibens konsolidiert XAU/USD bei etwa 4.610 USD und ist auf dem Weg zu einem moderaten wöchentlichen Gewinn.
Nachlassende Spannungen im Iran belasten die Nachfrage nach sicheren Anlagen. Gleichzeitig haben stärkere US-Wirtschaftsdaten und hawkische Äußerungen von Vertretern der Federal Reserve (Fed) die Erwartungen gestärkt, dass Zinssenkungen möglicherweise verzögert werden, was als Gegenwind für das zinslose Gold wirkt.
Dennoch bleiben breitere geopolitische Risiken im Spiel, die helfen, den Abwärtsdruck zu begrenzen. In der Zwischenzeit sehen Anleger weiterhin Spielraum für etwa zwei Zinssenkungen der Fed später in diesem Jahr, auch wenn die kurzfristigen Erwartungen an eine Lockerung nachlassen.
Vor diesem gemischten fundamentalen Hintergrund und einem leichten US-Wirtschaftskalender wird erwartet, dass Gold in einer Handelsspanne bleibt, was die Preisbewegungen besonders empfindlich gegenüber eingehenden geopolitischen Schlagzeilen macht.
Händler werden auch ein genaues Auge auf die Kommentare der Fed haben, um frische Signale zum geldpolitischen Ausblick zu erhalten, da die Zentralbank in ihre Sperrfrist vor der Sitzung am 27.-28. Januar eintritt.
Aus technischer Sicht bleibt XAU/USD in einer engen Konsolidierungsrange gefangen, wobei die Preisbewegungen zwischen der Zone von 4.580 USD und 4.640 USD begrenzt sind, während das bullische Momentum nachlässt.
Auf dem 4-Stunden-Chart hat der Relative Strength Index (RSI) von überkauften Territorien nachgelassen und schwebt nun in der Nähe der mittleren 50, was einen Verlust des Aufwärtsmomentums widerspiegelt.
Der Preis oszilliert derzeit um den 21-Perioden Simple Moving Average (SMA) bei etwa 4.610 USD, der als unmittelbarer Pivot fungiert. Die psychologische Marke von 4.600 USD bietet erste Unterstützung, gefolgt von einer stärkeren Unterstützung in der Nähe von 4.550 USD, wo der 50-Perioden SMA bei etwa 4.546 USD liegt.
Ein nachhaltiger Bruch unterhalb dieser Region könnte die Tür für einen tieferen Pullback öffnen, während eine klare Bewegung über 4.640 USD erforderlich wäre, um das bullische Momentum wiederzubeleben.
Gold hat in der Geschichte der Menschheit stets eine zentrale Rolle gespielt – als universelles Tauschmittel und sicherer Wertspeicher. Heute wird das Edelmetall vor allem als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten geschätzt. Gold dient nicht nur als Schmuck oder Anlageobjekt, sondern wird auch als Absicherung gegen Inflation und Währungsabwertungen betrachtet. Sein Wert ist unabhängig von staatlichen Institutionen oder einzelnen Währungen, was es in unsicheren Zeiten besonders attraktiv macht.
Zentralbanken zählen zu den größten Goldkäufern weltweit. Um ihre Währungen in Krisenzeiten zu stützen, kaufen sie Gold, um die wirtschaftliche Stabilität und das Vertrauen in ihre Währungen zu stärken. 2022 kauften Zentralbanken laut World Gold Council 1.136 Tonnen Gold im Wert von rund 70 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert. Besonders schnell wachsende Schwellenländer wie China, Indien und die Türkei erhöhen ihre Goldreserven in hohem Tempo.
Gold steht traditionell in einer inversen Beziehung zum US-Dollar und zu US-Staatsanleihen – beide gelten als bedeutende Reservewährungen und sichere Häfen für Anleger. Wenn der Dollar abwertet, steigt der Goldpreis häufig, was Investoren und Zentralbanken in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit dazu veranlasst, ihre Portfolios zu diversifizieren. Ebenso ist Gold gegenläufig zu risikobehafteten Vermögenswerten. Während ein Aufschwung an den Aktienmärkten den Goldpreis oft drückt, profitieren Goldinvestoren in Zeiten von Börsenturbulenzen.
Der Goldpreis unterliegt einer Vielzahl von Einflussfaktoren. Geopolitische Spannungen oder die Sorge vor einer tiefen Rezession können den Preis des Edelmetalls schnell in die Höhe treiben, da Gold als sicherer Hafen gilt. Ohne eigene Rendite steigt der Wert des Metalls häufig in Phasen niedriger Zinsen, während hohe Zinskosten den Preis drücken. Die Entwicklung des Goldpreises ist jedoch stark vom US-Dollar abhängig, da das Edelmetall in Dollar (XAU/USD) gehandelt wird. Ein starker Dollar übt in der Regel Druck auf den Goldpreis aus, während ein schwächerer Dollar zu einer Verteuerung führen kann.