
Der Preis für West Texas Intermediate (WTI) Öl bewegt sich nach zwei Tagen mit mehr als 3% Verlusten kaum und wird während der asiatischen Handelsstunden am Freitag um die 58,80 USD gehandelt. Der WTI-Preis sieht sich Herausforderungen gegenüber, da die geopolitischen Risikoaufschläge nachgelassen haben, nachdem die Ängste vor einem möglichen US-Militärschlag gegen den Iran abgenommen haben. Die Rohölpreise steuern auf einen moderaten wöchentlichen Rückgang zu, nachdem sie drei Wochen in Folge gestiegen sind.
US-Präsident Donald Trump erklärte, er habe von Drohungen militärischer Maßnahmen Abstand genommen, nachdem er Zusicherungen erhalten hatte, dass weitere Tötungen nicht stattfinden würden und Hinrichtungen gestoppt würden. Die Marktstimmung wurde auch durch Berichte unterstützt, dass Israel und andere regionale Verbündete Washington drängten, jegliche Maßnahmen zu verzögern, angesichts von Bedenken über mögliche Vergeltungsmaßnahmen.
Diese Entwicklungen senkten die Ängste vor einem bevorstehenden Konflikt, der die iranische Ölproduktion oder wichtige regionale Schifffahrtswege stören könnte. Analysten warnten jedoch, dass die Risiken nicht verschwunden sind, was die Märkte kurzfristig wachsam hält. Analysten behielten auch eine bärische Perspektive bei und verwiesen auf die Erwartungen an ein reichliches Angebot in diesem Jahr, trotz früherer OPEC-Prognosen für einen ausgewogeneren Markt.
Der Ölkonzern Shell veröffentlichte am Donnerstag seinen Bericht über die Energiesicherheitsszenarien für 2026, der eine optimistische Perspektive für die langfristige Energienachfrage und das Ölwachstum skizziert, wobei die primären Energiebedürfnisse bis 2050 voraussichtlich deutlich höher sein werden, so Reuters.
Laut einem weiteren Bericht von Reuters haben die USA einen weiteren mit Venezuela verbundenen Öltanker in der Karibik beschlagnahmt, vor einem geplanten Treffen zwischen Präsident Donald Trump und der Oppositionsführerin María Corina Machado. Dies ist das sechste Schiff, das im Rahmen der US-Sanktionen gegen venezolanisches Öl ins Visier genommen wurde, und unterstreicht die fortlaufenden Durchsetzungsbemühungen gegen sanktionierte Lieferungen.
WTI-Öl, kurz für West Texas Intermediate, ist eine der wichtigsten Rohölsorten, die auf dem globalen Markt gehandelt werden. Es wird wegen seiner leichten und süßen Qualität geschätzt und dient als wichtiger Referenzpreis auf den Energiemärkten.
Wie bei allen Vermögenswerten sind Angebot und Nachfrage die Haupttreiber des WTI-Ölpreises. Globales Wachstum kann die Nachfrage nach Öl erhöhen, während eine schwache Weltwirtschaft die Nachfrage dämpft. Politische Instabilität, Kriege und Sanktionen können das Angebot beeinträchtigen und die Preise beeinflussen. Die Entscheidungen der OPEC, einer Gruppe führender ölproduzierender Länder, spielen ebenfalls eine Schlüsselrolle. Da Öl überwiegend in US-Dollar gehandelt wird, beeinflusst auch der Wert des US-Dollars den WTI-Preis.
Die wöchentlichen Berichte des American Petroleum Institute (API) und der Energy Information Agency (EIA) über die Rohölbestände beeinflussen den Preis von WTI-Öl. Ein Rückgang der Bestände signalisiert eine steigende Nachfrage, was den Preis nach oben treibt, während ein Anstieg der Bestände auf ein Überangebot hindeutet und die Preise senkt. Die EIA-Daten gelten als zuverlässiger, da sie von der US-Regierung stammen.
Die OPEC (Organisation erdölexportierender Länder) ist eine Gruppe von 12 erdölproduzierenden Ländern, die zweimal jährlich gemeinsam über die Förderquoten der Mitgliedsländer entscheiden. Ihre Entscheidungen wirken sich häufig auf die Preise für WTI Öl aus. Beschließt die OPEC, die Förderquoten zu senken, kann dies das Angebot verknappen und die Ölpreise in die Höhe treiben. Erhöht die OPEC die Produktion, hat dies den gegenteiligen Effekt. Die OPEC+ bezieht sich auf eine erweiterte Gruppe von zehn zusätzlichen Nicht-OPEC-Mitgliedern, von denen Russland das bekannteste ist.