
West Texas Intermediate (WTI), die US-Rohöl-Benchmark, wird am Mittwoch während der asiatischen Handelsstunden um 60,70 USD gehandelt. Der WTI-Preis sinkt, da Venezuela die Exporte wieder aufnimmt und das American Petroleum Institute (API) einen großen Anstieg der US-Rohöllagerbestände zeigt. Händler bereiten sich auf den Bericht über die Rohölvorräte der Energy Information Administration (EIA) am Mittwoch vor.
Reuters berichtete am Dienstag, dass Venezuela begonnen hat, die unter einem US-Ölembargo vorgenommenen Produktionskürzungen zurückzunehmen, da auch die Rohöl-Exporte wieder aufgenommen werden. Die Quelle sagte, dass am Montag zwei Supertanker die venezolanischen Gewässer verlassen haben, die jeweils etwa 1,8 Millionen Barrel Rohöl transportieren, was die ersten Lieferungen eines 50-Millionen-Barrel-Versorgungsvertrags zwischen Caracas und Washington zur Wiederaufnahme der Exporte nach der US-Ergreifung des venezolanischen Präsidenten Nicolas Maduro sein könnte.
Die US-Rohöllagerbestände erleben einen großen Anstieg. Laut dem wöchentlichen Bericht des US API stiegen die Rohöllagerbestände in den USA für die Woche bis zum 9. Januar um 5,27 Millionen Barrel, verglichen mit einem Rückgang von 2,8 Millionen Barrel in der Vorwoche. Der Marktkonsens schätzte, dass die Bestände um 2,0 Millionen Barrel zurückgehen würden.
Dennoch könnten die anhaltenden Spannungen im Iran, einem wichtigen Rohölproduzenten, den WTI-Preis anheben. US-Präsident Donald Trump sagte alle Treffen mit iranischen Beamten ab und versprach den Protestierenden, dass Hilfe auf dem Weg sei. Die Sicherheitskräfte der Islamischen Republik haben großangelegte Proteste niedergeschlagen und Hunderte getötet, so Berichte. Trump hat häufig gedroht einzugreifen, wenn die Regierung Protestierende tötet.
WTI-Öl, kurz für West Texas Intermediate, ist eine der wichtigsten Rohölsorten, die auf dem globalen Markt gehandelt werden. Es wird wegen seiner leichten und süßen Qualität geschätzt und dient als wichtiger Referenzpreis auf den Energiemärkten.
Wie bei allen Vermögenswerten sind Angebot und Nachfrage die Haupttreiber des WTI-Ölpreises. Globales Wachstum kann die Nachfrage nach Öl erhöhen, während eine schwache Weltwirtschaft die Nachfrage dämpft. Politische Instabilität, Kriege und Sanktionen können das Angebot beeinträchtigen und die Preise beeinflussen. Die Entscheidungen der OPEC, einer Gruppe führender ölproduzierender Länder, spielen ebenfalls eine Schlüsselrolle. Da Öl überwiegend in US-Dollar gehandelt wird, beeinflusst auch der Wert des US-Dollars den WTI-Preis.
Die wöchentlichen Berichte des American Petroleum Institute (API) und der Energy Information Agency (EIA) über die Rohölbestände beeinflussen den Preis von WTI-Öl. Ein Rückgang der Bestände signalisiert eine steigende Nachfrage, was den Preis nach oben treibt, während ein Anstieg der Bestände auf ein Überangebot hindeutet und die Preise senkt. Die EIA-Daten gelten als zuverlässiger, da sie von der US-Regierung stammen.
Die OPEC (Organisation erdölexportierender Länder) ist eine Gruppe von 12 erdölproduzierenden Ländern, die zweimal jährlich gemeinsam über die Förderquoten der Mitgliedsländer entscheiden. Ihre Entscheidungen wirken sich häufig auf die Preise für WTI Öl aus. Beschließt die OPEC, die Förderquoten zu senken, kann dies das Angebot verknappen und die Ölpreise in die Höhe treiben. Erhöht die OPEC die Produktion, hat dies den gegenteiligen Effekt. Die OPEC+ bezieht sich auf eine erweiterte Gruppe von zehn zusätzlichen Nicht-OPEC-Mitgliedern, von denen Russland das bekannteste ist.