
Gold (XAU/USD) tritt am Dienstag auf der Stelle, da der Markt in den Abwartemodus wechselt, bevor die US-Inflationsdaten um 13:30 GMT veröffentlicht werden. Zum Zeitpunkt des Schreibens handelt XAU/USD bei etwa 4.585 USD und konsolidiert knapp unter dem Rekordhoch vom Montag bei etwa 4.630 USD.
Das Edelmetall wird weiterhin durch eine stabile Nachfrage nach sicheren Anlagen gestützt, da geopolitische und wirtschaftliche Unsicherheiten die Anleger vorsichtig halten. Die Märkte sind durch die strafrechtlichen Ermittlungen gegen den Vorsitzenden der Federal Reserve (Fed), Jerome Powell, verunsichert, was Bedenken hinsichtlich der Unabhängigkeit der Zentralbank neu entfacht hat.
Gleichzeitig wurde die Risikostimmung durch neue geopolitische Entwicklungen beeinträchtigt, nachdem US-Präsident Donald Trump mit einem 25%igen Zoll auf Länder gedroht hat, die Geschäfte mit dem Iran machen, im Zuge landesweiter anti-regierungs Proteste.
Dies folgt auf frühere US-Maßnahmen in Venezuela, wo Washington eine Militäroperation gegen Präsident Nicolás Maduro durchgeführt hat, sowie auf Trumps erneute Rhetorik über strategische Interessen in Grönland.
In der Zukunft liegt der Fokus klar auf dem US-Inflationsbericht. Ökonomen erwarten, dass der Verbraucherpreisindex (CPI) bei 0,3% MoM und 2,7% YoY liegt, beides unverändert im Vergleich zum Vormonat. Die Daten könnten helfen, die kurzfristigen Erwartungen für die Fed zu gestalten und die nächste Bewegung bei Gold zu beeinflussen.
XAU/USD-Bullen machen eine Pause nach der jüngsten Rallye, da überkaufte Signale sowohl auf dem Tages- als auch auf dem 4-Stunden-Chart milden technischen Verkaufsdruck ausgelöst haben.
Auf dem 4-Stunden-Chart hat der RSI nach dem Überschreiten von 70 nachgelassen, wobei eine bärische Divergenz auf ein nachlassendes Aufwärtsmomentum auf kurze Sicht hinweist, auch wenn der übergeordnete Trend konstruktiv bleibt.
Auf der Abwärtsseite wird die erste Unterstützung im Bereich von 4.525-4.500 USD gesehen, wo der 21-Perioden Simple Moving Average (SMA) liegt. Ein entscheidender Bruch unterhalb dieses Bereichs könnte die Tür für eine tiefere Korrekturbewegung in Richtung der 4.400 USD-Marke öffnen.
Auf der Oberseite könnte eine nachhaltige Bewegung über 4.600 USD, gefolgt von einem Bruch des Allzeithochs bei etwa 4.630 USD, den Weg für Gewinne in Richtung 4.700-4.750 USD ebnen.
Gold hat in der Geschichte der Menschheit stets eine zentrale Rolle gespielt – als universelles Tauschmittel und sicherer Wertspeicher. Heute wird das Edelmetall vor allem als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten geschätzt. Gold dient nicht nur als Schmuck oder Anlageobjekt, sondern wird auch als Absicherung gegen Inflation und Währungsabwertungen betrachtet. Sein Wert ist unabhängig von staatlichen Institutionen oder einzelnen Währungen, was es in unsicheren Zeiten besonders attraktiv macht.
Zentralbanken zählen zu den größten Goldkäufern weltweit. Um ihre Währungen in Krisenzeiten zu stützen, kaufen sie Gold, um die wirtschaftliche Stabilität und das Vertrauen in ihre Währungen zu stärken. 2022 kauften Zentralbanken laut World Gold Council 1.136 Tonnen Gold im Wert von rund 70 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert. Besonders schnell wachsende Schwellenländer wie China, Indien und die Türkei erhöhen ihre Goldreserven in hohem Tempo.
Gold steht traditionell in einer inversen Beziehung zum US-Dollar und zu US-Staatsanleihen – beide gelten als bedeutende Reservewährungen und sichere Häfen für Anleger. Wenn der Dollar abwertet, steigt der Goldpreis häufig, was Investoren und Zentralbanken in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit dazu veranlasst, ihre Portfolios zu diversifizieren. Ebenso ist Gold gegenläufig zu risikobehafteten Vermögenswerten. Während ein Aufschwung an den Aktienmärkten den Goldpreis oft drückt, profitieren Goldinvestoren in Zeiten von Börsenturbulenzen.
Der Goldpreis unterliegt einer Vielzahl von Einflussfaktoren. Geopolitische Spannungen oder die Sorge vor einer tiefen Rezession können den Preis des Edelmetalls schnell in die Höhe treiben, da Gold als sicherer Hafen gilt. Ohne eigene Rendite steigt der Wert des Metalls häufig in Phasen niedriger Zinsen, während hohe Zinskosten den Preis drücken. Die Entwicklung des Goldpreises ist jedoch stark vom US-Dollar abhängig, da das Edelmetall in Dollar (XAU/USD) gehandelt wird. Ein starker Dollar übt in der Regel Druck auf den Goldpreis aus, während ein schwächerer Dollar zu einer Verteuerung führen kann.