
Savage, 10. Jan (Reuters) - Die USA könnten Finanzminister Scott Bessent zufolge in der kommenden Woche weitere Sanktionen gegen Venezuela aufheben, um Ölverkäufe zu erleichtern. Er werde sich zudem mit den Chefs des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Weltbank treffen, um deren erneutes Engagement in Venezuela zu besprechen, sagte Bessent der Nachrichtenagentur Reuters in einem am Samstag veröffentlichten Interview vom Freitagabend. Fast fünf Milliarden Dollar an derzeit eingefrorenen Sonderziehungsrechten (SZR) des IWF könnten für den Wiederaufbau der Wirtschaft des Landes eingesetzt werden. "Wir heben die Sanktionen für das Öl auf, das verkauft werden soll."
Die Schritte könnten der Regierung von Präsident Donald dabei helfen, Venezuela zu stabilisieren. Sie erfolgen eine Woche, nachdem US-Streitkräfte den venezolanischen Staatschef Nicolas Maduro in Caracas gefangen genommen und zur Anklage wegen Drogenhandels nach New York gebracht hatten. Bestehende US-Sanktionen verbieten internationalen Banken und anderen Gläubigern, ohne Lizenz mit der venezolanischen Regierung zusammenzuarbeiten. Dies erschwert eine komplexe Umschuldung in Höhe von 150 Milliarden Dollar, die als Schlüssel für die Rückkehr von Privatkapital nach Venezuela angesehen wird.
Der IWF hat seit mehr als zwei Jahrzehnten nicht mehr mit Venezuela zusammengearbeitet. Die letzte formelle Bewertung der Wirtschaft des Landes wurde 2004 abgeschlossen. Seinen letzten Kredit bei der Weltbank zahlte das Land 2007 zurück. Bessent zufolge dürften kleinere, private Unternehmen schnell in den venezolanischen Ölsektor zurückkehren. Der Konzern ChevronCVX.N sei schon lange dort und werde es auch weiterhin sein, sagte er. "Daher glaube ich, dass sein Engagement stark zunehmen wird." Bessent fügte hinzu, dass er eine Rolle für die US-Export-Import-Bank bei der Absicherung von Finanzierungen für den Ölsektor Venezuelas sehe.