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China wirft USA "tyrannisches Verhalten" in Venezuela vor - Suche nach Ölquellen

ReutersJan 7, 2026 11:19 AM

- Nach dem Wegfall von Öllieferungen aus Venezuela suchen chinesische Raffinerien Händlern und Analysten zufolge nach neuen Quellen. Der bisherige Hauptabnehmer des venezolanischen Öls warf den USA am Mittwoch zugleich "tyrannisches Verhalten" vor. "Das dreiste Vorgehen der Vereinigten Staaten gegen Venezuela und ihre 'America First'-Forderung bei der Verfügung über Venezuelas eigene Ölressourcen sind typische Akte der Schikane", sagte die Sprecherin des Außenministeriums, Mao Ning, in Peking. Dieses Vorgehen verletze das Völkerrecht und die Souveränität Venezuelas.

Erwartet wird nun, dass sie in den kommenden Monaten auf Schweröl unter anderem aus dem Iran umsteigen werden, sagten mehrere Experten am Mittwoch der Nachrichtenagentur Reuters. Hintergrund ist die Festnahme des venezolanischen Präsidenten Nicolas Maduro durch US-Streitkräfte am vergangenen Wochenende. US-Präsident Donald Trump hatte daraufhin gesagt, beide Länder hätten sich auf die Ausfuhr von venezolanischem Rohöl im Wert von bis zu zwei Milliarden Dollar in die USA geeinigt. Dies dürfte das Angebot für China, den weltgrößten Rohöl-Importeur, deutlich verknappen. Das Land ist ein wichtiger Abnehmer von verbilligtem, sanktioniertem Öl aus Russland, dem Iran und Venezuela.

"Das Venezuela-Drama trifft Chinas unabhängige Raffinerien am härtesten, da sie den Zugang zu den verbilligten schweren Ölsorten verlieren könnten", sagte Analystin June Goh vom Handelshaus Sparta Commodities. Diese Raffinerien müssten sich nun umorientieren. Da jedoch reichlich russische und iranische Rohstoffe zur Verfügung stünden, sei nicht mit einem Preisschock zu rechnen. Dennoch hat sich das Angebot bereits verknappt: Händler boten verbliebene Ladungen venezolanischen Merey-Rohöls mit einem Abschlag von etwa zehn Dollar je Barrel zur Ölsorte Brent an.

Einem Analysten zufolge gibt es für die chinesischen Käufer jedoch keinen Grund zur Eile. "Das auf Schiffen in Asien befindliche venezolanische Rohöl reicht noch aus, um die chinesische Nachfrage für etwa 75 Tage zu decken", sagte Xu Muyu vom Analysehaus Kpler. Die Raffinerien dürften daher erst im März und April auf russische und iranische Lieferungen umsteigen. Als billigste Alternative gilt iranisches Schweröl, das ebenfalls mit einem Abschlag von etwa zehn Dollar zur Nordseesorte Brent gehandelt wird. Auch kanadisches Rohöl wird für chinesische Käufer günstiger, da Händler eine geringere Nachfrage aus den USA erwarten. Die Lieferungen aus Venezuela machten 2025 Kpler-Daten zufolge etwa vier Prozent der gesamten chinesischen See-Importe aus.

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