
Peking, 07. Jan (Reuters) - Chinas Außenminister Wang Yi hat am Mittwoch eine Reise durch vier afrikanische Staaten begonnen, mit der Peking seinen Einfluss auf dem Kontinent ausbauen will. Die Visite in Äthiopien, Somalia, Tansania und Lesotho unterstreicht auch die Bedeutung der Region für den chinesischen Handel mit Europa und den Wettbewerb mit westlichen Initiativen.
Wangs Besuch in Somalia ist der erste eines chinesischen Außenministers seit den 1980er Jahren. Peking will damit seine Präsenz am Golf von Aden stärken, dem Zugang zum Roten Meer und einem wichtigen Korridor für den chinesischen Handel auf dem Weg durch den Suezkanal zu den europäischen Märkten. In Tansania wiederum geht es Peking um den Zugang zu den riesigen Kupfervorkommen Afrikas. Chinesische Firmen modernisieren die Tazara-Eisenbahn, die durch das Land nach Sambia führt. Die Bahnstrecke gilt als Gegengewicht zum von den USA und der Europäischen Union unterstützten Lobito-Korridor, der Sambia über Angola und die Demokratische Republik Kongo mit den Häfen am Atlantik verbindet.
Mit dem Besuch im südlichen Königreich Lesotho will sich China zudem als Verfechter des Freihandels positionieren. Die Regierung in Peking hatte im vergangenen Jahr am wenigsten entwickelten Ländern der Welt einen zollfreien Marktzugang zu ihrer Volkswirtschaft gewährt und damit ein Versprechen von Präsident Xi Jinping eingelöst. Lesotho war von den umfassenden Zöllen von US-Präsident Donald Trump im vergangenen Jahr besonders hart getroffen worden. Wangs Visite in Somalia dient auch der diplomatischen Unterstützung der Regierung in Mogadischu, nachdem Israel im Vormonat als erstes Land die abtrünnige Region Somaliland anerkannt hatte.