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DIHK: Nur noch wenige deutsche Unternehmen in Venezuela

ReutersJan 5, 2026 12:52 PM

- Die Industrie- und Handelskammer (DIHK) rechnet nach der Gefangennahme des venezolanischen Präsidenten Nicolas Maduro nur mit begrenzten Folgen für deutsche Unternehmen. "Wirtschaftliche Beziehungen zwischen Deutschland und Venezuela existieren nur noch auf sehr niedrigem Niveau, derzeit sind nur noch wenige deutsche Unternehmen vor Ort", sagte DIHK-Außenwirtschaftschef Volker Treier am Montag der Nachrichtenagentur Reuters. Gründe dafür seien die allgemein desolate wirtschaftliche Lage und Sorgen um die Rechtssicherheit. "Deshalb sind die unmittelbaren Auswirkungen der aktuellen Entwicklungen auf deutsche Unternehmen sehr überschaubar", fügte Treier hinzu. Die venezolanische Wirtschaft befinde sich seit mindestens einem Jahrzehnt im Sinkflug. Das Bruttoinlandsprodukt des Landes habe sich zwischen 2012 und 2020 nahezu gezehntelt. US-Militär hatte Maduro am Wochenende festgesetzt und in ein US-Gefängnis gebracht.

"Wie die Lage vor Ort sich weiterentwickelt, ist derzeit nicht absehbar", sagte Treier. "Insofern kann auch über zukünftige wirtschaftliche Beziehungen jetzt noch keine belastbare Aussage getroffen werden." Politische Krisen, bewaffnete Konflikte und plötzliche geopolitische Verschiebungen würden grundsätzlich die Gefahr erheblicher wirtschaftlicher Verwerfungen bergen. "Das ist Gift für die Weltwirtschaft: Es steigert die Unsicherheit und setzt das ohnehin fragil gewordene Prinzip des regelbasierten wirtschaftlichen Austauschs weiter unter Druck", sagte der DIHK-Außenhandelschef.

2024 exportierte die deutsche Wirtschaft nach Angaben der bundeseigenen Wirtschaftsfördergesellschaft Germany Trade & Invest (GTAI) lediglich Waren im Wert von rund 116 Millionen Euro in das südamerikanische Land. Das entspricht nicht einmal 0,01 Prozent der gesamten deutschen Exporte. Der DIHK zufolge belegt Venezuela Rang 122 unter den wichtigsten Exportkunden. Deutsche Unternehmen verkaufen vor allem Maschinen, Apparate und mechanische Geräte nach Venezuela. Diese Produktgruppe hatte 2024 einen Anteil von 36,1 Prozent an den Lieferungen. Auf Platz zwei folgten elektrotechnische Erzeugnisse (10,7 Prozent), vor pharmazeutischen Erzeugnissen (9,7 Prozent).

Auch die Einfuhren aus Venezuela sind binnen zehn Jahren stark zurückgegangen. 2024 summierten sie sich auf 34,1 Millionen Euro. Zum Vergleich: 2014 wurden noch Waren im Wert von fast 121 Millionen Euro aus Venezuela importiert. Venezuela belegt damit Rang 140 unter den deutschen Importpartnern. Aus Venezuela eingeführt werden vor allem Eisen und Stahl mit einem Anteil von 45,1 Prozent. Danach folgen Kakao und Zubereitungen aus Kakao (21,3 Prozent).

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