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HINTERGRUND-Monatelange Planung: Wie US-Spezialeinheiten Maduro festnahmen

ReutersJan 3, 2026 8:58 PM

- von Idrees Ali und Erin Banco und Steve Holland und Phil Stewart

- Die USA haben bei einem großangelegten Militäreinsatz in Venezuela nach eigenen Angaben Präsident Nicolás Maduro und dessen Frau festgenommen. US-Präsident Donald Trump teilte am Samstagmorgen um 4.21 Uhr Ortszeit auf seiner Plattform Truth Social mit, die USA hätten eine Mission ausgeführt. Der Operation mit dem Codenamen "Absolute Resolve" (Absolute Entschlossenheit) gingen monatelange Planungen und Proben voraus, sagten Personen, die mit der Angelegenheit vertraut sind.

Demnach hätten Eliteeinheiten wie die Delta Force der US-Armee einen exakten Nachbau von Maduros Anwesen errichtet, um das Eindringen in die schwer befestigte Residenz zu üben. Ein kleines Team des Geheimdienstes CIA sei seit August vor Ort gewesen, um Maduros Tagesablauf zu überwachen und eine reibungslose Festnahme zu ermöglichen, sagte einer der Insider. Eine weitere Quelle nahe Maduro habe ihn permanent überwacht. Trump habe den Einsatz vor vier Tagen genehmigt, aber auf Rat von Militär- und Geheimdienstmitarbeitern auf besseres Wetter gewartet. Um 22.46 Uhr Ortszeit am Freitag habe er das endgültige grüne Licht gegeben, sagte der Vorsitzende der Vereinigten Stabschefs, General Dan Caine, Reportern. Trump habe von seinem Anwesen Mar-a-Lago in Florida aus die Operation per Live-Übertragung verfolgt. "Ich habe schon einige gute (Operationen) durchgeführt, aber so etwas habe ich noch nie erlebt", sagte Trump dem Sender Fox News.

MASSIVER EINSATZ

Das Pentagon hatte im Vorfeld eine massive militärische Aufstockung der Streitkräfte in der Karibik überwacht und dabei einen Flugzeugträger, elf Kriegsschiffe und mehr als ein Dutzend F-35-Kampfjets entsandt. Insgesamt seien mehr als 15.000 Soldaten in die Region verlegt worden, was US-Beamte lange als Anti-Drogen-Operationen bezeichnet hätten. Einem der Insider zufolge hätten Trumps hochrangiger Berater Stephen Miller, Außenminister Marco Rubio, Verteidigungsminister Pete Hegseth und CIA-Direktor John Ratcliffe ein Kernteam gebildet, das seit Monaten mit regelmäßigen - teils täglichen - Treffen und Telefonaten an der Angelegenheit arbeitete. Sie hätten sich oft auch mit dem Präsidenten getroffen.

In der Nacht zum Samstag seien Trump und seine Berater zusammengekommen, während US-Flugzeuge Angriffe auf Ziele in und um Caracas starteten, unter anderem auf Luftabwehrsysteme, erfuhr Reuters von einem US-Militärangehörigen. Caine zufolge waren an der Operation mehr als 150 Flieger von 20 Stützpunkten in Nord- und Südamerika beteiligt gewesen, darunter F-35- und F-22-Jets sowie B-1-Bomber. "Wir hatten für jede mögliche Situation einen Kampfjet", sagte Trump dem Sender Fox News Channel.

Das Pentagon habe zudem Luftbetankungsflugzeuge, Drohnen und auf elektronische Störungen spezialisierte Flieger in die Region verlegt, erfuhr Reuters von Insidern. US-Beamten zufolge trafen die Luftangriffe militärische Ziele. Von Reuters aufgenommene Bilder vom Luftwaffenstützpunkt La Carlota in Caracas zeigten verkohlte Militärfahrzeuge einer venezolanischen Flugabwehreinheit. Während die Angriffe liefen, seien Spezialeinheiten schwer bewaffnet nach Caracas vorgedrungen. Caine zufolge erreichten die Truppen gegen 1.00 Uhr morgens Maduros Anwesen. Die US-Spezialkräfte drangen in die Residenz ein, die Trump als eine "sehr stark bewachte... Festung" beschrieb. Maduro und seine Frau hätten sich daraufhin ergeben, so Caine. Trump zufolge hatte der venezolanische Präsident noch versucht, einen Schutzraum zu erreichen. Er sei aber so schnell überrumpelt worden, "dass er da nicht mehr reinkam".

Einige US-Soldaten seien von Schüssen von Maduros Bewachern getroffen worden, erklärte der US-Präsident später vor Reportern, aber niemand sei getötet worden.

Während die Operation lief, begann Außenminister Marco Rubio, Parlamentarier über die Aktion zu informieren. Er habe damit erst begonnen, nachdem die Operation angelaufen war, und nicht etwa vorher, wie es für wichtige Parlamentarier mit Aufsichtsfunktion üblich sei, erfuhr Reuters von Regierungsvertretern.

Als die US-Truppen das venezolanische Territorium wieder verließen, wurden sie Caine zufolge in "mehrere Selbstverteidigungsgefechte" verwickelt. Um 3.20 Uhr Ortszeit seien die Hubschrauber über Wasser gewesen, mit Maduro und seiner Frau an Bord.

Nahezu sieben Stunden nachdem Trump die Operation auf Truth Social angekündigt hatte, veröffentlichte er einen neuen Post: Diesmal ein Foto das den festgenommenen venezolanischen Präsidenten zeigen soll, mit verbundenen Augen, Handschellen und in einem grauen Trainingsanzug. Trumps Begleittext: "Nicolas Maduro an Bord (des US-Amphibien-Kriegsschiffes) Iwo Jima".

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