
23. Dez (Reuters) - Es folgen Entwicklungen rund um den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Zum Teil lassen sich Angaben nicht unabhängig überprüfen.
13.10 Uhr - Nach den Gesprächen mit Gesandten von US-Präsident Donald Trump in Miami sind nach Angaben aus Kiew mehrere Entwürfe von Dokumenten für ein Ende des Krieges mit Russland ausgearbeitet worden. Die ukrainische Seite habe produktiv mit den US-Vertretern zusammengearbeitet, schreibt der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj auf der Online-Plattform X. Die Entwürfe umfassten demnach insbesondere Sicherheitsgarantien für die Ukraine, den Wiederaufbau sowie einen grundlegenden Rahmen zur Beendigung des Krieges. US-Vertreter hatten am Wochenende in Miami in getrennten Gesprächen mit Gesandten der Ukraine und Russlands über Wege für eine Beendigung des seit fast vier Jahren andauernden Krieges beraten.
09.34 Uhr - Russland hat die Ukraine nach Angaben aus Kiew auch kurz vor Weihnachten wieder massiv mit Luftangriffen überzogen. Dabei seien mindestens drei Menschen getötet worden, darunter ein vierjähriges Kind, teilt der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj mit. Mindestens 13 ukrainische Regionen seien davon betroffen gewesen. "Dieser russische Angriff sendet ein äußerst klares Signal über Russlands Prioritäten. Der Angriff erfolgte praktisch inmitten von Verhandlungen zur Beendigung dieses Krieges", schreibt Selenskyj auf dem Kurznachrichtendienst Telegram. Russland habe in der Nacht mit mehr als 600 Drohnen und Dutzenden Raketen angegriffen, teilt die Ministerpräsidentin Julia Swyrydenko mit. Vor allem die Energieinfrastruktur sei wieder attackiert worden. Energieanlagen im Westen der Ukraine seien am schwersten beschädigt worden.
07.55 Uhr - Polen hat wegen russischer Luftangriffe auf die Westukraine unweit der Grenze seine Luftwaffe und die seiner Verbündeten alarmiert. Polnische und verbündete Flugzeuge seien am frühen Dienstag aufgestiegen, um die Sicherheit des polnischen Luftraums zu gewährleisten, teilt das Einsatzkommando der Streitkräfte des Nato-Mitglieds auf der Social-Media-Plattform X mit. Zudem seien Kampfflugzeuge gestartet und bodengestützte Luftabwehr- und Radaraufklärungssysteme in erhöhte Bereitschaft versetzt worden.
06.41 Uhr - Russland hat erneut die ukrainische Energie-Infrastruktur angegriffen. Dadurch sei es in mehreren Regionen zu Notabschaltungen bei der Stromversorgung gekommen, teilt das ukrainische Energieministerium mit. Betroffen waren demnach unter anderem die Hauptstadt Kiew und die umliegende Region. Russland greift seit Beginn seiner Invasion vor fast vier Jahren immer wieder gezielt die Energie-Infrastruktur der Ukraine an, um die Versorgung der Bevölkerung und der Wirtschaft zu stören.
01.50 Uhr - Russische Truppen verschleppen nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj 52 Bewohner des Grenzdorfes Hrabowske. Unter den Verschleppten seien auch 13 ukrainische Soldaten. Die ukrainischen Streitkräfte hätten nicht auf das Dorf geschossen, um die Zivilisten zu schützen, erklärt Selenskyj.
01.05 Uhr - US-Präsident Donald Trump äußert sich zum Stand der Friedensgespräche für die Ukraine. Diese verliefen in Ordnung, sagt er. Die USA haben in den vergangenen Wochen eine Reihe von Gesprächen zur Beendigung des Krieges gefördert.
00.50 Uhr - Die Ratingagentur Fitch stuft die Kreditwürdigkeit der Ukraine für langfristige Fremdwährungsverbindlichkeiten auf "CCC" von "RD" (eingeschränkter Zahlungsausfall) hoch. Die Agentur begründet dies mit der Normalisierung der Beziehungen zu den meisten externen kommerziellen Gläubigern nach einer Umschuldungsvereinbarung.
23.34 Uhr - Die russische Zeitung Iswestija zitiert Kremlsprecher Dmitri Peskow mit den Worten, die Gespräche zwischen Russland und den USA in Miami über Wege zur Lösung des Konflikts in der Ukraine sollten nicht als Durchbruch gewertet werden. Man erwarte eine Fortsetzung der Gespräche auf Ebene von Experten. Priorität Russlands sei, von den USA Details über die Gespräche Washingtons mit den Europäern und Ukrainern zu erfahren. Moskau werde dann beurteilen, inwieweit dies mit dem "Geist von Anchorage" übereinstimme, sagt Peskow mit Blick auf das Treffen des russischen Präsidenten Wladimir Putin mit US-Präsident Donald Trump im August in Alaska. In Miami hatten sich die USA zu bilateralen Gesprächen mit Russland einerseits und mit der Ukraine und Europäern andererseits getroffen. Der US-Sondergesandte Steve Witkoff bezeichnete die Gespräche als "produktiv und konstruktiv", obwohl zentrale Fragen wie Territorium und Sicherheitsgarantien weiterhin strittig sind.
13.30 Uhr - Russland will nach den Worten seines stellvertretenden Außenministers Sergej Ryabkow weder die Nato noch die EU angreifen. Das Land sei bereit, dies in einer rechtlichen Vereinbarung zuzusichern, sagt Ryabkow der staatlichen Nachrichtenagentur RIA zufolge.
12.45 Uhr - Russische Truppen haben bei einem nächtlichen Angriff auf die ukrainische Schwarzmeer-Region Odessa die Hafen- und Energie-Infrastruktur getroffen. In dem wichtigen Hafen Piwdennyj sei ein Feuer ausgebrochen, zudem sei die Stromversorgung für mehr als 120.000 Menschen unterbrochen worden, teilt Vize-Ministerpräsident Olexij Kuleba mit. Russland versuche, die maritime Logistik durch systematische Angriffe zu stören, schreibt er auf dem Kurznachrichtendienst Telegram. Rund 30 Container mit Mehl und Pflanzenöl stünden in Flammen. Dem Innenministerium zufolge wurde ein Mensch verletzt. Eine russische Stellungnahme lag zunächst nicht vor.
08.03 Uhr - Bei der Explosion einer Autobombe in Moskau wird nach offiziellen Angaben ein russischer General getötet. Bei dem Toten handele es sich um Generalleutnant Fanil Sarwarow, teilt das staatliche Ermittlungskomitee mit. Er habe die Abteilung für operative Ausbildung der Armee im russischen Generalstab geleitet. Es werde nicht ausgeschlossen, dass die Bombe von ukrainischen Spezialkräften gelegt worden sei, hieß es. Vor einem Jahr war der russische General Igor Kirillow bei einem Bombenanschlag in Moskau getötet worden. Damals bekannte sich der ukrainische Geheimdienst SBU dazu. Er machte Kirillow für den Einsatz chemischer Waffen gegen ukrainische Truppen verantwortlich. Russland wies diese Vorwürfe zurück.
01.30 Uhr - Bei einem ukrainischen Drohnenangriff in der südrussischen Region Krasnodar sind nach Angaben der örtlichen Behörden zwei Schiffe und zwei Anlegestellen beschädigt worden. Die gesamte Besatzung der Schiffe am Terminal Wolna in der Region sei sicher evakuiert worden, teilte der operative Stab der Region Krasnodar über den Nachrichtendienst Telegram mit. Die Beschädigungen hätten zu einem Brand geführt, der sich auf bis zu 1500 Quadratmeter ausgebreitet habe, fügten die Behörden hinzu.
01.00 Uhr - Der US-Sondergesandte Steve Witkoff hat die Gespräche mit dem russischen Sondergesandten ebenfalls als "produktiv und konstruktiv" beschrieben. In einem Beitrag auf X schrieb er: "Russland bleibt vollständig dem Ziel verpflichtet, Frieden in der Ukraine zu erreichen." Russland schätze außerdem die Bemühungen und Unterstützung der USA zur Lösung des Ukraine-Konflikts und zur Wiederherstellung der globalen Sicherheit, fügte Witkoff hinzu.
00.30 Uhr - Nach den Gesprächen mit dem US-Sondergesandten Steve Witkoff in den USA will Russland dem außenpolitischen Berater des russischen Präsidenten Wladimir Putin, Juri Uschakow, zufolge seine Position erneut darlegen. Laut Uschakow wird Putins Sondergesandter Kirill Dmitriev am Montag nach Moskau zurückkehren und dem Präsidenten über das Ergebnis seiner Gespräche berichten. "Danach werden wir die Position formulieren, mit der wir fortfahren werden, auch in unseren Kontakten mit den Amerikanern", sagte Uschakow in Bemerkungen, die der Kreml-Pool-Journalist Pawel Zarubin in seinem Telegram-Kanal veröffentlichte.