
20. Dez (Reuters) - Die USA haben in internationalen Gewässern vor der Küste Venezuelas ein Schiff beschlagnahmt. Dies sagten drei US-Regierungsvertreter am Samstag der Nachrichtenagentur Reuters. Sie nannten den genauen Ort des Einsatzes nicht. Die US-Küstenwache führe die Operation an. Das Pentagon und die Küstenwache verwiesen für Stellungnahmen an das Weiße Haus, das zunächst keinen Kommentar abgab. Auch vom venezolanischen Ölministerium und dem staatlichen Ölkonzern PDVSA lag zunächst keine Reaktion vor.
Die Beschlagnahmung erfolgt wenige Tage nach einer Ankündigung von US-Präsident Donald Trump. "Ich ordne eine totale und vollständige Blockade aller sanktionierten Öltanker an, die Venezuela anlaufen oder verlassen", hatte Trump am Dienstag gesagt. Seit der ersten Beschlagnahmung in der vergangenen Woche sind die venezolanischen Rohölexporte stark zurückgegangen. Beladene Schiffe verbleiben in venezolanischen Gewässern, anstatt eine Beschlagnahmung zu riskieren.
Die US-Regierung unter Trump hat den Druck auf die Regierung des venezolanischen Präsidenten Nicolas Maduro zuletzt massiv erhöht. Maduro wirft den USA vor, ihn stürzen und die Kontrolle über die Ölreserven des Opec-Landes erlangen zu wollen. Seit der Verhängung von US-Energiesanktionen gegen Venezuela im Jahr 2019 nutzen Händler eine "Schattenflotte" von Tankern, um den Ursprung des Öls zu verschleiern. Größter Abnehmer des venezolanischen Öls ist China.