Nvidia rechnet mit Milliardenbelastung – Tech-Aktien in Asien unter Druck
Investing.com - Chinas wichtigste Internetaktien sind heute mit deutlichen Verlusten aus dem Handel gegangen – ein schwaches Signal, das sich auch auf den gesamten asiatischen Tech-Sektor ausgewirkt hat. Auslöser war eine Ankündigung von Nvidia, wonach das Unternehmen im kommenden Quartal hohe Wertminderungskosten verbuchen muss – Grund sind die verschärften US-Exportauflagen.
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Das bekannte BAT-Trio – Baidu Inc (HK:9888) (NASDAQ:BIDU), Alibaba (HK:9988) (NYSE:BABA) und Tencent (HK:0700) – verlor im Handel in Hongkong zwischen 2,9 % und 5 %. Auch kleinere Werte wie Weibo Corp (HK:9898) (NASDAQ:WB) und JD.com (HK:9618) gaben mit minus 2 % bzw. 6,2 % deutlich nach.
Die Sorge: Ohne Zugriff auf Nvidia-Chips (NASDAQ:NVDA) könnten Chinas große Tech-Konzerne bei der Entwicklung moderner KI-Anwendungen an Wettbewerbsfähigkeit verlieren.
Das BAT-Trio sowie Bytedance – der Social-Media-Riese hinter TikTok – gehören zu den führenden Akteuren in Chinas KI-Szene. Viele von ihnen setzen auf Hardware von Nvidia. Laut aktuellen Berichten haben chinesische Unternehmen allein im ersten Quartal 2025 Chips vom Typ H20 im Wert von mindestens 16 Milliarden US-Dollar bestellt.
Noch einmal stärker in den Fokus rückte Chinas KI-Entwicklung Anfang 2025 mit dem Launch von DeepSeek – auch hier kam Nvidia-Hardware zum Einsatz, wie öffentlich gemacht wurde.
Die negativen Impulse trafen auch die asiatischen Zulieferer von Nvidia. Der Auftragsfertiger TSMC (TW:2330) verlor im Handel in Taiwan mehr als 2 %, während Hon Hai Precision Industry (TW:2317), besser bekannt als Foxconn (TW:2354), ähnlich stark unter Druck geriet.
Auch der südkoreanische Chiphersteller SK Hynix Inc . (KS:000660) rutschte um über 3 % ab, und der japanische Halbleiter-Spezialist Advantest Corp. (TYO:6857) verlor fast 7 %.
Die schwache Entwicklung vieler Tech-Werte in Asien steht im direkten Zusammenhang mit dem nachbörslichen Einbruch der Nvidia-Aktie um mehr als 6 %. Das Unternehmen hatte angekündigt, dass es im April-Quartal eine Belastung von 5,5 Milliarden US-Dollar einplanen muss – eine Folge neuer US-Regeln, die den Export von KI-Chips nach China betreffen.
Diese Entwicklung könnte dazu führen, dass Nvidia auf einen Großteil seiner Umsätze in China verzichten muss – einem Markt, der für das Unternehmen nach wie vor eine wichtige Rolle spielt. Konkret braucht Nvidia künftig eine US-Exportlizenz, um den H20-Chip in China verkaufen zu dürfen.
Der H20 wurde ursprünglich entwickelt, um genau diese Exportvorgaben der Biden-Regierung zu erfüllen – entsprechend erfolgreich lief der Verkauf bislang.
Sollten die neuen Einschränkungen jedoch bestehen bleiben oder sich sogar verschärfen, könnte das den Absatz des Chips in China massiv einschränken – und gleichzeitig Wettbewerbern wie Huawei in die Karten spielen.
Die Märkte haben entsprechend nervös reagiert, zumal sich der Handelskonflikt zwischen den USA und China zuletzt weiter zugespitzt hat.
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