Industrie in der Eurozone unter Druck – Krieg und Energiepreise bremsen
Der Ökonom Bert Colijn von ING weist darauf hin, dass die Industrieproduktion in der Eurozone im Februar gegenüber dem Vormonat lediglich um 0,4 Prozent gestiegen ist. Damit liege die Produktion weiterhin unter dem Niveau eines Großteils des Jahres 2025. Höhere Energiepreise und der Krieg im Nahen Osten dürften die energieintensive Industrie sowie Investitionen zusätzlich belasten.
Krieg und Energiekosten gefährden Produktionsausblick
"Die Industrie der Eurozone hat sich im Jahr 2025 trotz erheblicher Handelsverwerfungen als sehr widerstandsfähig erwiesen. Doch der Start in das Jahr 2026 ist enttäuschend verlaufen. Nachdem Vorzieheffekte bei US-Unternehmen nachgelassen haben, sind die Produktionsniveaus erneut gesunken. Und obwohl Hersteller hinsichtlich Infrastruktur- und Verteidigungsinvestitionen optimistischer geworden sind, hat der Krieg im Nahen Osten die Hoffnungen auf eine breit angelegte Erholung zunichtegemacht. Insbesondere energieintensive Branchen dürften unter den höheren Preisen leiden."
"Die Produktion in der Eurozone ist im Februar leicht gestiegen, jedoch nur um 0,4 Prozent gegenüber Januar. Damit liegt das Produktionsniveau unter dem Großteil des Jahres 2025. Der Anstieg der Energiepreise hat seit März zusätzlichen Druck auf energieintensive Industrien ausgeübt. Mit einer baldigen Erholung ist nicht zu rechnen."
"Mit dem Beginn des Krieges im Nahen Osten im März ist mit weiterem Abwärtsdruck auf die Produktion zu rechnen. Die Wettbewerbsfähigkeit energieintensiver Industrien dürfte erneut unter Druck geraten, und die Unsicherheit könnte sich auf Investitionsentscheidungen auswirken. Während andere – vor allem technologieorientierte – Sektoren weiterhin sehr gut abschneiden könnten, haben die Abwärtsrisiken für die Produktion zugenommen."
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