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Bank von Japan verschiebt Zinserhöhung: Ist das gut für die Märkte?

CryptopolitanMar 19, 2026 8:40 AM
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Am Donnerstag beschloss die Bank von Japan, die Zinssätze nicht anzuheben und ihre Geldpolitik aufgrund des von Amerika und Israel im Nahen Osten begonnenen Krieges unverändert zu lassen.

Anleger fürchten sich stets vor einer Zinserhöhung durch die Bank of Japan, insbesondere wegen des schicksalhaften 5. August 2024. Daher ist es sehr willkommen, dass sie vorerst abwarten und uns eine kleine Atempause gönnen. Wir haben ohnehin schon genug zu tun.

Jedenfalls stimmten die Mitglieder des japanischen geldpolitischen Ausschusses bei der Sitzung mit 8:1 Stimmen dafür, die Leitlinie für Geldmarktgeschäfte für den Zeitraum zwischen den Sitzungen unverändert zu lassen.

Die Bank erklärte, sie werde weiterhin dafür sorgen, dass der unbesicherte Tagesgeldsatz bei etwa 0,75 % bleibt.

Das bedeutete jedoch nicht, dass die Bank ein uneingeschränkt positives Bild der Wirtschaftslage . Sie erklärte, die japanische Wirtschaft erhole sich zwar moderat, doch bestünden weiterhin einige Schwächen. Auch die Volkswirtschaften anderer Länder seien insgesamt moderat gewachsen, wenngleich sich dort aufgrund von Handelspolitiken und anderen staatlichen Maßnahmen in verschiedenen Ländern ebenfalls Schwächen gezeigt hätten.

Im Inland blieben Exporte und Industrieproduktion tendenziell weitgehend stabil. Die Unternehmensgewinne blieben insgesamt hoch, obwohl Zölle die Hersteller belasteten. Die Anlageinvestitionen der Unternehmen stiegen weiterhin moderat.

Der private Konsum blieb relativ stabil, da sich die Beschäftigungslage und die Einkommen verbessert haben, allerdings haben höhere Preise die Haushalte unter Druck gesetzt.

Die Investitionen in den Wohnungsbau sind weiter gesunken. Die öffentlichen Investitionen blieben weitgehend konstant. Die Bank erklärte außerdem, die Finanzbedingungen seien weiterhin günstig.

Die Bank von Japan hält die Zinssätze unverändert, da die Lebensmittelpreise sinken und die Ölpreise steigen

Das Inflationsbild war uneinheitlich. Die Bank erklärte, der jährliche Anstieg des Verbraucherpreisindexes (ohne frische Lebensmittel) habe zuvor über 2 % gelegen. Ein Teil davon sei auf gestiegene Lebensmittelkosten, darunter höhere Reispreise, zurückzuführen.

In jüngster Zeit ist diese Quote auf rund 2 % gesunken, da die Regierung Maßnahmen ergriffen hat, um die Belastung der Haushalte durch höhere Energiepreise zu verringern.

Die Bank erklärte außerdem, die Inflationserwartungen seien moderat gestiegen. Das ist von Bedeutung, da die Verantwortlichen beurteilen wollen, ob das Preiswachstum breit genug angelegt ist, um anzuhalten, und nicht nur durch einige wenige teure Artikel im Warenkorb verursacht wird.

Der Ausblick der Bank verdeutlichte, warum die Verantwortlichen noch nicht bereit waren, eine weitere Zinserhöhung zu beschließen. Sie erklärte, Japan werde voraussichtlich weiterhin moderat wachsen, da die Volkswirtschaften im Ausland wieder an Fahrt gewinnen und sich der Kreislauf von Einkommen zu Konsum allmählich verstärke tron Diese Einschätzung begründete sie mit staatlichen Stützungsmaßnahmen und günstigen Finanzierungsbedingungen.

Dennoch wurde auch davor gewarnt, dass Handels- und andere politische Maßnahmen in den einzelnen Ländern die Wirtschaft weiterhin beeinflussen würden. Dann kam das Thema ins Spiel, das alles andere überschattete.

Die Bank erklärte, die Spannungen im Nahen Osten hätten die globalen Finanz- und Kapitalmärkte instabil gemacht und die Rohölpreise stark in die Höhe getrieben. Sie betonte, die zukünftigen Entwicklungen müssten genau beobachtet werden.

Die Bank erklärte, der jährliche Anstieg des Verbraucherpreisindex (ohne frische Lebensmittel) werde sich voraussichtlich vorübergehend auf unter 2 % verlangsamen. Dies sei darauf zurückzuführen, dass die Auswirkungen höherer Lebensmittelpreise, einschließlich Reis, nachlassen und die staatlichen Maßnahmen zur Eindämmung der steigenden Lebenshaltungskosten noch Wirkung zeigen.

Anschließend rechnet die Bank aufgrund des jüngsten Rohölpreisanstiegs mit einem erneuten Anstieg des Preisdrucks. Sie geht außerdem davon aus, dass sich der Trend, wonach Löhne und Preise moderat steigen, fortsetzen wird.

Der japanische Yen stabilisiert sich leicht, während Händler auf eine Stellungnahme von Kazuo Ueda zum Stagflationrisiko warten

Die Bank erklärte außerdem, dass der Arbeitskräftemangel mit der fortschreitenden Verbesserung der Wirtschaft deutlicher sichtbar werden dürfte und dass die Inflationserwartungen mittel- bis langfristig steigen sollten.

In diesem Umfeld wird erwartet, dass die zugrunde liegende Verbraucherpreisinflation allmählich ansteigt und in der zweiten Hälfte des Prognosezeitraums im Ausblickbericht Januar 2026 ein Niveau erreicht, das weitgehend dem Preisstabilitätsziel der Bank entspricht.

Gleichzeitig wurde darauf hingewiesen, dass die Auswirkungen höherer Rohölpreise auf die zugrunde liegende Inflation ebenfalls genauestens beobachtet werden müssten. Die Botschaft war also recht einfach: Das Preiswachstum mag sich zunächst abschwächen, doch der Ölpreis könnte es wieder anheizen.

Am Devisenmarkt legte der Yen um 0,1 % auf 159,78 Yen pro Dollar zu. Damit notierte er etwastronals am Vortag, blieb aber nahe seinem Zweijahrestief.

Dies geschah, nachdem Finanzministerin Satsuki Katayama erklärt hatte, die Behörden seien in „erhöhter Alarmbereitschaft wegen der Volatilität am Devisenmarkt“ und die jüngsten Währungsbewegungen seien teilweise auf Spekulanten zurückzuführen.

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