Gold konsolidiert unter den jüngsten Höchstständen, da USD-Stärke und Fed-Zinserhöhungswetten vor den US NFP begrenzen
- Gold stagniert nach dem Rücksetzer des Vortags vom höchsten Stand seit dem 18. Juni.
- Geopolitische Risiken, Inflationssorgen und Wetten auf Zinserhöhungen der Fed stützen den USD und begrenzen die Gewinne.
- Händler scheinen zudem zögerlich, vor dem wichtigen US-NFP-Bericht aggressive Positionen einzugehen.
Gold (XAU/USD) konsolidiert während der asiatischen Sitzung am Freitag unter 4.250 USD und scheint vorerst den Rücksetzer des Vortags vom höchsten Stand seit dem 18. Juni gestoppt zu haben. Händler scheinen zögerlich, aggressive Richtungswetten einzugehen, und ziehen es vor, die Veröffentlichung des entscheidenden US-Berichts zu den Beschäftigten außerhalb der Landwirtschaft (NFP) angesichts anhaltender geopolitischer Unsicherheiten abzuwarten.
Tatsächlich erklärte Saudi-Arabien, dass ein Geheimdienstbericht darauf hindeutet, dass irakische Milizen mit den Houthis im Jemen für einen bevorstehenden Angriff auf das Königreich koordinierten. Darüber hinaus berichteten iranische Staatsmedien, dass eine Rahmenvereinbarung über die Verwaltung der Straße von Hormus den Durchgang von US-, israelischen und feindlichen Schiffen bis zur Zahlung einer Entschädigung verbieten würde. Dies dämpft die Hoffnungen auf eine diplomatische Lösung zur Beendigung des fünf Monate andauernden US-Iran-Kriegs, was den sicheren Hafen US-Dollar (USD) stützt und die Aufwärtsbewegung von Gold begrenzen sollte.
Unterdessen verstärkt die Pattsituation zwischen den USA und dem Iran zusammen mit Raketenangriffen der mit dem Iran verbündeten Houthis im Jemen auf saudische Öltanker die Sorgen über Unterbrechungen der Energieversorgung weiter und hilft den Rohölpreisen, die starken Gewinne vom Donnerstag zu behaupten. Anleger bleiben besorgt, dass höhere Ölpreise den Inflationsdruck erneut anheizen und große Zentralbanken, einschließlich der US-Notenbank (Fed), zu einer hawkischeren Haltung zwingen werden.
Laut dem FedWatch Tool der CME Group preisen Händler weiterhin eine Wahrscheinlichkeit von über 80% ein, dass die US-Notenbank die Kreditkosten bis zum Jahresende anheben wird. Dies spricht für die USD-Bullen und mahnt zur Vorsicht, bevor man sich für die Wiederaufnahme der jüngsten Aufwärtsbewegung des XAU/USD-Paares von der psychologischen Marke von 4.000 USD positioniert. Händler blicken nun auf die US-Arbeitsmarktdaten, um weitere Hinweise auf den geldpolitischen Kurs der Fed und neue Impulse zu erhalten.
Analysten der OCBC merken an, dass sich das „kurzfristige Momentum verbessert hat“, wobei der bevorstehende US-Arbeitsmarktbericht nun als „entscheidend dafür gilt, ob der Rückgang der Renditen, des USD und der Ausbruch von Gold aufrechterhalten werden kann“. Sie weisen darauf hin, dass Gold „zuletzt bei 4247 notierte“, wobei das „tägliche Momentum leicht bullisch ist, während der RSI auf nahezu überkaufte Bedingungen gestiegen ist“. Aus technischer Sicht hebt die OCBC „Widerstand bei 4333 (23,6% Fibo-Retracement vom Hoch bis zum Tief 2026), 4393 (100 DMA)“ und „Unterstützung bei 4160 (50 DMA), 4077 (21 DMA)“ hervor, was auf eine konstruktive Tendenz hindeutet, während zugleich anerkannt wird, dass die Nachhaltigkeit der jüngsten Bewegung vom Ton der US-Daten abhängen wird.
Gold - Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Gold hat in der Geschichte der Menschheit stets eine zentrale Rolle gespielt – als universelles Tauschmittel und sicherer Wertspeicher. Heute wird das Edelmetall vor allem als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten geschätzt. Gold dient nicht nur als Schmuck oder Anlageobjekt, sondern wird auch als Absicherung gegen Inflation und Währungsabwertungen betrachtet. Sein Wert ist unabhängig von staatlichen Institutionen oder einzelnen Währungen, was es in unsicheren Zeiten besonders attraktiv macht.
Zentralbanken zählen zu den größten Goldkäufern weltweit. Um ihre Währungen in Krisenzeiten zu stützen, kaufen sie Gold, um die wirtschaftliche Stabilität und das Vertrauen in ihre Währungen zu stärken. 2022 kauften Zentralbanken laut World Gold Council 1.136 Tonnen Gold im Wert von rund 70 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert. Besonders schnell wachsende Schwellenländer wie China, Indien und die Türkei erhöhen ihre Goldreserven in hohem Tempo.
Gold steht traditionell in einer inversen Beziehung zum US-Dollar und zu US-Staatsanleihen – beide gelten als bedeutende Reservewährungen und sichere Häfen für Anleger. Wenn der Dollar abwertet, steigt der Goldpreis häufig, was Investoren und Zentralbanken in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit dazu veranlasst, ihre Portfolios zu diversifizieren. Ebenso ist Gold gegenläufig zu risikobehafteten Vermögenswerten. Während ein Aufschwung an den Aktienmärkten den Goldpreis oft drückt, profitieren Goldinvestoren in Zeiten von Börsenturbulenzen.
Der Goldpreis unterliegt einer Vielzahl von Einflussfaktoren. Geopolitische Spannungen oder die Sorge vor einer tiefen Rezession können den Preis des Edelmetalls schnell in die Höhe treiben, da Gold als sicherer Hafen gilt. Ohne eigene Rendite steigt der Wert des Metalls häufig in Phasen niedriger Zinsen, während hohe Zinskosten den Preis drücken. Die Entwicklung des Goldpreises ist jedoch stark vom US-Dollar abhängig, da das Edelmetall in Dollar (XAU/USD) gehandelt wird. Ein starker Dollar übt in der Regel Druck auf den Goldpreis aus, während ein schwächerer Dollar zu einer Verteuerung führen kann.
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