Zins-Schock oder Enttäuschung? Jetzt blickt alles auf Neuseelands Notenbank
Das Devisenstrategieteam der Rabobank richtet den Blick vor der Zinssitzung der neuseeländischen Notenbank (RBNZ) am 8. Juli auf den Neuseeland-Dollar (NZD). Sowohl die Konsensprognose als auch die Bank rechnen mit einer Zinserhöhung um 25 Basispunkte auf 2,5 Prozent. Zugleich verweisen die Analysten auf unterschiedliche Einschätzungen im neuseeländischen Schattenrat, einen nachlassenden Inflationsdruck infolge fallender Ölpreise sowie eine fragile Erholung der heimischen Wirtschaft. Da der Markt bereits fast vier weitere Zinsschritte eingepreist habe, sehen sie nur begrenztes Aufwärtspotenzial für den NZD und erwarten beim Währungspaar NZD/USD eine volatile Seitwärtsbewegung.
Zinspfad der RBNZ, Inflation und Bewertung des NZD
„Im Einklang mit der Einschätzung der Rabobank geht auch der Konsens der Bloomberg-Umfrage von einer Zinserhöhung um 25 Basispunkte aus. Damit würde der Leitzins auf 2,5 Prozent steigen. Allerdings sind sich die Prognostiker nicht einig.“
„Diese Nachricht hat am Markt offensichtlich Zweifel an der Entschlossenheit der RBNZ geweckt, ihren Straffungskurs fortzusetzen, und den Neuseeland-Dollar entsprechend belastet. Heute liegt der NZD in der Tagesperformance innerhalb der G10-Währungen auf dem vorletzten Platz und damit nur knapp vor dem japanischen Yen.“
„Mit Blick auf die inflationsfördernden Auswirkungen der diesjährigen Sperrung der Straße von Hormus erklärte RBNZ-Gouverneur Breman nach der geldpolitischen Sitzung im Mai, die Notenbank erwarte, ,die Zinsen in diesem Jahr anzuheben, um die Inflation unter Kontrolle zu halten‘. Allerdings sind die Ölpreise nach der Unterzeichnung der Absichtserklärung zwischen den USA und dem Iran am 17. Juni deutlich gefallen und liegen inzwischen wieder auf dem Niveau von kurz vor Beginn des Krieges.“
„Derzeit deuten die vom Markt implizierten Zinserwartungen darauf hin, dass im kommenden Jahr nahezu vier Zinserhöhungen der RBNZ um jeweils 25 Basispunkte auf rund 3,18 Prozent möglich sind, ausgehend von derzeit 2,25 Prozent. Das unterscheidet sich kaum von den Prognosen des neuseeländischen Schattenrats, der im kommenden Jahr einen Leitzins von 3,0 bis 3,25 Prozent erwartet.“
„Da bereits ein erheblicher Teil der geldpolitischen Straffung eingepreist ist, sehen wir nur begrenztes Potenzial für eine bessere Entwicklung des Neuseeland-Dollars im Vergleich zu den übrigen G10-Währungen in diesem Jahr. Tatsächlich könnte jedes Signal, dass die RBNZ von ihrem restriktiven Kurs abrückt, den NZD anfällig machen.“
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